Altena. Am Mittwoch wird es am Himmel spannend: Eine partielle Sonnenfinsternis ist auch in Altena und Umgebung zu sehen. Die Astronomin Prof. Dr. Susanne Hüttemeister verrät LOKALSTIMME, wo und wie das Schauspiel am besten beobachtet werden kann.
„Bereits am Dienstagabend genau darauf achten, wo man die Sonne beim Untergehen sieht“, so lautet der einfache Tipp von Prof. Dr. Susanne Hüttemeister für alle, die am 12. August die partielle Sonnenfinsternis beobachten möchten. Die in Altena aufgewachsene Astronomin und Leiterin des Planetariums Bochum empfiehlt weiter: „Und dann geht man am Mittwochabend wieder genau dorthin.“ Und zwar am besten ab 19:15 Uhr, denn dann beginnt das Schauspiel langsam, ihren Höhepunkt soll die Sonnenfinsternis um 20.12 Uhr erreichen.
Besonders gute Chancen hat, wer einen möglichst freien Blick zum Horizont bekommt. „Oben auf einem Berg, das wäre super“, sagt die Astronomin. Beispielsweise auf den Höhen bei Großendrescheid, Hegenscheid oder am Wixberg sowie in Wiblingwerde. „Im Ruhrgebiet bieten sich zudem dafür die Halden an“, weiß Dr. Hüttemeister. Von derart höher gelegenen Orten lasse sich das Himmelsschauspiel besonders gut verfolgen – vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit.
Nicht ohne Sonnenfinsternisbrille
Ganz wichtig: „Wer die Sonnenfinsternis direkt beobachten möchte, braucht unbedingt eine geeignete Sonnenfinsternisbrille“, betont Dr. Susanne Hüttemeister. „Einfach in die Sonne zu schauen, ist gefährlich und kann zu schweren Augenschäden führen. Und in keinem Fall mit einem Fernglas oder einem anderen optischen Gerät einfach so auf die Sonne schauen.“ Eine Sonnenfinsternisbrille sei ein Muss, denn sie reduziere die Intensität des Sonnenlichts um den Faktor 100.000. Hüttemeisters dringender Rat: Lieber jetzt noch nach einer geeigneten Brille suchen – und niemals aus Neugier einfach ohne Schutz in Richtung Sonne schauen.

Die aus Altena stammende Astronomin und Leiterin des Planetariums Bochum: Dr. Susanne Hüttemeister.
Dr. Susanne Hüttemeister verfolgt das Schauspiel auf dem Jakobsweg
Die Astronomin selbst ist bereits in Spanien, denn über dem Land verläuft der sogenannte Totalitätspfad. Dort wird der Mond die Sonne also vollständig bedecken. LOKALSTIMME erreichte Dr. Susanne Hüttemeister telefonisch in einer Pilgerherberge mitten auf dem Jakobsweg. In dieser Region ist das Klima trockener als beispielsweise auf Mallorca und damit sei die Chance auf einen wolkenfreien Himmel noch größer. Für Astronomen ist das entscheidend – schließlich kann schon eine Wolke genau im falschen Moment den Blick auf das seltene Schauspiel versperren. Insgesamt sind vier Mitarbeiter des Planetariums an unterschiedliche Orte in Spanien gereist, um das Ereignis von verschiedenen Standorten aus beobachten zu können.
Podcast: Astronomisches Wissen verständlich und unterhaltsam
Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei außerdem der Podcast des Planetariums Bochum „Gemeinsam durch die Galaxis“ ans Herz gelegt. Prof. Dr. Susanne Hüttemeister hat den Podcast gemeinsam mit dem Astronomie-Journalisten Paul Hombach ins Leben gerufen. Passend zum aktuellen Ereignis beschäftigt sich auch die aktuelle Folge mit der Sonnenfinsternis. Verständlich, unterhaltsam und mit jeder Menge astronomischem Wissen erklären die beiden, was bei einer Sonnenfinsternis eigentlich passiert und was Beobachter am Mittwoch erwartet.
Im Planetarium Bochum werden viele Menschen die Sonnenfinsternis live verfolgen, die Plätze in der Kuppel sind bereits seit Monaten ausverkauft. Ab 19.30 Uhr gibt es aber deutschlandweit einen Livestream zu sehen.



