Menden-Lendringsen. Ein Großeinsatz von Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr hat in Menden-Lendringsen am Freitag für viel Aufsehen gesorgt. Passanten fiel ein verwahrlostes Kind auf, das trotz Winterwetter spärlich bekleidet im Freien unterwegs war.
Auf mehrere verwahrloste Kinder ist die Polizei in Menden-Lendringsen am Freitag gestoßen. Passanten hatten die Einsatzkräfte kurz vor 15 Uhr alarmiert, weil die Kinder trotz Winterwetter barfuß und in dünner Kleidung vor dem Wohnhaus an der Lendringser Hauptstraße herumliefen, teilte ein Polizeisprecher vor Ort mit. In dem Haus fand die Polizei insgesamt sechs Jungen und Mädchen in geschwächtem Zustand im Alter von zwei bis elf Jahren. Eine erwachsene Aufsichtsperson war nicht zugegen.
Die Kinder wurden mit Rettungswagen zu einer Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. „Das Jugendamt der Stadt Menden hat die Kinder begleitet, in Obhut genommen und untergebracht“, hieß es am Abend aus dem Rathaus. Lebensgefahr habe laut Polizei nicht bestanden. Warum die Kinder in der Wohnung so verwahrlosten hausten, ist nun Gegenstand von Ermittlungen. Während des Polizeieinsatzes traf die Mutter ein, die von der Polizei befragt wurde.

Während des Einsatzes machte sich auch Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt ein Bild der Lage. Foto: Lucas Sellmann
Ermittelt wird wegen Verdachts der Kindeswohlgefährdung. Da während des Polizeieinsatzes auch Drogen entdeckt und sichergestellt wurden, kommt auf die Mutter zugleich ein Verfahren wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln hinzu, teilte die Polizei am Abend mit.
Im Haus der Familie befand sich zudem ein Hund, der von der Tierhilfe Menden abgeholt wurde. Auch Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. „Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder wohlauf sind und zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebten. Wir werden den Fall sorgfältig mit unserem Jugendamt prüfen und aufarbeiten. Selbstverständlich in enger Abstimmung mit der Polizei.“ Ihr Dank gelte allen Einsatzkräften vor Ort. „Besonders bedanken möchte ich mich aber auch bei dem aufmerksamen Autofahrer, dem das Kind aufgefallen ist“, so Schmidt weiter. „Sobald wir mehr sagen können, werden wir selbstverständlich auch die Öffentlichkeit informieren. Allerdings immer mit Blick auf den Schutz der Kinder.“ Ob ihr das Haus als ehemalige Ordnungsamtsleiterin schon bekannt war, beantwortete sie am späten Nachmittag nicht. (thos/LS)



