Altena. Die Stadt Altena hat den Abschlussbericht der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen (gpaNRW) zur überörtlichen Prüfung 2025/2026 erhalten. Das Gesamturteil fällt differenziert aus.
Die Prüfer bescheinigen der Burgstadt in mehreren Bereichen bereits gute Ansätze, sehen zugleich aber erheblichen Handlungsbedarf. Die 205 Seiten starke Analyse beleuchtet die finanzielle Situation sowie zentrale Bereiche der Stadtverwaltung – von den Finanzen über Personal und Digitalisierung bis hin zum Krisenmanagement und der Jugendhilfe.
Die gpaNRW überprüft regelmäßig alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es festzustellen, ob Städte wirtschaftlich, rechtmäßig und zweckmäßig arbeiten, Einsparpotenziale aufzuzeigen und Hinweise für eine zukunftsfähige Verwaltung zu geben. Grundlage der Prüfung ist die Gemeindeordnung NRW. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kommunen sowie einem Vergleich mit Städten ähnlicher Größe.
Haushaltslage bleibt größte Herausforderung
Vor allem die Haushaltslage bleibt aus Sicht der gpaNRW in Altena die größte Herausforderung. Zwar konnte Altena im Jahr 2023 erstmals wieder ein positives Eigenkapital ausweisen, nachdem die Stadt über Jahre bilanziell überschuldet war. Die allgemeine Rücklage ist jedoch aufgebraucht, die Finanzlage bleibt angespannt und die mittelfristige Planung weist erneut Defizite aus. Deshalb muss die Stadt, wie berichtet, mit dem Haushalt 2026 erneut ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen.
Beim Personalmanagement fehlt es an strategischer Ausrichtung
Der Prüfbericht zeigt weitere Optimierungsmöglichkeiten auf. So empfiehlt die gpaNRW unter anderem, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen bei Investitionen verbindlich zu regeln, die Digitalisierung der Verwaltung konsequent voranzutreiben und Verwaltungsabläufe stärker zu standardisieren. Beim Personalmanagement fehle es bislang vielfach an einer strategischen Ausrichtung, obwohl die Stadt bereits gute Grundlagen geschaffen habe.
Besonders deutlich fällt die Kritik am kommunalen Krisenmanagement aus. Zwar habe Altena in den vergangenen Jahren verschiedene Krisen bewältigt und erste Risiken identifiziert. Es fehle jedoch bislang an einem umfassenden Konzept, einer formalen Organisation des Krisenstabs sowie regelmäßigen Übungen und klaren Kommunikationsstrategien für den Ernstfall.
Stärkeres Finanzcontrolling bei Jugendhilfe empfohlen
Auch bei den Hilfen zur Erziehung sieht die gpaNRW Verbesserungsbedarf. Die Aufwendungen liegen über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte. Empfohlen werden unter anderem ein stärkeres Finanzcontrolling, mehr Digitalisierung sowie eine bessere personelle Absicherung der Wirtschaftlichen Jugendhilfe. Positiv bewertet die Gemeindeprüfungsanstalt dagegen unter anderem die bereits weitgehend digitalisierte Gremienarbeit sowie die hohe Erfolgsquote der Stadt bei Vollstreckungen. Gleichzeitig werden aber auch dort weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Stadt muss jetzt Stellung nehmen
Insgesamt enthält der Bericht zahlreiche Feststellungen und Empfehlungen, zu denen die Stadt nach den gesetzlichen Vorgaben Stellung nehmen muss. Die Ergebnisse sollen Rat und Verwaltung dabei unterstützen, die Verwaltung wirtschaftlicher, nachhaltiger, digitaler und krisenfester aufzustellen. Die einzelnen Fachberichte werden nun in den zuständigen politischen Gremien beraten.



