Lüdenscheid. Eine Nachricht, die fassungslos macht: In Lüdenscheid ist in einem Keller eines Wohnhauses eine Babyleiche gefunden worden. Der junge Mann, der den toten Säugling entdeckt hat, schildert gegenüber LOKALSTIMME.DE wie er die Leiche gefunden hat.

Sie wollten am Dienstag (21. Juni) den Keller, der zu ihrer Wohnung gehört, aufräumen. Dabei fand ein Vater mit seinem Sohn einen gut verpackten und versteckten Beutel. Als der Sohn den mehrfach verpackten Beutel öffnete, schlägt ihnen ein Verwesungsgeruch entgegen. In diesem Beutel entdecken sie ein totes Baby. Sie wählen um 19.10 Uhr den Notruf. Sofort rückt die Polizei an. Schnell gerät die Ehefrau und Mutter in den Fokus der Ermittlungen. Die 43-jährige Frau wird vorläufig festgenommen. Zurück bleibt eine geschockte Familie.


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Eine Bewohnerin des Hauses hatte von dem Fund und anschließendem Polizeieinsatz am Dienstagabend nichts mitbekommen. „Sie machen einen Scherz?“, sagt sie gegenüber LOKALSTIMME.DE und einem Kameramann eines Privatsenders. Leider ist der Fund kein Scherz, sondern grausame Wirklichkeit. Ein junger Mann kommt hinzu. „Ja, es stimmt“, sagt er zu der Nachbarin und sucht das Gespräch mit uns. Es stellt sich heraus: Es ist der Sohn der 43-Jährigen, der den schrecklichen Fund gemacht hat.

„Sie braucht hier nie wieder ankommen“, sagt der Sohn über seine Mutter. Die Familie hatte laut seinen Aussagen nichts von der Schwangerschaft mitbekommen. „Es gab mal kurzzeitig einen Verdacht, aber wir haben weiter nichts bemerkt“, so der 23-Jährige. Die Geburt sei wohl unbemerkt in der Wohnung der Familie gewesen, führt er weiter aus. Nach seinen Aussagen muss das Baby schon seit einem Jahr unbemerkt im Keller gelegen haben.

Ob das Mädchen bei der Geburt gelebt hat, ist zurzeit noch unklar. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Hagen haben eine Mordkommission aufgrund des Verdachts eines möglichen Tötungsdelikts eingerichtet. Bei der Obduktion des Babys konnte bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob der Säugling lebend geboren wurde oder nicht. Die 43-Jährige wurde am Mittwoch mangels eines dringenden Tatverdachts von der Polizei entlassen.

Die Ermittlungen der Mordkommission von Polizei und Staatsanwaltschaft zum Tod des Babys dauern an.

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