Menden-Lendringsen. Das Jugendamt betreut weiter die Familie mit den sechs Kindern, die am Freitag verwahrlost und unbeaufsichtigt in Lendringsen gefunden wurden. So läuft ein solcher Einsatz für die Sozialarbeiter der Stadt ab.
Nach der Inobhutnahme von sechs verwahrlost wirkenden Kindern in Lendringsen am Freitag wird die Familie, also sowohl die Kinder als auch deren Mutter, weiter durch das Jugendamt betreut, teilt die Stadt Menden mit.
„Weitere Informationen zu diesem konkreten Fall wird es aufgrund der Schutzwürdigkeit der Kinder und der Persönlichkeitsrechte Minderjähriger nicht geben“, stellt die Behörde zudem klar, informiert in der Pressemitteilung aber über den allgemeinen Ablauf in solchen und vergleichbaren Fällen.
Zuständig ist der sogenannte Allgemeine Soziale Dienst, kurz ASD, des Jugendamtes. Der ASD ist zentrale Anlaufstelle für junge Menschen, Mütter, Väter und andere Familienangehörige, die Rat und Unterstützung suchen. Neben der Vermittlung und Planung von Hilfen zur Erziehung ist auch der Kinderschutz zentrale Aufgabe. Daher laufen dort alle Meldungen zu Gefährdungen von Kindern auf. Bezirkssozialarbeitende kümmern sich dann um die weiteren Schritte:
- Meldungseingang: Nach dem Eingang einer Meldung im ASD wird grundsätzlich jeder Hinweis aufgenommen und bearbeitet.
- Erste Einschätzung: Mehrere Fachkräfte des ASD beurteilen gemeinsam die Gefährdungssituation für die Kinder.
- Entscheidung über Maßnahmen und Dringlichkeit: Die Fachkräfte entscheiden hier individuell ob eine Beratung, Unterstützung oder eben die Inobhutnahme bei akuter Gefahr nötig ist.
- Kontaktaufnahme zur Familie (Hausbesuche) und gegebenenfalls zu anderen Stellen wie z. B. der Schule oder Kita: Es folgen (unangekündigte) Hausbesuche und ein möglichst vertrauensvoller Erstkontakt. Wichtig ist die Klärung der Situation, auch sofern möglich unter Einbindung der Eltern in die Hilfegestaltung.
- Kinder einbeziehen: Es wird darauf geachtet, kindgerechte Methoden anzuwenden, um die Sichtweise zu verstehen und Meinungen der Kinder selbst zu berücksichtigen.
- Erneute Einschätzung: Diese erfolgt wieder im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte unter Berücksichtigung aller gewonnenen Erkenntnisse.
- Entwicklung eines Hilfe- und Schutzkonzeptes mit der Familie.
- Hilfeplan/Schutzplan: Fortschreibung/Überprüfung
Weitere Informationen und auch die Kontaktdaten zum ASD und den Bezirkssozialarbeitenden sind auf der Internetseite der Stadt Menden zu finden. Dort ist auch die Handynummer der Rufbereitschaft hinterlegt. Außerhalb der regulären Sprechzeiten ist das Jugendamt über die Polizei erreichbar. Grundsätzlich haben immer zwei qualifizierte Fachkräfte des Jugendamtes Rufbereitschaft.
Zahl der Inobhutnahmen 2022 und 2021 am höchsten
Die Zahl der Inobhutnahmen in Menden schwankt. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre gab es in den Jahren 2022 (5,2 pro 1000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren) und 2021 (5,0) die höchsten Werte. Im Jahr 2024 gab es hingegen nur 2,4 Inobhutnahmen pro 1000 Minderjährige. Der Mittelwert für NRW lag in Zeitraum von 2019 bis 2024 stets zwischen 4,0 und 4,8.
Aktuelle Zahlen für das Jahr 2025 werden derzeit durch den Landesbetrieb IT NRW erhoben und aufbereitet. Das Jugendamt der Stadt Menden wird selbstverständlich auch die neusten Entwicklungen und Statistiken,
sobald sie vorliegen, auswerten und eigene Schlüsse und Handlungsweisen daraus ableiten und umsetzen. Gleiches gilt für die Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene.
Wie bereits berichtet wurden bei dem Einsatz am vergangenen Freitag auch drei Hunde durch das Ordnungsamt aus der Wohnung genommen und durch die Tierhilfe Menden betreut. Das Ordnungsamt der Stadt hat in diesem Fall Amtshilfe für das Veterinäramt des Märkischen Kreises geleistet, das für Tiere zuständig ist.



