Altena. Simon und Julia sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die sie seit Simons schwerer Erkrankung erfahren. Bei einem Besuch im Krankenhaus berichten die beiden im Gespräch mit LOKALSTIMME, wie unglaublich dankbar sie für die große Unterstützung sind.
Simon war Ende Juni schwer erkrankt und musste in der Folge mehrere Operationen überstehen. Sein Freund Marc Günther rief Mitte August eine Spendenaktion für Simon und seine Familie ins Leben. Die Resonanz darauf ist überwältigend: Rund 92.000 Euro sind inzwischen zusammengekommen. Für Simon und Julia ist diese Hilfsbereitschaft kaum in Worte zu fassen. Mit der Spendenaktion sollen vor allem Fachanwälte finanziert werden sowie die Behandlungskosten, die durch die Folgeerkrankungen entstehen werden
Seit inzwischen zehn Wochen liegt der 35-Jährige in den Märkischen Kliniken. Inzwischen ist er auf der normalen Station der Plastischen Chirurgie. Dort werden die Folgeschäden weiter behandelt. Auch regelmäßige Dialyse gehört jetzt zu seinem Alltag. Für den sportlich aktiven Simon einschneidende Veränderungen. Beruflich ist seine Zukunft derzeit ungewiss.
Viele Besuche und große Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten
Trotz allem ist Simons Humor geblieben, er ist ein echter Kämpfer. Im Krankenhaus kennt man ihn mittlerweile ziemlich gut. „Wenn mich jemand sucht und nach Simon fragt, wissen alle, wo der Weg hingeht“, erzählt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Und Simon bekommt viel Besuch. Allen voran, seine Frau Julia – sie ist jeden Tag bei ihm im Krankenhaus, begleitet Simon durch diese schwierige Zeit. Darüber hinaus kommen Familie, viele Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte regelmäßig, um Simon den Krankenhausaufenthalt ein wenig angenehmer zu machen, und um zu zeigen: Wir sind für dich da.
Besonders freut sich Simon, wenn seine Kinder Fritz (2) und Henri (5) im Krankenzimmer sind. Dann kann es schon einmal etwas turbulenter werden, aber seine Zimmergenossen hätten dafür immer Verständnis gehabt, erzählt Simon. Auch dafür ist er sehr dankbar.
Die Anteilnahme reicht weit über die Familie und den engsten Freundeskreis hinaus. Unter den Unterstützern bei der Spendenaktion auf der Online-Plattform Gofoundme sind sogar Menschen, denen Simon und Julia im Alltag nur gelegentlich begegnet sind, „vielleicht mal beim Einkaufen“, erzählt Julia. Mit dabei viele Bekannte aus früheren Zeiten und Menschen, die sie bislang gar nicht kannten. Viele Spendenbeiträge gingen anonym ein. In unserem Gespräch betonen die beiden immer wieder, wie dankbar sie all den Menschen sind, die an Simon gedacht und der jungen Familie geholfen haben.
Überglücklich und überwältigt
„Es ist einfach der Wahnsinn“, sagen Simon und Julia. Sie seien überglücklich und zugleich immer noch überwältigt von der großen Spendenbereitschaft. Dass so viele Menschen an Simon denken, ihm etwas Gutes tun und helfen möchten, bedeutet den beiden sehr viel. Eine solche Aktion hätten sie selbst niemals ins Leben gerufen. Umso größer sei ihr Dank an ihren Freund Marc Günther, der die Spendenaktion für die Familie organisiert hat.
Fast 92.000 Euro sind inzwischen zusammengekommen. Eine Summe, mit der Simon und Julia niemals gerechnet hätten. Gerade angesichts der ungewissen Zukunft und der vielen Kosten, die auf die Familie zukommen können, sei diese Unterstützung für sie von großer Bedeutung. Doch nicht nur finanziell wird die Familie unterstützt. Simons Eltern Jürgen und Karin sowie Julias Eltern Jochen und Dorothea stehen ihnen immer zur Seite. Auch die Brüder David und Tom helfen mit. Freunde und Freundinnen sprechen sich ab, übernehmen Aufgaben und springen dort ein, wo es gerade nötig ist. „Sie haben für uns gekocht oder unsere Kinder samt Großeltern zum Spielen eingeladen“, erzählt Julia voller Dankbarkeit.
Ausbau für die Familie ins Stocken geraten
Das gilt auch für die Arbeiten am Bau, Simon und Julia bauen derzeit die Scheune auf Hof Tacke um. Simon wollte dort eigentlich selbst viel übernehmen. Das ganze Projekt gerät jetzt allerdings ins Stocken. Und so haben sich Freunde zusammengetan und helfen, damit die anstehenden Aufgaben trotzdem irgendwie bewältigt werden können. Auch die Arbeitgeber von Simon und Julia zeigen Verständnis für die schwierige Situation und unterstützen die junge Familie.
Für Simon steht nach dem Krankenhaus eine Reha-Maßnahme an. Nach den zahlreichen Operationen und den schweren Folgen seiner Erkrankung liegt noch ein langer Weg vor ihm. Noch kann er seine Füße nicht wieder belasten, ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Was kommt, ist derzeit offen. Sie wissen, dass sie längst nicht jeden persönlich erreichen können, der ihnen geholfen hat. Deshalb möchten Simon und Julia auf diesem Weg einfach sagen: „Danke. Für jeden Euro, jede Hilfe und vor allem dafür, dass so viele Menschen an Simon und uns, seine Familie, denken.“



