Nachrodt-Wiblingwerde. Besondere Vorsicht ist derzeit am Bahnübergang Helbecke in Nachrodt geboten, denn dort sind Schranken und Ampeln außer Betrieb.
Verunsicherung herrscht am Bahnübergang Helbecke: Die beiden Schranken sind mit schwarzem Klebeband ummantelt und in der geöffneten Stellung eingefroren. Die Ampeln sind mit einem roten Kreuz abgeklebt. Die Nachfrage bei der Pressestelle der Deutschen Bahn NRW ergibt nicht wirklich viel: „Davon ist mir nichts bekannt, das müssen die Kollegen prüfen“, so die Aussage eines Bahn-Sprechers. Wann eine aufklärende Info übermittelt werden kann, könne er nicht sagen. Und weiter: „Ich verstehe sehr gut, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort verunsichert sind – insbesondere, wenn gleichzeitig der Bahnübergang Einsal gesperrt ist und mehr Menschen den Übergang Helbecke nutzen. Details zu Ihrer Anfrage liegen uns derzeit noch nicht vor. Wir gehen davon aus, dass dies mit den Bauarbeiten auf der Ruhr-Sieg-Strecke zusammenhängt.“
Schritttempo, stets bremsbereit sein, Augen und Ohren auf
Laut den gesetzlichen Vorgaben der deutschen Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sowie den offiziellen Sicherheitsrichtlinien für den Bahnverkehr gilt folgendes: „Wenn die Schranken eines Bahnübergangs dauerhaft hochgestellt oder offensichtlich außer Betrieb sind, müssen sich Fußgänger und Verkehrsteilnehmer dem Übergang mit äußerster Vorsicht nähern.“ Dazu gehöre, die Geschwindigkeit stark zu reduzieren, am besten im Schritttempo fahren. Zudem bremsbereit sein: „Stellen Sie sich darauf ein, jederzeit sofort anhalten zu können. Schalten Sie das Radio aus und öffnen Sie das Fenster. Achten Sie auf Pfeifsignale herannahender Züge und schauen Sie die Strecke in beide Richtungen gründlich ab“, lauten die Vorgaben weiter. Im Zweifel warten: Wenn die Sicht eingeschränkt ist (z. B. durch Kurven, Gebüsch oder Nebel) oder man unsicher sei, solle man vor dem Bahnübergang anhalten. Unbedingt sollte die Vorfahrt des Zuges beachtet werden: „Züge haben auf Schienenstrecken immer Vorfahrt. Eine defekte oder abgestellte Schranke hebt diese Vorfahrt nicht auf.“
„Häufig sichert das Bahnpersonal einen solchen Übergang manuell ab“, heißt es weiter – eine derartige Sicherung gab es zumindest am Mittwochnachmittag nicht. Die Züge würden Bahnübergänge in derartigen Fällen extrem langsam anfahren und optische oder akustische Warnsignale abgeben. Blind darauf verlassen sollten sich Verkehrsteilnehmer darauf jedoch nicht.



