Am Freitagabend (29. Mai) kam der Gesamtvorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zu seiner letzten Sitzung vor dem Schützenfest in Altena zusammen.
Fotos: Ilka Kremer
Altena. Beste Stimmung, zufriedene Berichte aus den Kommissionen und ein bestens vorbereiteter Festplatz sorgten dafür, dass die Vorfreude auf das Schützenfest in Altena bei der Vorstandssitzung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft förmlich durch den Saal wehte.
Gut gelaunte Menschen prägten die letzte Vorstandssitzung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG) vor dem Schützenfest 2026 im großen Saal des Lennesteins. Angesichts der drückenden Schwüle, die kurz vor dem Gewitter herrschte, gab Hauptmann Alexander Grass zu Beginn der Sitzung den Befehl zum „leichten Marschgepäck“ – sprich: Die Herren durften ihre Sackos ausziehen.
Anschließend richtete er seinen Dank an alle Schützen, die an den vergangenen Wochenenden die verschiedenen Kränzebinderveranstaltungen besucht, Bier gezapft, Spiele organisiert und gemeinsam gefeiert hatten. „Es war eine spektakuläre Zeit, das ist einfach toll“, sagte Grass. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass so viele Kinder und Jugendliche an den Feierlichkeiten teilgenommen hätten. Das sei „genau das Richtige für die Zukunft“.
„Ohne euch wäre das alles nicht möglich“
Ein besonderer Dank galt zudem dem geschäftsführenden Vorstand. „Ohne euch wäre das alles nicht möglich, besonders in diesen verrückten Zeiten“, betonte der Hauptmann. Auf ein Mitglied des fünfköpfigen Teams wird er nach dem Schützenfest allerdings verzichten müssen: Schriftführer Frank Henkel kündigte seinen Rücktritt an. Vierzehn Jahre lang hatte er dieses Amt ausgeübt, das einem Ehrenamtler viel abverlangt.
Henkel appellierte an die Versammlung, künftig etwas nachsichtiger mit dem geschäftsführenden Vorstand der FWG umzugehen. „Wir versuchen immer, das Bestmögliche für die Schützengesellschaft herauszuholen. Aber auch in Zukunft wird es weitere Kompromisse geben, die der Tradition zwar schaden, die wir aber in Kauf nehmen müssen“, erklärte er.
Standing Ovations für Frank Henkel
Mit einem Augenzwinkern fragte er anschließend „für einen Freund“, ob man denn mit seiner Arbeit als Schriftführer zufrieden gewesen sei. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Standing Ovations und lang anhaltender Applaus erfüllten den Saal. Wer seine Nachfolge antreten wird, entscheidet sich nach der Generalversammlung der FWG am 9. Oktober.
Weiter bedankte sich Grass beim amtierenden König Michael Funnemann, der gemeinsam mit seiner Königin und dem Hofstaat für eine großartige Regentschaft gesorgt habe. „Ihr seid regelrecht eine Familie geworden“, sagte der Hauptmann. Genau das wünsche er sich auch für den neuen Hofstaat, der an diesem Abend zu Gast war. Gleichzeitig versprach er: „Ihr bekommt eine genauso tolle Königin und einen genauso tollen König, da bin ich mir ganz sicher.“ Gerade in Altena ist die Frage nach den künftigen Majestäten vor dem Schützenfest traditionell ein großes Gesprächsthema. Entsprechend wird vielerorts spekuliert und gemunkelt, wer in diesem Jahr die Königswürde erringen könnte.
Für den neuen Hofstaat war der Freitagabend bereits etwas Besonderes. Schick gekleidet präsentierten sich die jungen Paare einzeln vor den Herren des Gesamtvorstandes. Vorgestellt wurden sie vom Hofstaatkommissionsvorsitzendem Andreas Schober, der sich zugleich bei seinem gesamten Team bedankte. Besonders bei den Frauen, die diese Kommission mit Rat und Tat unterstützen.
Das Festzelt wird noch luftiger
Die Berichte aus den übrigen Kommissionen fielen durchweg positiv aus. Die Vorbereitungen laufen planmäßig, die Vorfreude auf das Schützenfest ist groß. Adjutant Jörg Nielsen sowie Volker Richter von der Zelt- und Platzkommission zeigten sich beeindruckt davon, in welch kurzer Zeit die Firma Kühing das Festzelt errichtet habe. In der kommenden Woche soll nun der Innenausbau beginnen. Zudem werde das Zelt insgesamt etwas luftiger gestaltet, um die Temperaturen im Inneren angenehmer zu halten.
Richter nutzte die Gelegenheit, den Mitarbeitern des Baubetriebshofes zu danken, die viele Arbeitsstunden in die Vorbereitungen investiert hätten und stets für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Dass auch Schießstand und Adlerhorst frisch gestrichen und damit bereit seien, berichtete Axel Rulf als Vorsitzender der Schießstandkommission.
Kapellen können sich auf der Hauptmann-Bolle-Allee nicht begegnen
Etwas herausfordernd gestaltet sich in diesem Jahr die Nutzung des Wirtschaftsweges, im Volksmund scherzhaft Hauptmann-Bolle-Allee genannt, unterhalb der B236, der den Schützen als terrorsicherer Verbindungsweg zwischen Schießstand und Festzelt dient. Dort können sich zwei Kapellen aufgrund der beengten Verhältnisse nicht begegnen, weshalb eine sorgfältige Abstimmung erforderlich ist. Auch vor dem Schießstand seien Vorsicht und Disziplin gefragt, da die zum Schutz aufgestellten Beton-Legosteine den Bereich zusätzlich einengten.
Weiße Handschuhe: Ja bitte – Weiße Schuhe: Nein danke
Zum Thema Disziplin hatte Gesellschaftsspieß Dirk Himmelmann ebenfalls einige Hinweise. Insbesondere mit Blick auf Kommers und Festumzüge erinnerte er daran: „Wenn Augen rechts, dann auch rechts grüßen. Bitte an die weißen Handschuhe denken – die weißen Schuhe zum Anzug aber bitte weglassen.“ Solche Verstöße habe er bereits beim Adlerabend festgestellt.
Erfreuliche Nachrichten verkündete schließlich Rendant Martin Schröder: Die FWG sei inzwischen zu mehr als 90 Prozent erfolgreich auf das SEPA-Verfahren umgestellt worden. Wer noch Beiträge entrichten oder vor dem Fest Mitglied der Gesellschaft werden möchte, kann dies online noch bis Dienstag um 12 Uhr erledigen. Danach besteht die Möglichkeit zur Barzahlung am Freitag im Festzelt von 9 bis 11 Uhr. Wer auch diese Fristen versäumt, muss an den Festabenden regulär Eintritt zahlen.
Zum Abschluss ergriff Gastgeber Heiko Schillo, Kompanieführer der Rahmede, noch einmal das Wort. Er hob die Bedeutung der Frauen hervor, die den Männern der Gesellschaft den Rücken freihalten und das gesamte Gelingen tatkräftig unterstützen Gerade an diesem Abend sei dies deutlich geworden: Die Damen kredenzten den rund 100 Anwesenden insgesamt vier Runden Knickebein – jenes traditionsreiche Getränk, das mit viel Fingerspitzengefühl aus drei Schnäpsen und einem Eigelb in die kelchförmigen Gläser geschichtet wird.





































