Märkischer Kreis. Die Kreisumlage steigt im Märkischen Kreis wohl nicht so stark wie angenommen, verkündete der Landrat am Donnerstag im Kreisausschuss. Doch stehen nun Einschnitte beim Nahverkehr bevor?
Die Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis können etwas aufatmen: Die Kreisumlage steigt offenbar nicht so deutlich wie zwischenzeitlich befürchtet. Im Kreisausschuss am Donnerstag wurden deutliche Einsparpotenziale aufgezeigt, erklärt der Kreis in einer Pressemitteilung. Die endgültige Abstimmung über den Haushalt findet im Kreistag am kommenden Donnerstag, 19. März, statt.
Landrat Ralf Schwarzkopf führte im Ausschuss aus, dass die vorläufige Finanzplanung des Kreishaushalts bei den Kommunen für Diskussionen und Unruhe gesorgt habe. „Das ist absolut nachvollziehbar, wenn man die angespannten Haushaltslagen der Städte und Gemeinden sieht“, erklärte der Landrat. „Jetzt ist es wichtig, dass die notwendigen Einsparungen von der demokratischen Mitte mehrheitlich getragen werden. Das unterstreicht nicht nur pragmatische Verantwortung, sondern auch den gemeinsamen Willen, tragfähige Lösungen zu entwickeln – gerade in Zeiten knapper Kassen.“
Der Kreis betont, dass der Haushalt in weiten Teilen durch gesetzliche Vorgaben bestimmt sei. Der Großteil der Gesamtaufwendungen entfällt auf Pflichtaufgaben, Umlagen und Kostenentwicklungen, die durch Bundes- oder Landesgesetze oder externe Faktoren vorgegeben sind. Sozialleistungen und die Landschaftsumlage, über die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitfinanziert wird, machen allein rund 72 Prozent des gesamten Umlagebedarfs aus. „Da, wo er kann, will der Märkische Kreis selbstverständlich unbedingt sparen“, heißt es in der Pressemitteilung.
Landrat Ralf Schwarzkopf habe seit seiner Amtsübernahme im November 2025 eine konsequente Überprüfung von Prozessen und Aufgaben innerhalb der Kreisverwaltung angestoßen. Ziel ist es, effizienter zu werden und den Kreishaushalt dauerhaft zu entlasten.
Entlastungen hauptsächlich in vier Bereichen
Die Entlastungen ergeben sich insbesondere aus vier zentralen Bereichen der Haushaltsplanung der nächsten Jahre: Im Personalbereich sind bereits in diesem Jahr 2026 Einsparungen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro berücksichtigt. Durch konsequente Aufgabenkritik und organisatorische Anpassungen sollen auch in Zukunft Strukturen und Prozesse effizienter gestaltet werden.
Auch bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) wird konsolidiert. In Abstimmung zwischen Landrat, Beteiligungsmanagement und Geschäftsführung, die regelmäßig in Jour Fixes zusammenkommen, wird unter anderem das Leistungsangebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) überprüft. Ab 2027 sind Einsparungen von rund drei Millionen Euro (Zuschussplanung bislang: 40,6 Millionen Euro) vorgesehen. Diese sollen 2028 auf rund 9,3 Millionen Euro (Planung bislang: 44,2 Millionen Euro) und bis 2029 auf fast 14 Millionen Euro anwachsen (Planung bislang: 48,4 Millionen Euro).
Geplante Einsparungen im ÖPNV stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kreistages sowie der betroffenen Städte. Da die vorgesehenen Maßnahmen auch Leistungskürzungen im Nahverkehr umfassen können, seien die Kommunen als zentrale Akteure in den Entscheidungsprozess eingebunden.
Im Bereich der Märkischen Kliniken ist vorgesehen, den Verlustausgleich ab 2027 um rund eine Million Euro pro Jahr zu reduzieren. Damit sinkt der geplante Kreiszuschuss für das Jahr 2027 von bisher 8,9 auf rund 7,9 Millionen Euro.
Zusätzliche Einsparungen ergeben sich zudem aus der Entwicklung der Landschaftsumlage. Für das Jahr 2026 wird mit einem Umlagesatz von 18,45 Prozent gerechnet. Für den Kreis bedeutet das eine Umlage von 165,9 Millionen Euro – statt bisher 171,9 Millionen Euro. Im Jahr 2027 soll die LWL-Umlage um 6,7 Millionen Euro, 2028 um 7,0 und 2029 um 7,7 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen sinken.



