Altena. Das Kinder- und Jugendzentrum in Altena sucht neue Bufdis. Warum es sich lohnt, dort ein Bundesfreiwilligenjahr zu machen, haben Robin Menz und Patrick Zander im Gespräch mit LOKALSTIMME erklärt.
Für den 19-jährigen Robin Menz und den 35-jährigen Patrick Zander ist der Bundesfreiwilligendienst im Jugendzentrum Altena weit mehr als ein freiwilliges Engagement. Beide nutzen die Zeit, um sich beruflich zu orientieren beziehungsweise den Grundstein für ihren weiteren Weg zu legen – und bereichern gleichzeitig den Alltag der Kinder und Jugendlichen.
„Kein Tag ist wie der andere“
Robin Menz hat am Burggymnasium Altena sein Fachabitur erworben und möchte künftig Soziale Arbeit im Rahmen eines dualen Studiums studieren. Der Bundesfreiwilligendienst war für ihn deshalb die ideale Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen im sozialen Bereich zu sammeln. Seine Entscheidung hat er bis heute nicht bereut: „Kein Tag ist wie der andere“, beschreibt der 19-Jährige seine Erfahrungen. Besonders die große Vielfalt der Aufgaben begeistert ihn. Neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen gehören auch handwerkliche Tätigkeiten zum Alltag. Im Jugendzentrum wird vieles selbst repariert – ganz nach dem Prinzip von Jugendzentrumsleiter Gerrit Standke, der großen Wert darauf legt, möglichst vieles in Eigenregie im Team zu schaffen.
Das Jugendzentrum an der Freiheitstraße 26 ist zu einem beliebten Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren geworden. Hier stehen Gemeinschaft, Kommunikation und gemeinsame Freizeitgestaltung im Mittelpunkt. Ob Spielen, Gespräche führen oder gemeinsame Aktionen – die Begegnung miteinander prägt den Alltag. Hinzu kommen die Hausaufgabenbetreuung sowie in den Ferien ein umfangreiches Betreuungsangebot.
Es geht vor allem um das bestmögliche Miteinander
Dabei geht es vor allem um das bestmögliche Miteinander. Im Jugendzentrum treffen Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters und mit ganz verschiedenen Charakteren aufeinander. Entsprechend wichtig ist ein respektvoller Umgang. Das Team aus Sozialpädagogen, Bufdis und Ehrenamtlichen möchte den jungen Menschen auf Augenhöhe begegnen und Vertrauen schaffen. „Gleichzeitig müssen sie uns aber auch ernst nehmen. Nur so kann ein harmonisches Zusammensein gelingen“, verdeutlicht Standke.
Es gibt Regeln und es gibt gelbe und rote Karten
Damit dieses Miteinander funktioniert, gibt es klare Regeln. Wer sich nicht an diese hält oder andere respektlos behandelt, erhält zunächst eine „gelbe Karte“. Ändert sich das Verhalten nicht, folgt eine „rote Karte“, und derjenige muss das Jugendzentrum für den restlichen Tag verlassen. Am nächsten Tag ist eine Rückkehr selbstverständlich möglich – mit der Chance, es besser zu machen und wieder Teil der Gemeinschaft zu sein.
Für Robin Menz sind es vor allem die Begegnungen mit den jungen Menschen, die seine Arbeit besonders machen. „Es ist einfach schön zu sehen, wenn die Kinder und Jugendlichen lachen und einen guten Tag haben“, sagt er. Verantwortung zu übernehmen bereitet ihm große Freude. Der Bundesfreiwilligendienst habe ihn in seinem Berufswunsch bestärkt. Er habe nicht nur viel über die soziale Arbeit gelernt, sondern auch über sich selbst. „Man lernt seine eigenen Grenzen kennen – und sie auch zu überschreiten“, beschreibt er seine persönliche Entwicklung. Er sei selbstbewusster geworden und habe erlebt, wie sehr man an neuen Aufgaben wachsen könne. Für ihn habe sich bestätigt, dass der Weg in die Soziale Arbeit der richtige ist.
Patrick Zander ist seit Februar 2025 im Jugendzentrum tätig. Auch er entschied sich für den Bundesfreiwilligendienst, um sich beruflich neu zu orientieren. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bereitet ihm viel Freude, und die abwechslungsreichen Aufgaben gefallen ihm sehr. Im Laufe des Jahres habe er jedoch festgestellt, dass er seine berufliche Zukunft nicht dauerhaft in der Kinder- und Jugendarbeit sieht. Dem Jugendzentrum möchte er dennoch verbunden bleiben und sich auch künftig ehrenamtlich engagieren, während er sich beruflich in eine andere Richtung orientiert.
Bufde: „Eine wertvolle Erfahrung für junge Menschen“
Jugendzentrumsleiter Standke sieht den Bundesfreiwilligendienst als wertvolle Erfahrung für junge Menschen. Wer sich darauf einlasse, verlasse zwangsläufig seine Komfortzone. Mit jeder neuen Aufgabe erweitere sich diese jedoch. Zwar brauche es etwas Zeit, bis man sich eingearbeitet habe und im Alltag angekommen sei. Doch wer diese Phase meistere, könne von den vielfältigen Erfahrungen persönlich und beruflich nur profitieren.
Zum 1. August werden im Jugendzentrum erneut zwei Bundesfreiwilligendienststellen frei. Standke hofft auf viele Bewerberinnen und Bewerber, die sich beruflich orientieren, neue Erfahrungen sammeln und in die Kinder- und Jugendarbeit hineinschnuppern möchten. Voraussetzung für einen Bundesfreiwilligendienst ist ein Mindestalter von 18 Jahren.
Interessierte sind eingeladen, einfach im Jugendzentrum vorbeizuschauen oder telefonisch Kontakt aufzunehmen, um sich persönlich über den Bundesfreiwilligendienst zu informieren und einen Eindruck von der Arbeit vor Ort zu gewinnen. Alle Kontaktdaten und weitere Informationen sind auf der Website des Jugendzentrums zu finden.



