Altena. Ein voll besetzter Saal, jede Menge Gelächter und begeisterte Zurufe: Auf Draht – Freies Theater Altena landete am Freitag mit der Komödie „Tote Frauen trinken nicht“ im Thomas-Morus-Haus einen Volltreffer. „Ihr wart super, ihr wart spitze!“, klang es am Ende aus dem Publikum.
Das Amateurtheater „Auf Draht – Freies Theater Altena“ hat mit der Auswahl der Komödie „Tote Frauen trinken nicht“ genau ins Schwarze getroffen. Die Mischung aus Geisterkomödie und zwischenmenschlichen Themen funktioniert hervorragend. Eine originelle Geschichte, jede Menge Situationskomik und überraschende Wendungen sorgen für beste Unterhaltung. Den ganzen Abend über wird im Thomas-Morus-Haus herzhaft gelacht. Und hinter all dem Humor steckt durchaus eine schöne Botschaft: Altes loszulassen, den eigenen Weg zu finden und das Leben nicht immer allzu ernst zu nehmen.

Das Publikum erlebte eine gelungene Premiere, lachte viel und bedankte sich immer mit Szenenapplaus. Foto: Verena Bellok
Gesamtes Ensemble beeindruckt mit Spielfreude
Besonders beeindruckend ist die Spielfreude des gesamten Ensembles. Die teilweise herrlich skurrilen Figuren werden mit viel Herzblut und Überzeugung auf die Bühne gebracht. Kirsten Kreisel überzeugt als Sabine Pahlke mit einer bemerkenswerten Entwicklung innerhalb ihrer Rolle und einer ausgesprochen starken Bühnenpräsenz. Mit welcher Überzeugung und Spielfreude sie ihre Figur verkörpert, wird vom Publikum entsprechend gefeiert. Auf ebenso überzeugende Weise bringt Ilka Kremer die bereits ins Jenseits hinübergegangene Pia Freitag auf die Bühne. Beide Darstellerinnen sorgen für besondere Momente und werden vom Publikum begeistert aufgenommen.

Überzeugend in ihren Rollen: Kirsten Kreisel (l.) als Sabine Pahlke und Ilka Kremer als Pia Freitag. Foto: Verena Bellok
Gelungene Bühnendebüts und gekonnte Rückkehrer
Ulrike Vogt als Ingrid Pahlke und Wilhelm Klüter als ihr Bruder Hermann Pahlke bilden ein ausgesprochen gelungenes Duo. Dabei füllt Ulrike Vogt ihre Rolle als Mutter von Sabine Pahlke mit einer geradezu köstlichen Unverschämtheit aus. Wie sie ihre Mitmenschen auf der Bühne auf Trab hält, ist eine wahre Pracht. Für Wilhelm Klüter ist es zugleich der erste Auftritt bei „Auf Draht“. Auch Dietmar Vogt verkörpert als Vermieter Sahlfeld eine wunderbar eigenwillige und herrlich skurrile Figur.

Dietmar Vogt gibt in perfekter Marnier den schrulligen Vermieter Herrn Sahlfeld und Claudia Fillinger schlüpft in die Rolle der Dunja, die es versteht, anderen ordentlich die Meinung zu sagen. Foto: Verena Bellok
Für besondere Lacher sorgen die beiden Putzfrauen: Claudia Fillinger steht als Dunja erstmals für „Auf Draht“ auf der Bühne und füllt ihre Rolle mit bemerkenswerter Spielfreude aus. Vor allem ihre bulgarischen Schimpftiraden haben es in sich. Jessica Hein erweist sich als Biggi Pomke ebenfalls als Garantin für zahlreiche Lachsalven. Britta Holt, die als Pias Mutter ebenfalls unverhofft wieder im Diesseits auftaucht, und Tobias Vogt sind nach längeren Pausen wieder mit dabei und bereichern das Ensemble. Tobias Vogt übernimmt zudem gemeinsam mit Jessica Hein, die damit in einer Doppelrolle zu sehen ist, den Part der Ghosthunters. Als Geisterjäger gehen die beiden auf eine ziemlich spacige und ausgesprochen unterhaltsame Mission.

Tobias Vogt und Jessica Hein stürmen als Geisterjäger durch den Saal und auf die Bühne. Foto: Verena Bellok
Dass nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen viel Herzblut steckt, zeigt sich ebenfalls. Als Souffleuse zum ersten Mal im Kasten: Anja Komoßa – die Schauspielerinnen und Schauspieler attestieren ihr, „einen richtig guten Job“ zu machen. Das Team von „Versorgungsstand“ und Einlass sorgt vor der Vorstellung und in der Pause freundlich für die Gäste, Getränke und leckere Snacks gehören ebenso zum Angebot wie die familiäre Atmosphäre im Thomas-Morus-Haus. Unterstützt wird der Theaterverein auch bei den Aufführungen von Familie und Freunden. All das trägt dazu bei, dass man sich als Zuschauer herzlich willkommen fühlt.

Bei „Auf Draht“ helfen immer wieder gerne Freunde und Familie, wie diese drei am „Versorgungsstand“: (v.l.) Claudia und Barbara Neuhaus sowie Jan Hein. Foto: Verena Bellok
Nach dem Schlussapplaus ist die Begeisterung noch lange nicht vorbei. Besucher suchen den persönlichen Kontakt zu den Darstellern, bedanken sich, gratulieren und umarmen die Akteure. Die Stimmung ist herzlich und ausgelassen. Der Abend zeigt eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Zusammenhalt und Leidenschaft in einem lokalen Theaterverein stecken.
Für „Auf Draht“ ist es ein Auftakt nach Maß. Wer sich selbst einen unterhaltsamen Abend gönnen möchte, sollte sich „Tote Frauen trinken nicht“ nicht entgehen lassen. Weitere Aufführungen stehen sind am 7., 13., 14., 20. und 21. November, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es online über die Website des Altenaer Amateurtheaters sowie bei den folgenden Vorverkaufsstellen: Schreibwaren Preller in Dahle, Sehzentrum Optik Berndt, Haarmoden Nina + Julia, LVM Coutinho (alle Altena) sowie in Elas Lädchen in Nachrodt.
Text: Verena Bellok



