Märkischer Kreis. UGG zieht sich weitgehend aus dem Märkischen Kreis zurück, doch der Glasfaserausbau soll weitergehen. Der Kreis und die Kommunen trafen sich zum Austausch.
Die Koordinatoren für digitale Infrastruktur im Märkischen Kreis, Matthias Pohl und Thomas Hoheisel, stehen im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen rund um den eigenwirtschaftlichen UGG-Glasfaserausbau im engen Kontakt mit den sieben betroffenen Städten und Gemeinden. Das Unternehmen UGG hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den ursprünglich geplanten Ausbaubereich deutlich zu reduzieren und sich aus einigen Kommunen komplett zurückzuziehen.
In einer gemeinsamen Videokonferenz haben Pohl und Hoheisel sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen die aktuelle Lage erörtert und das weitere Vorgehen gemeinsam abgestimmt. Betroffen sind die Städte Iserlohn, Hemer, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Lüdenscheid und Halver. Kreis und Kommunen suchen gemeinsam mit allen Telekommunikationsunternehmen am Markt nach Lösungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Ziel bleibt eine möglichst flächendeckende, leistungsfähige und zukunftssichere Glasfaserversorgung im gesamten Kreisgebiet. „Wir lassen die betroffenen Kommunen mit der Situation nicht allein. Der ständige und enge Austausch mit allen Beteiligten ist wichtig, um gemeinsam gute Lösungen zu finden“, sagt Koordinator Matthias Pohl.
Wichtig für die Einordnung der aktuellen Situation ist der grundlegende Unterschied zwischen eigenwirtschaftlichem und gefördertem Glasfaserausbau. Der Märkische Kreis kann nur den geförderten Glasfaserausbau steuern. Dieser wird durch öffentliche Mittel von Bund, Land und Kommunen finanziert und darf nur in Gebieten zum Einsatz kommen, in denen ein Ausbau für private Unternehmen wirtschaftlich nicht darstellbar ist und ein sogenanntes „Marktversagen“ vorliegt. Gebiete, in denen der Netzbetreiber Vodafone ein Kabel-TV-Netz anbietet, verfügen bereits über einen gigabitfähigen Internetanschluss und sind nicht förderfähig. Nach Bewilligung von Fördermitteln werden die entsprechenden Ausbauprojekte vom Kreis ausgeschrieben.
Förderprogramme erst bei „Marktversagen“ möglich
Im eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau investieren alleinig private Telekommunikationsunternehmen – ohne öffentliche Mittel. Sie entscheiden auf Basis wirtschaftlicher Kriterien, wann und wo ein Ausbau erfolgt. Vor diesem Hintergrund bitten der Märkische Kreis und die jeweiligen Kommunen darum, sich bei Fragen direkt an das jeweilige Telekommunikationsunternehmen zu wenden – in diesem Fall an die UGG, die hierfür eine Hotline (0800/4101410) eingerichtet hat.
Unabhängig davon bleibe der Märkische Kreis wie in den vergangenen Jahren aktiv: Die Koordinatoren Matthias Pohl und Thomas Hoheisel stehen in kontinuierlichem Austausch mit den Kommunen und den am Markt befindlichen Telekommunikationsunternehmen. Ziel ist es, die Gebiete möglichst eigenwirtschaftlich mit moderner Glasfaser zu erschließen. Nur wenn ein eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau nicht realisierbar ist und auch kein Kabel-TV-Netz verfügbar ist, rückt die Nutzung von Förderprogrammen in den Fokus, um in den betroffenen Regionen eine leistungsfähige Versorgung sicherzustellen.
Sobald neue Ausbaugebiete feststehen, werden diese unter anderem im Glasfaseratlas des Märkischen Kreises veröffentlicht. Bürgerinnen und Bürger können sich dort jederzeit über den aktuellen Stand sowie geplante Maßnahmen informieren.



