Märkischer Kreis. Der Rettungsdienst sowie der Brand- und Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises blicken auf ein ereignisreiches Einsatzjahr 2025 zurück. In fast allen Aufgabenbereichen gab es mehr zu tun als im Vorjahr.
112 gewählt, Notruf abgesetzt, Feuerwehr oder Rettungsdienst werden alarmiert und eilen zur Hilfe. Es steht bildlich für die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes sowie des Brand- und Bevölkerungsschutzes des Märkischen Kreises, die auch im Jahr 2025 auf einem hohen Niveau waren. Insgesamt 127.769 Einsätze und 201.276 Anrufe in der Leitstelle, davon 82.778 Notrufe, zeichnen das Blaulichtjahr 2025 aus.
Steigende Einsatzzahlen verzeichneten im Vergleich zum Jahr 2024 die Bereiche Anrufe in der Leitstelle (+7815) mit Notrufen (+1591), Auskunft / Beratung / Vermittlung (+2333), Notfallrettung (+1782), technische Hilfeleistung (+236), Feuerwehr (+182), Unwetter (+87) und Katastrophenschutz (+6). Sinkende Zahlen verzeichnet lediglich der Bereich Krankentransport (-84).
Notrufe annehmen in der Kreisleitstelle
Kommt es im Märkischen Kreis zu einem Notruf unter der 112, landen die Bürgerinnen und Bürger in der Kreisleitstelle im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum Rosmart in Altena. Hier sind im Jahr 2025 mit 82.778 Notrufen etwa 1591 Notrufe mehr eingegangen im Vergleich zum Vorjahr mit 81.187 Notrufen. Die Notrufe reichen von Atemwegsstörungen, Blinddarmbruch bis hin zu Krampfanfällen. Egal, welches Szenario kommt, die insgesamt 44 Disponenten und Lagedienstführer sind für jeden Notruf bestens geschult, um Menschen zu helfen und Leben zu retten.
Das gilt auch für lebensbedrohliche Situationen wie beim Herz-Kreislaufstillstand. Hier müssen die Experten die Anrufer bei einer telefonischen Reanimation anleiten. „Unsere Disponenten haben im Jahr 2025 beachtliche 517 Telefon-Reanimationen durchgeführt. Das verlangt neben dem Fachwissen auch viel Empathie und beruhigende Worte. Die angeleitete Herz-Lungen-Wiederbelebung für Laien erfolgt vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes“, erklärt Stephan Volkmann, Leiter der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 gab es 509 telefonische Reanimationen.
Eine wichtige Rolle zur Überbrückung der Zeit des sogenannten „behandlungsfreien Intervalls“, also bis der Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen, spielen auch das Ersthelfer-System der Lebensretter MK und die First Responder. Sie werden von der Kreisleitstelle alarmiert und eilen zum Einsatzort. „So ist eine zusätzliche schnelle Voraushilfe gewährleistet“, sagt Stephan Volkmann und ergänzt: „Wichtig für den Patienten in so einem medizinischen Notfall ist es, schnellstmöglich mit einer Reanimation zu beginnen. Wenn mehr Menschen unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen würden, könnten sich die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten verdoppeln bis verdreifachen und die Aufnahme in Pflegeheimen nach einem Herz-Kreislaufstillstand reduzieren.“ Wer sich für die Lebensretter-App registrieren lassen möchte, erhält mehr Informationen beim Märkischen Kreis: FAQ zur Region der Lebensretter im Märkischen Kreis (PDF).
Hand in Hand mit der Leitstelle arbeiten parallel zum Notruf der alarmierte Rettungsdienst und die alarmierte Feuerwehr in vielen weiteren Notfalllagen wie Feuer, Unwetter oder technische Hilfeleistung beispielsweise bei Unfällen. Zu 44.938 Einsätzen, davon 11.568 mit Notarzt, und 15.257 Einsätzen im Bereich Krankentransport sind die Rettungsdienstkräfte ausgerückt. Damit haben sie im Schnitt täglich bei mehr als 164 Einsätzen Hilfe für Patientinnen und Patienten geleistet. Bei der Feuerwehr gab es im Jahresvergleich durchgehend steigende Einsatzzahlen: technische Hilfeleistung (+236), Feuerwehr (+182), Unwetter (+87) und Katastrophenschutz (+6).
