Altena. Wer leichtfertig Nacktfotos an eine vermeintliche Traumfrau bei Tinder verschickt, kann schnell zum Opfer einer Erpressung werden. Genau das ist nun einem Mann aus Altena passiert.
Mit der Veröffentlichung seiner Nacktfotos wird ein 23 Jahre alter Mann aus Altena erpresst, berichtet die Polizei. Über die Dating-App Tinder lernte er eine Person kennen, die sich als Frau ausgab und mit der er nach einigen Textnachrichten auch intime Bilder austauschte. Als die Person damit drohte, die Aufnahmen zu veröffentlichen, sollte der 23-Jährige kein Geld zahlen, erfüllte der junge Mann die Forderung. Doch damit war die Sache nicht erledigt. Als der Erpresser mehr Geld wollte, ging der Mann zur Polizei und erstattete Anzeige.
Ein ganz ähnlicher Fall ereignete sich fast zeitgleich in Schalksmühle, wo ein 61-Jähriger ebenfalls Nacktbilder versendete und anschließend erpresst wurde. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser als „Sextortion“ bekannten Masche. Die Täter lauern in sozialen Netzwerken, auf Dating-Plattformen oder schreiben ihre Opfer auf Verdacht per Messenger an. Deshalb sollten Nutzer dieser Medien vorsichtig sein bei Freundschaftsanfragen völlig Fremder. Beim Online-Flirt wird es besonders brenzlig, wenn die Kommunikation auf Videochats wechselt. Wer sensible Daten im Internet preisgibt, muss sich im Klaren sein: So etwas lässt sich nicht mehr „zurückholen“. Zu diesen Daten gehören neben Angaben zum vorhandenen Vermögen oder Personalausweis-Kopien eben auch Fotos und Filme – egal ob mit oder ohne Kleidung.
Polizei rät dazu, nicht auf Forderungen einzugehen
Auch zerbrochene Beziehungen führen gelegentlich zu Erpressungsversuchen, wenn während der noch intakten Beziehung allzu freizügige Fotos oder Filme gemacht wurden. Schließlich gibt es noch Erpressungsversuche auf bloßen Verdacht: Die Täter schicken Mails oder Messenger-Nachrichten und behaupten lediglich, heimlich erstellte, kompromittierende Aufnahmen ihrer Opfer zu haben. Irgendjemand bekommt immer ein schlechtes Gewissen und er zahlt „zur Sicherheit“. Hinzu kommen in jüngster Zeit die Möglichkeiten KI-generierter Bilder.
Wer auf eine der Sexting-Masche hereingefallen ist und auf die Forderungen eingeht, der riskiert jedoch immer weitere Nachforderungen. Deshalb rät die Polizei davon ab, auf Forderungen einzugehen, und stattdessen Anzeige zu erstatten.



