Altena/Märkischer Kreis. Was passiert eigentlich, wenn man beim Spaziergang mitten im Wald stürzt, sich verletzt und nicht genau sagen kann, wo man ist? Auf solche Fälle ist die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises vorbereitet, und zwar mit moderner Technik.
Wie wichtig diese Unterstützung ist, zeigte jüngst ein Einsatz in Altena. Eine Person war im Wald gestürzt und konnte ihren Standort nicht mehr benennen. Zwar wurde der Notruf über die 112 abgesetzt, doch ohne genaue Ortsangabe wird selbst ein routinierter Einsatz zur Herausforderung. Hier kam ein System zum Einsatz, das für viele Menschen im Hintergrund arbeitet: die sogenannte Advanced Mobile Location, kurz AML.
Sobald ein Notruf gewählt wird, aktiviert das Smartphone automatisch GPS und WLAN, um den Standort zu bestimmen und an die Leitstelle zu übermitteln. Für die Einsatzkräfte bedeutet das vor allem eines: Zeitgewinn. Gerade wenn Hilfesuchende nicht wissen, wo sie sich befinden, können Rettungskräfte schneller reagieren und gezielt zum Einsatzort geschickt werden. Mit einer Genauigkeit von etwa 30 Metern ist die Technik besonders in unübersichtlichem Gelände wie Wäldern ein entscheidender Vorteil.
Standortdaten werden automatisch übermittelt, aber es gibt Grenzen
Die Nutzung dieser Technologie ist inzwischen weit verbreitet. In einem Großteil der Notrufe aus dem Mobilfunknetz werden verwertbare Standortdaten übermittelt, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dafür eine zusätzliche App installieren müssen. Sowohl Android- als auch iOS-Geräte verfügen standardmäßig über diese Funktion. Dennoch gibt es Grenzen: Die automatische Ortung funktioniert nur im eigenen Mobilfunknetz. Wird der Notruf über ein fremdes Netz abgesetzt, ist zwar ein Gespräch möglich, Standortdaten werden jedoch nicht automatisch übertragen.

Besonders bei schlechtem Wetter kann man im Wald die Orientierung verlieren. Wenn dann ein Notfall passiert, wird es heikel. Foto: Ilka Kremer
Gerade in abgelegenen Gebieten wie Wäldern können unterschiedliche Situationen entstehen. Während im Idealfall eine stabile Verbindung zum eigenen Netz besteht, kann es ebenso vorkommen, dass nur ein Fremdnetz verfügbar ist oder gar kein Mobilfunkempfang besteht. Für solche Fälle gewinnen alternative Lösungen an Bedeutung. Apps mit Offline-Karten oder Kompassfunktionen können helfen, den eigenen Standort selbst zu bestimmen. Auch Anwendungen wie what3words ermöglichen eine sehr präzise Positionsangabe anhand von drei Worten. Selbst ohne Mobilfunknetz bieten neuere Smartphones inzwischen Möglichkeiten, über Satelliten Notfallmeldungen abzusetzen und Standortdaten zu übermitteln.
Wichtig ist die Kombination aus moderner Technik und guter Vorbereitung
Der Einsatz in Altena endete glimpflich: Die verunglückte Person konnte dank der technischen Unterstützung schnell gefunden und mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Für die Verantwortlichen im Märkischen Kreis ist das ein Beispiel dafür, wie wichtig die Kombination aus moderner Technik und guter Vorbereitung ist. Wer Ausflüge in die Natur plant, sollte einfache Vorkehrungen treffen – etwa Offline-Karten herunterladen oder sich über Rettungspunkte entlang der Strecke informieren. Auch digitale Helfer wie die Notruf-App „nora“ oder Smartwatches mit Sturzerkennung können im Ernstfall entscheidende Unterstützung leisten.