Schneebruch, Sturm- und Starkregenereignisse sorgten für ein hohes Einsatzaufkommen
Für das Einsatzjahr des Bevölkerungsschutzes resümiert Kreisbrandmeister Michael Kling: „Auch im Jahr 2025 mussten die Feuerwehren und der Katastrophenschutz zu vielen Einsätzen ausrücken und Menschen- und Tierleben retten sowie Sachgüter schützen. Im Jahr 2025 waren es unter anderem wieder einmal die wetterbedingten Einsätze, die uns gefordert haben. Bereits zum Jahresanfang war es ein Schneebruch und im Verlauf des weiteren Jahres mehrere Sturm- und Starkregenereignisse, die für ein hohes Einsatzaufkommen im Bereich des Katastrophenschutzes sorgten“, berichtet Kreisbrandmeister Michael Kling. Dies schlägt sich auch in den Einsatzzahlen nieder: Im Vergleich zum Vorjahr sind die unwetterbedingten Einsätze um 241,7 Prozent gestiegen (2025: 123 Einsätze, 2024: 36 Einsätze).
Ebenso galt es im vergangenen Jahr den Herausforderungen mehrerer Stromausfälle sowie dem Ausfall von Telekommunikationsinfrastruktur im Märkischen Kreis zu begegnen. „In mehreren Großeinsätzen, wie dem Großbrand in Kierspe, dem Waldbrand auf der Nordhelle, aber auch während einer Großübung in Meinerzhagen konnten unsere Feuerwehren und unsere Hilfsorganisationen unter Beweis stellen, dass es im Team immer einfacher und effizienter geht“, fasst Kreisbrandmeister Michael Kling zusammen und betont: „Hinter jedem Einsatz steckt ein Schicksal und manchmal auch eine Tragödie. Daher kann man es nicht hoch genug wertschätzen, dass es immer mehr Jugendliche, aber auch bereits Erwachsene im Märkischen Kreis gibt, die sich neu dafür entscheiden, sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen zu engagieren.“
Neben dem Einsatzgeschehen wurden die Fähigkeiten der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut. Hierzu wurden mehrere Fahrzeuge sowie weitere Einsatzmittel in Betrieb genommen und an der zentralen Feuerwehrschule 1151 Einsatzkräfte aus- oder fortgebildet. Bei den Hemeraner Sicherheitstagen konnten die Einsatzkräfte viele persönliche Gespräche führen und über ihre Arbeit berichten.
Alle Einsatzkräfte haben im Jahr 2025 erneut bewiesen, dass sie bei Alarmierungen mit aller Kraft und Fachkompetenz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis einstehen.
Die Einsatzzahlen in den Bereichen Rettungsdienst, Brand- und Bevölkerungsschutz im Jahresvergleich im Überblick:
- Notfallrettung: 44.938 Einsätze (2024: 43.156 Einsätze; 2023: 42.365 Einsätze; 2022: 44.528 Einsätze; 2021: 38.658 Einsätze)
- Krankentransport: 15.257 Einsätze (2024: 15.341 Einsätze; 2023: 16.474 Einsätze; 2022: 17.803 Einsätze; 2021: 16.359 Einsätze)
- Feuerwehr: 2682 Einsätze (2024: 2500 Einsätze; 2023: 2511 Einsätze; 2022: 2730 Einsätze; 2021: 1195 Einsätze)
- technische Hilfeleistung: 5594 Einsätze (2024: 5358 Einsätze; 2023: 6027 Einsätze; 2022: 5450 Einsätze; 2021: 5538 Einsätze)
- Katastrophenschutzeinsatz: 47 Einsätze (2024: 41 Einsätze; 2023: 23 Einsätze; 2022: 26 Einsätze; 2021: 27 Einsätze)
- Unwetter: 123 Einsätze (2024: 36, 2023: 308 Einsätze, 2022: 552 Einsätze; 2021: 1566 Einsätze)
- Auskunft/Beratung /Vermittlung: 59.128 Einsätze (2024: 56.795, 2023: 54.584 Einsätze, 2022: 37.840; 2021: 30.223)
- Anrufe in der Kreisleitstelle: 201.276 Anrufe (davon 82.778 Notrufe), (2024: 193.461 Anrufe, davon 81.187 Notrufe; 2023: 215.704 Anrufe, davon 97.576 Notrufe)



