Altena. Bei all der Vorfreude auf das Schützenfest in Altena kam bei der Vorstandssitzung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft doch deutlich der Frust hoch. Der Grund: das Sicherheitskonzept und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Hauptmann Alexander Grass fand deutliche Worte.
Grass machte am Freitagabend im Generationentreff am Knerling keinen Hehl daraus, dass ihn die aktuelle Situation zunehmend aufreibt. Obwohl das Sicherheitskonzept seit Monaten hin und her besprochen und immer wieder nach den vielen Bedenken und Wünschen angepasst wird, steht die endgültige Genehmigung weiterhin aus. Unzählige Stunden seien inzwischen investiert worden. Besonders bitter: Auch die notwendige Schießgenehmigung liegt bislang noch nicht vor. „Und das vier Wochen vor dem Fest – es ist zum Kotzen“, platzte es aus dem Hauptmann heraus.

Hauptmann Alexander Grass machte sich beim nervenaufreibenden Thema Sicherheitskonzept für das bevorstehende Schützenfest ordentlich Luft.
Ein Sicherheitskonzept zu erstellen würde immer schwieriger, das stehe außer Frage. Grass mahnte jedoch an, dass niemand mehr Verantwortung übernehmen wolle. „Es gibt keine Macher mehr“, diese Aussage betonte Alexander Grass während seiner Rede mehrmals. Ob Absperrungen, neue Wegeführungen oder neue Vorgaben – „alles für die Sicherheit“, machte Grass deutlich. So werden beispielsweise die Rahmeder Schützen nicht mehr wie früher über Lüdenscheider Straße und Pott-Jost-Brücke – sprich Bundesstraße – sondern über die Südstraße, durch die Bahnunterführung und über die Wacholderbrücke marschieren. Dass die Sicherheit höchste Priorität hat, daran gebe es natürlich innerhalb der Gesellschaft keinerlei Zweifel. Dennoch sei es das ständige Hin und Her, die Vielzahl an Vorschriften und immer neue Anforderungen, weil die Absprachen von vor ein paar Wochen dann doch wieder keine Gültigkeit mehr hätten.
Sternmärsche nur mit einem Aufgebot an Sicherheitsmaßnahmen möglich
Das schlimmste Thema sei die Frage, wie die Schützen von A nach B kämen. Und dann beschrieb der Hauptmann mit deutlichem Unterton, den diesjährigen Ablauf der Sternmärsche, die nur mit einem Aufgebot an Absperrfahrzeugen, Absperrschranken und Absperrpersonal stattfinden könnten. „Und wir mittendrin, fröhlich feiernd, winken den Sicherheitskräften zu, die das alles ganz toll machen“, ließ Grass seiner Ironie freien Lauf und ergänzte: „Ein Wahnsinn, das kostet Unsummen an Knatter!“ Für die Sicherheit ist zudem unterhalb der Lindenstraße ein schmaler Pfad entlang der Lenne, der bisher vornehmlich für Gassirunden benutzt wurde, zu einem Fußweg ausgeweitet worden. Dieser soll den Schützen nun als geschützter, terrorsicherer Fußweg zwischen Schießstand und Zelt dienen, berichtete er.
Bitte jetzt mit Vollgas
Heute Abend (10. Mai) wollen Hauptmann Alexander Grass und Schriftführer Frank Henkel das Sicherheitskonzept nun erneut überarbeitet einreichen. Wieder wurden Änderungen vorgenommen, wieder Anpassungen eingearbeitet. Verbunden ist damit vor allem ein Wunsch: „Ich bitte darum, dass uns die Behörden jetzt mit Vollgas unterstützen, dass das Konzept schnell geprüft und endlich genehmigt wird. Damit die Gesellschaft Planungssicherheit bekommt und wir unser Schützenfest wie geplant feiern können“, verdeutlichte Grass den Ernst der Lage.
Denn alles weitere steht, wie die Berichte von Adjutant Jörg Nielsen und aus den Kommissionen zeigten. Alle berichteten von positiven Entwicklungen und guter Stimmung. Auch das Sorgenkind Blasmusik konnte gelöst werden. „526 Musikerinnen und Musiker aus insgesamt 13 Musikvereinen begleiten unser dreitägiges Schützenfest“, verkündete Dominik Gerland.
Dank an alle: „Grandiose Leistung“
Abschließend übernahm Uwe Kober das Mikrofon. Der Kompanieführer der gastgebenden Kompanie Kelleramt bedankte sich ausdrücklich bei seinem Team, das für die Bewirtung verantwortlich zeichnete. Darüber hinaus ging Kobers Dank raus an alle, die sich innerhalb der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft engagieren. Denn nur durch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer seien ein solches Fest, die zahlreichen Veranstaltungen und das vielfältige Angebot der Gesellschaft überhaupt möglich. „Das muss man erstmal alles so hinbekommen. Eine grandiose Leistung. Danke an alle“, sagte Kober.



