Altena/Oberhausen. „Ich hätte es mir nicht schöner ausmalen können“ – es war ein ganz besonderer Abend für Lena Schätte: Ihr Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ist am Samstag (7. November) im Theater Oberhausen uraufgeführt worden.
Die Altenaer Autorin Lena Schätte, ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, feiert mit ihrem zweiten Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ große Erfolge und erfährt international Anerkennung. Zusammen mit ihrer Familie fuhr sie am Samstag nach Oberhausen, um dort die Uraufführung ihres Romans mitzuerleben. Ihr Fazit: „Es war ein voller Erfolg. Ich hätte es mir nicht schöner ausmalen können“, sagt sie im Gespräch mit LOKALSTIMME.
Besonders angetan war Schätte von der schauspielerischen Leistung und der Art, wie Regisseurin Katharina Bill ihren Roman für die Bühne bearbeitet hat. „Tolles Schauspiel, die Bearbeitung hat wahnsinnig gut zum Text gepasst. Ganz reduziert, zurückhaltend und trotzdem mega emotional und sehr direkt – das hat dem Text wahnsinnig gut gestanden“, schwärmt die Autorin. Ihr Urteil steht auch für die besondere Wirkung dieser Inszenierung: Sie verzichtet auf große Gesten und setzt stattdessen auf eine zurückgenommene, eindringliche Erzählweise.

Lena Schätte wurde nach der Uraufführung ihres Romans auf der Bühne des Theaters Oberhausen vom Publikum und dem gesamten Ensemble gefeiert.
Inhaltlich erzählt der Roman vom Aufwachsen im Sauerland, in einer Familie, deren Alltag zunehmend vom Alkohol bestimmt wird. Im Mittelpunkt steht die junge Motte, die schon als Kind erlebt, wie die Sucht ihres Vaters das Familienleben prägt und zerstört. Zugleich bleibt die Beziehung zwischen Tochter und Vater von widersprüchlichen Gefühlen bestimmt: von Nähe und Zuneigung ebenso wie von Verletzungen und Enttäuschungen. Auch Motte selbst gerät später in den Sog des Alkohols.
Auf der Bühne: Nicht-professionelle Darstellerinnen und Darsteller
Katharina Bill hat für die Bühnenfassung die bruchstückhafte Erzählstruktur des Romans beibehalten. Das Online-Portal nachtkritik.de schreibt; „Auch das Spiel des Ensembles strahlt etwas Authentisches aus und zeugt doch immer auch von einer dezidierten Distanz. Die nicht-professionellen Darstellerinnen und Darsteller beglaubigen den realistischen Ton von Schättes Roman allein durch ihre natürliche Präsenz auf der Bühne, setzen aber nie auf simple psychologische Einfühlungsstrategien. Ihr Spiel bleibt Spiel und öffnet so den Blick auf gesellschaftliche Strukturen.“ Die Theaterkritik würdigt die Umsetzung als „unsentimental und packend“. Die Ambivalenz der Familiengeschichte bleibe sichtbar: „Der Alkohol ist nicht nur zerstörerische Kraft, sondern verbindet die Familienmitglieder auf schmerzhafte Weise zugleich.“
Lena Schätte bleibt weiterhin mit dem Theater Oberhausen in Kontakt und: „Ich gehe ganz sicher noch ein zweites und sicher auch ein drittes Mal in das Stück“, sagt sie und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Wer sich ebenso eine der weiteren Aufführungen ansehen möchte: Die nächste Vorstellung, für die es noch Karten gibt, findet am 5. Dezember um 19.30 Uhr im Studio des Theaters Oberhausen statt. Weitere Informationen und Tickets gibt es auf der Website des Theaters.



