Märkischer Kreis. Weniger Tote, weniger Schwer-, dafür etwas mehr Leichtverletzte: So fällt die Verkehrsunfallstatistik der Polizei im Märkischen Kreis aus. Welche Themen der Polizei aber dennoch Kopfzerbrechen bereiten.
Die Polizei hat die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 im Märkischen Kreis vorgestellt. Landrat Ralf Schwarzkopf und Polizeioberrat Guido Bloch hatten nach Lüdenscheid geladen, um die Zahlen bekannt zu geben. Die Gesamtzahl der Unfälle hat sich mit +26 kaum verändert (14.343). Sieben Menschen starben und damit weniger als noch im Jahr 2024 (11). 192 Menschen (-15 Prozent) wurden schwer und 945 (+6,4 Prozent) leicht verletzt. Zwar verunglückten weniger Kradfahrende auf den märkischen Straßen (98, davon drei Tote). Dafür kamen mehr Kinder auf ihren Wegen zur Schule zu Schaden (142 zu 128). Ein 10-jähriges Mädchen aus Hemer-Ihmert starb. Bloch: „Weniger Tote sind zwar eine positive Entwicklung, aber jeder einzelne Mensch, der auf unseren Straßen ums Leben kommt, ist uns einer zu viel.“
Bei den Hauptursachen für Unfälle mit schwerstem Ausgang sind vor allem Geschwindigkeitsverstöße und solche gegen Vorfahrt/Vorrang sowie Fehler beim Abbiegen von Relevanz und daher auch Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit. Doch es gibt weitere bedenkliche Entwicklungen.
Zwar gab es in Summe weniger Alkoholverstöße im Straßenverkehr. Dafür stieg die Zahl der Menschen, die wegen Drogenverstößen zu Blutproben mussten stark an. Aus 915 im Jahr 2024 wurden 1367 im vergangenen Jahr. Die Polizei wird hier weiter konsequent gegen vorgehen.
Immer mehr Unfälle mit E-Scootern
Ein weiteres Feld, das in den kommenden Jahren die Aufmerksamkeit der Polizei Bedarf, zeigt sich bei sog. E-Scootern. Seit 2020 ist die Zahl der Unfälle unter ihrer Beteiligung kontinuierlich gestiegen. Aus sechs Verunglückten 2020 wurden im zurückliegenden Jahr 49. Für die Nutzung von E-Scooter gelten klare Regeln, wie die Versicherungspflicht und die Erlaubnis zum Gebrauch erst ab 14 Jahren. Da die Regeln nach polizeilicher Beobachtung häufig ignoriert werden, zeichnet sich hier ein weiterer Themenschwerpunkt ab.

Polizeioberrat Guido Bloch (2. v. li.) stellte die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vor. Mit dabei: MK-Polizeichef Ralf Wagener (li.) und Landrat Ralf Schwarzkopf (3. v. li.). Foto: Carsten Menzel
Auch die Nachwehen der Sperrung der Rahmedetalbrücke sind noch nicht vom Tisch. Guido Bloch hierzu: „Der Druck auf den Straßen wird uns trotz intakter Brücke erhalten bleiben. Schon kommendes Jahr werden nach uns vorliegenden Informationen viele wichtige Streckenabschnitte im Kreis gesperrt werden müssen. Es steht zu befürchten, dass die von Baustellen geplagten Verkehrsteilnehmer sich verbotene Schleichwege suchen oder die verlorene Zeit durch Geschwindigkeit wieder reinzuholen versuchen. Das müssen wir im Blick behalten.“
Entwicklung in einzelnen Städten
Im Bereich der Polizeiwache Altena, die für die Burgstadt und die Nachbargemeinde Nachrodt-Wiblingwerde zuständig ist, gab es im vergangenen Jahr 726 Verkehrsunfälle und damit 13 mehr (+ 2 Prozent) als im Jahr 2024 gegeben. Dabei ist die Zahl der Menschen, die dabei verunglückt sind, leicht zurückgegangen. Tödliche Unfälle gab es nicht.
Die Polizeiwache Menden, die zusätzlich auch für Balve zuständig ist, verzeichnete einen geringfügigen Anstieg der Unfallzahl (1950; + 1,1 Prozent). Die Anzahl der Verunglückten stieg von 259 auf 272, wobei die Zahl der Schwerverletzten stagniert. Ums Leben gekommen sind ein 26-Jähriger, der als Beifahrer am 4. März auf der K 11 zwischen Langenholthausen und Garbeck unterwegs war, als der Fahrer des Wagens die Kontrolle verlor, sowie ein 66-Jähriger, der am 12. Oktober auf der Gruländer Straße in Menden beim Überholen mit seinem dreirädrigen Kraftrad von der Straße abkam.
- Verkehrsunfallstatistik 2025 für Iserlohn: Polizei nimmt E-Scooter verstärkt in den Blick (IKZ-Online)
- Verkehrsunfallstatistik 2025 für Hemer: Mehr Unfälle Kinder und Senioren besonders betroffen (IKZ-Online)



