Märkischer Kreis. (pmk) . In einer Feierstunde hat Landrat Marco Voge das neue Archivgebäude für das Kreisarchiv und die Landeskundliche Bibliothek in Altena am Dienstag, 16. August, offiziell eröffnet. Nunmehr befinden sich alle Magazinbestände, die vorher auf mehrere Standorte verteilt waren, unter einem Dach. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 21. August, bietet es ein abwechslungsreiches Programm.

„Bücher sind die Hüter des Wissens, sie speichern alles Wissenswerte unter ihren Buchdeckeln,“ zitierte Landrat Marco Voge die rheinischen Lyrikerin und Autorin Monika Kühn-Görg in seiner Begrüßungsrede am neuen Archiv- und Bibliothekszentrum in der Bismarckstraße 21 in Altena. „Die Aufgabe eines Archivs ist es, Dokumente über wichtige Ereignisse für die Nachkommen zu erhalten. Sie erschließen die Vergangenheit für die Zukunft. Dabei ist die Einrichtung von Kommunalarchiven keine freiwillige Aufgabe, sondern im Landes-Archivgesetz gesetzlich vorgeschrieben. In den neuen Magazinen haben wir nun klimatisch optimale Lagebedingungen geschaffen, um dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden und die wertvollen und teilweise unersetzbaren Zeitdokumente der Nachwelt zu erhalten“, strich Voge in Anwesenheit von Altenas Bürgermeister Uwe Kober und weiteren geladenen Gästen aus Politik und Verwaltung heraus.


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Voge erinnerte daran, dass der Kreistag 2017 die Grundsatzentscheidung zum Abriss des ehemaligen Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs und Neubau des Kreisarchivs und der Landeskundlichen Bibliothek getroffen hat. Der Grund: Das Kreisarchiv platzte mit rund 3,5 Kilometer Aktenmaterial aus allen Nähten. Die Bestände des Archivs und die der Landeskundlichen Bibliothek mussten auf Büroflächen in den beiden Altenaer Kreishäusern und im Altenaer Berufskolleg verteilt werden. Statik-, Flucht- und Brandschutzvorgaben verringerten darüber hinaus die Magazinflächen. Die Übernahme neuer Akten war nicht mehr möglich – ein Neubau daher unumgänglich. Nach Abbruch des ehemaligen Berufskollegs erfolgte im November 2020 der Baubeginn. Im Juni 2021 war der Rohbau fertiggestellt und im Juli 2022 konnte der Umzug in das neue Gebäude erfolgen.

Das neue Kreisarchiv umfasst jetzt fünf Geschosse. Neben dem Kreisarchiv und der Landeskundlichen Bibliothek sind hier auch die Büroräume des Fachdienstes „BAföG und sonstige Hilfen“ untergebracht. Auf den 650 Quadratmetern Bürofläche wurden insgesamt 18 moderne Arbeitsplätze eingerichtet, davon sechs für das Kreisarchiv und die Landeskundliche Bibliothek. Die Archivfläche umfasst insgesamt 1.080 Quadratmeter. Eingebettet ist das neue Gebäude von rund 9.300 Quadratmetern Grünfläche. Die Investitionssumme beträgt rund sechs Millionen.

Für die geleistete Arbeit dankte Landrat Voge allen an dem Projekt Beteiligten: den Vertretern der Kreisfraktionen, den Vorsitzenden der Fachausschüsse, dem Team des Schalksmühler Planungsbüros bramey.partner Architekten, dem Team des Gebäudemanagements des Kreises sowie den neuen Nutzern. Bevor er offiziell den Schlüssel an Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski und Fachdienstleiter Uwe Lenczewski überreichte, wies Voge auf den „Tag der offenen Tür“ hin.

Tag der offenen Tür am Sonntag

Am Sonntag, 21. August, begrüßt Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper um 11 Uhr die Gäste. Von 11 bis 18 Uhr erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Dazu gehören zum Beispiel kostenlose Mitmachaktionen:

  • „Keinen Block dabei?“: Papier selbst schöpfen
  • „Mit Tusche und Feder“: Mittelalterliche Schreibstube
  • Gedächtnistraining im Archiv: Mit Archivalien Memory spielen

Unter dem Titel „Wertvoller Schatz oder brüchiges Wrack?“ schätzt Antiquar Michael Melzer aus Lüdenscheid von 15 bis 17 Uhr den Wert der Bücher, die die Besucher mitbringen können. (Zimmer 013).
Jeweils um 11.30, 13.30, 15.30 und 17 Uhr starten im Foyer Führungen durch die modernen Archiv- und Bibliotheksmagazine. Der Vortrag: „Chancen für Kinder: Das Bildungs- und Teilhabepaket“ wird jeweils um 12, 14 und 16 Uhr im Besprechungsraum im ersten Obergeschoss angeboten. Im Anschluss folgt jeweils der Vortrag „Wenn Kinder groß werden: Ausbildungsförderung im Märkischen Kreis“ um 12.30, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr. Wie man in der Landeskundlichen Bibliothek geeignete Literatur recherchiert, wird um 13 und 15 Uhr im Lesesaal erklärt.
Live-Musik gibt es an diesem Tag von der mobilen Band „Eva´s Apfel“ – professionelle Musikerinnen, die am Kreisarchiv mit Showeinlagen in das Jahrzehnt der Goldenen Zwanziger entführen. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zum Hintergrund:

Das Kreisarchiv des Märkischen Kreises ist eines der größten und ältesten Kreisarchive in Westfalen. Seine Anfänge gehen in das Jahr 1875 zurück. Die Landeskundliche Bibliothek umfasst rund 65.000 Bücher und mehrere Hundert Zeitschriften, Jahrbücher und Geschäftsberichte. Dazu kommen 150.000 Fotos und Negative, 10.000 Post- und Ansichtskarten sowie 65.000 Bücher und 5.000 alte Drucke. Sie enthält zudem Werke über den Hochsauerlandkreis sowie die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Soest. Sie ist damit die größte und traditionsreichste Spezialbibliothek zu Kultur und Geschichte der Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises mit seinen 15 Städten und Gemeinden. Zu den Glanzlichtern der Landeskundlichen Bibliothek gehören rund 5.000 Bücher, die größtenteils aus südwestfälischem Adelsbesitz stammen. Die wertvollen Bände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind Raritäten, die es teilweise weltweit nur in dem in Altena vorhandenen Exemplar gibt.

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