Altena. Er wollte helfen, aber damit hatte Marc Günther nicht gerechnet: Erst am Donnerstag gegen 17 Uhr hat er die Spendenaktion „Simon kämpft: Er war immer für uns da. Jetzt sind wir dran“ für seinen 35-jährigen Freund aus Altena gestartet – und am Freitagnachmittag (21. August) sind es bereits rund 65.000 Euro von etwa 750 Spendern.
Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Simon Schroer hatte vor 15 Jahren einen schweren Arbeitsunfall, den er nur knapp überlebte. Die gesundheitlichen Folgen dieses Unfalls spielen bei seiner aktuellen schweren Erkrankung eine große Rolle. Simon lag zuletzt auf der Intensivstation, hat bleibende Schäden davongetragen und ist auf tägliche medizinische Behandlung angewiesen. Wie es beruflich für ihn weitergeht, ist derzeit offen.
Eine extrem schwierige Situation für die junge Familie
Mit der Spendenaktion soll vor allem ein Fachanwalt finanziert werden, der für Simon und seine Familie klärt, welche Ansprüche ihnen möglicherweise zustehen. „Die Familie soll sich in dieser ohnehin extrem schwierigen Situation nicht auch noch um die Kosten und ein kompliziertes Verfahren kümmern müssen. Was darüber hinaus von den Spenden benötigt wird, soll direkt Simon und seiner Familie zugutekommen“, erklärt Marc Günther, Initiator der Spendenaktion auf der Online-Plattform Gofundme.
Marc Günther kennt Simon seit Kindertagen. Mit dieser Resonanz auf den Spendenaufruf habe er niemals gerechnet. „Das ist einfach Wahnsinn“, sagt er im Gespräch mit LOKALSTIMME – und ist selbst sichtlich glücklich darüber, was sich innerhalb von nicht einmal 24 Stunden entwickelt hat. Besonders berührt ihn, wer alles spendet. „Darunter sind Menschen, die Simon noch aus der Grundschule kennen und seit vielen Jahren überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihm hatten. Alte Weggefährten, Vereinskollegen, Freunde und Bekannte – viele haben nicht lange gezögert.“
Immer wieder bekommt Günther Nachrichten von Menschen, die sagen: „Endlich können wir etwas tun.“ Denn viele Menschen in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde, wo Simon zusammen mit Heiner Tacke den Tannenhof Tacke betreibt, verfolgen das Schicksal von Simon und seiner Familie, wissen aber nicht, wie sie konkret helfen können. Die Spendenaktion gibt ihnen jetzt die Möglichkeit, etwas beizutragen.
Große Freude über die Unterstützung
Die Familie selbst möchte sich derzeit nicht öffentlich äußern. Die Situation mit Krankenhaus, Operationen, den gesundheitlichen Folgen und den vielen offenen Fragen ist belastend genug. Umso größer ist aber ihre Freude über diese Welle der Unterstützung, die sie gerade erfahren. Dafür sind sie unendlich dankbar.
Da die Spenden nicht abreißen, wurde das Spendenziel vom System mittlerweile auf 120.000 Euro gesetzt. Für Marc Günther ist die Aktion längst mehr als eine Spendensammlung. Sie zeigt ihm, wie viele Menschen an Simon denken, mit seiner Familie mitfühlen und auf diese Weise sagen: Wir wollen helfen. Was innerhalb kürzester Zeit entstanden ist, ist für ihn deshalb vor allem eines: ein überwältigendes Zeichen der Solidarität. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Es ist einfach unglaublich“, freut sich Marc Günther von Herzen. Wer die Familie unterstützen möchte, findet unter diesem Link die Spendenaktion.



