Altena. Für die Band Lenniac ist es ein ganz besonderes Jahr: Ihre Popularität wächst stetig, und längst sind sie weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ein weiterer Meilenstein folgt nun beim diesjährigen Schützenfest in Altena: Erstmals steht die Gruppe im Festzelt auf der großen Bühne – ein lang gehegter Traum, der endlich Wirklichkeit wird.
„Das ist eine große Sache für uns“, sagt Alex Schmitz, Sprecher der Band und Gitarrist. Die Vorfreude sei bei allen deutlich spürbar. Seit Wochen laufen die Proben auf Hochtouren, denn dieser Abend im Schützenzelt der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft soll unvergesslich werden – für die Band und für das Publikum.
Vom Selfie vor der Bühne zum Auftritt im Rampenlicht
Ein paar Jahre ist es her, da standen Sängerin Yvonne Waschke, Gitarrist Alexander Schmitz und Bassist Henning Marquardt noch als ganz normale Gäste im Schützenfestzelt – direkt vor der Bühne. Sie machten ein Selfie und meinten so: „Hier wollen wir auch mal irgendwann abrocken“. Damals war es ein Wunsch, am 5. Juni wird er Realität. Am Schützenfest-Freitag stehen sie dort, wo sie sich einst selbst fotografiert haben – im grün-weißen Scheinwerferlicht.

Damals standen die drei noch als Gäste vor der Bühne im Schützenzelt, am 5. Juni steht die Altenaer Band Lenniac als Top-Act auf der Bühne. Foto: Privat
Von „Atemlos“ bis „Killing in the Name“
Musikalisch setzt Lenniac auf maximale Bandbreite. Das Repertoire ist tanzbar, mitreißend und zugleich rockig. Pop ist dabei, Schlager gehören genauso dazu – und auch echte Rockklassiker. „Von Atemlos durch die Nacht bis Killing in the Name wird alles dabei sein“, sagt Yvonne Waschke. Zwischen 22 Uhr und etwa 3 Uhr morgens steht die Band auf der Festzeltbühne. Rund 60 Songs werden sie in dieser Zeit performen – ein echtes Mammutprogramm. Besonders beeindruckend: Yvonne Waschke und Nico Koslowski lernen sämtliche Texte auswendig. Ablesen kommt für die beiden nicht infrage. „Wir wollen frei singen, mit dem Publikum interagieren und die Stimmung direkt aufnehmen“, erklären sie. Nur so entstehe die besondere Energie, die ein Publikum zum Beben bringt.

Mit dem Publikum in Kontakt zu treten das ist der Party-Band sehr wichtig. Hier beweisen Gitarrist Marcel Reischl (l.) und Sänger Nico Koslowski, wie viel Spaß das macht. Foto: Ilka Kremer
Herzlich aufgenommen – neue Klangfarben im Ensemble
Für den großen Abend hat sich die Band verstärkt: Kathrin Verschueren am Saxophon sowie ihr Ehemann Guy an Posaune und Trompete erweitern das Ensemble. Beide kommen ursprünglich aus Blasorchestern und wagen nun den Schritt in die Welt der Party- und Rockmusik. Die Freude ist groß – nicht nur über den Auftritt, sondern auch über das Miteinander. „Wir wurden total herzlich aufgenommen“, sagen die beiden. Die Proben seien intensiv, aber von gegenseitigem Respekt geprägt. Guy formuliert es auf seine Weise: „Es ist total cool – eine neue, geile Erfahrung.“ Für beide ist es spannend, den orchestralen Hintergrund gegen die Dynamik einer Liveband im Festzelt zu tauschen. Seit Dezember probt die erweiterte Formation in einem größeren Raum. Songs wurden neu arrangiert, Bläsersätze präzise eingearbeitet, Übergänge abgestimmt. Schritt für Schritt wächst der neue, kraftvolle Bandsound.

Neu dabei und herzlich aufgenommen: Kathrin am Saxophon und ihr Ehemann Guy an Posaune und Trompete. Foto: Ilka Kremer
Demokratie statt Starallüren
Was Lenniac besonders macht, sei die interne Kultur, erklärt Frontfrau Yvonne Waschke. In der Band herrsche Demokratie. Jeder kann Ideen einbringen, jeder darf mitgestalten. „Starallüren hat hier keiner.“ Natürlich gebe es auch mal Reibereien und unterschiedliche Meinungen. Doch am Ende zähle die gemeinsame Sache. „Wir diskutieren, finden Lösungen – und entscheiden im Sinne der Musik.“ Dieses Miteinander schweiße zusammen.

Schlagzeuger René Heimowski schätzt das Miteinander in der Band sehr. Er kommt aus Affeln und ist seit Dezember 2021 Mitglied der Band. Er sagt: „Nie war Kritik so produktiv wie hier.“ Foto: Ilka Kremer
Schützenfest feiern – aber anders als sonst
Für die Männer der Band, die selbst Schützen sind, wird das diesjährige Fest allerdings anders verlaufen als gewohnt. Normalerweise heißt es am Freitagmorgen um 5 Uhr: Antreten. Dann wird auf den Adler geschossen, es wird gefeiert – und traditionell fließt dabei auch das eine oder andere Bier.
In diesem Jahr ist das keine Option. Bereits gegen 14 oder 15 Uhr steht der Soundcheck im Zelt an. Konzentration ist gefragt, Disziplin ebenso. Der Auftritt dauert mehrere Stunden – „das ist ein verantwortungsvoller Job“, weiß Alex. Und: „Es ist ein langer Gig, und wir wollen unsere Sache richtig gut machen“, betont er. Dafür nehmen die Musiker gerne in Kauf, auf manche liebgewonnenen Schützenfest-Gewohnheiten zu verzichten.
Keine Konzerte in Altena vor dem Schützenfest
Vor dem Schützenfest wird Lenniac in Altena keine Konzerte geben – so die Abmachung mit der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft. Wer die Band aber zuvor live erleben möchte, hat dazu am 14. März beim Gertrüdchen in Neuenrade Gelegenheit. Dort tritt Lenniac noch zu siebt auf, nämlich mit Yvonne Waschke, Nico Koslowski, Alex Schmitz, Marcel Reischl, Henning Marquardt und René Heimowski. In der neuner Formation, also plus Kathrin und Guy Verschueren, performen sie dann am 18. April in „Nanni’s Kirchhahn“ in Lüdenscheid. Tickets zu diesem Konzert gibt es für 13 Euro im Vorverkauf bei Elektro Schmitz in Altena.



