Altena. Es gibt gute Nachrichten von der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft Altena: Der Adler ist fertig und die Schießgenehmigung für das Schützenfest ist per E-Mail eingeflattert.
In der Tischlerei Harte an der Bachstraße in Altena wurde jetzt der neue Schützenadler vorgestellt. Hauptmann Alexander Grass begutachtete gemeinsam mit einer Abordnung des geschäftsführenden Vorstandes sowie des Gesamtvorstandes der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG) das Werk von Björn Boshe-Plois gefertigt wurde.
Jetzt fehlt nur noch die Freigabe für das Sicherheitskonzept
Und der Hauptmann hatte direkt noch eine wichtige Nachricht im Gepäck: Die lange erwartete Schießgenehmigung ist inzwischen per E-Mail eingetroffen. Nachdem während der Vorstandssitzung in der vergangenen Woche noch Unsicherheit rund um die Genehmigung bestanden hatte, ist damit eine wichtige Entscheidung für das Schützenfest gefallen. Jedoch fehlt weiterhin die Freigabe für das umfangreiche Sicherheitskonzept.
Kreative Arbeit von Björn Boshe-Plois
Der neue Adler präsentiert sich in elegantem Schwarz mit goldenen, roten und gelben Details. Für Boshe-Plois ist die Fertigung jedes Mal eine besondere Aufgabe. „Es ist die Fortführung der Tradition hier in unserer Werkstatt und jedes Mal wieder eine kreativer Arbeit“, so der Fachmann im Gespräch mit LOKALSTIMME. Trotz Schablonen und Abbildungen von früheren Exemplaren sei es immer wieder eine Herausforderung, den Adler so hinzukriegen, dass er den Vorgängern ähnelt. Umso freudiger schaut er jetzt auf das Ergebnis: „ein Prachtexemplar“, wie ihm bescheinigt wurde. Seit 2018 fertigt Boshe-Plois den Schützenadler eigenverantwortlich an. Bereits seit 2003 arbeitet er – damals noch als Lehrling – gemeinsam mit seinem früheren Chef Jochen Harte an den traditionellen hölzernen Gesellen.
„Ich kann nicht auf eins meiner Werke schießen“
Rund 60 Arbeitsstunden stecken im diesjährigen Werk. Die Flügel sind auf Wunsch des geschäftsführenden Vorstandes dünner gearbeitet, um die Chance für die Schützen zu erhöhen, die Flügel auch abzuschießen. Die waren nämlich in der Vergangenheit schon mal viel zu hartnäckig gewesen. Gefertigt wird der Vogel aus Weichholz, das dafür sorgt, dass die Geschosse sicher im Holz beziehungsweise im Kugelfang bleiben. Ein Netz unterhalb des Schießbereichs sorgt zudem dafür, dass später keine Teile verloren gehen. Selbst auf den Adler zu schießen, kommt für Bohse-Plois übrigens nicht infrage – „ich kann nicht auf eins meiner Werke schießen“, sagt er. Zudem ist er vor und während des Schießens für zahlreiche weitere Aufgaben verantwortlich.
Hauptmann Alexander Grass, Schriftführer Frank Henkel und Fähnrich Hendrik Bierwirth sowie der amtierende Schützenkönig Michael Funnemann, Oliver Tank, Kompanieführer Nette, und Heiko Schillo, Kompanieführer Rahmede, dankten Björn Bohse-Plois ausdrücklich für seine gute Arbeit. Laut Schützenlexikon der FWG werden „etwa 2.000 Schuss auf den Adler abgefeuert, bevor derjenige Schütze König wird, der den letzten Rest von der Stange holt“. Beim Schützenfest 2023 waren es genau 1.686 Schüsse, ehe der Vogel um 15.31 Uhr fiel, und Michael Funnemann aus der Kompanie Kelleramt Schützenkönig wurde.

Michael Funnemann (r.) freut sich noch immer über seinen Adler, den er 2023 von der Stange holte. Wie deutlich zu sehen ist, schaffte es damals niemand die Flügel abzuschießen.
Adlergeleit und Adlerabend
In der kommenden Woche erhält der Adler sein traditionelles Geleit: Am Donnerstag, 22. Mai, treten die Schützen um 18 Uhr an der ehemaligen Firma Berg in der Rahmede an. Das sogenannte Adlergeleit – auch Adlertransport genannt – gehört seit vielen Jahren zu den festen Bestandteilen der Schützenfesttradition in Altena. Dabei wird der Schützenvogel feierlich aus der Rahmede in die Altenaer Innenstadt überführt, wo er im Schaufenster der Buchhandlung Katerlöh ausgestellt wird.
Kurz vor dem Schützenfest bringt die Kompanie Freiheit den Adler schließlich weiter zu seinem „Nest“ am Schießstand am Lennestein. Die Schützen der Kompanien Rahmede und Freiheit marschieren dabei von ihren jeweiligen Sammelpunkten in Richtung Innenstadt und von dort bis zum Markaner und wieder zurück. Im Anschluss zieht der Festzug weiter zum Haus Lennestein, wo der traditionelle Adlerabend gefeiert wird. Mit Blasmusik, Bier und bester Laune stimmen sich die Schützen auf das bevorstehende Schützenfest ein.
Das Altenaer Schützenfest findet traditionell alle drei Jahre rund um Fronleichnam statt und dauert vier Tage. In diesem Jahr findet das Fest vom 4. bis 7. Juni statt. Zum Programm gehören unter anderem der Große Zapfenstreich, das Vogelschießen am Freitag, die große Parade am Samstag sowie der traditionelle Seniorennachmittag am Sonntag im Zelt, zu dem alle älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen sind.



