Altena. Welche Straßen im Stadtgebiet von Altena sind nach den Überschwemmungen wieder freigegeben? Was ist mit der Bahnstrecke? — An vielen Stellen werden die Schäden durch die massiven Überschwemmungen erst nach und nach deutlich. Eine aktualisierte Übersicht.

„Die meisten Hauptverkehrswege sind wieder freigegeben – aber auf eigene Gefahr“, stellt Bürgermeister Uwe Kober klar und bittet eindringlich darum, langsam und umsichtig zu fahren. Für den Großteil der Nette gilt Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit – und selbst das erscheint an vielen Stellen schon zu viel: Es gibt viele tiefe Löcher und extrem scharfe Kanten in der Fahrbahn nach der Überflutung. Außerdem werden die Aus- und Aufräumarbeiten fortgesetzt. Wo die Durchfahrt möglich ist und wo mit Beeinträchtigungen auf Altenas Straßen zu rechen ist, hier in der Übersicht:

  • Die Lüdenscheider Straße/B236 bleibt zwischen der Mittleren Brücke und der Pott-Jost-Brücke komplett gesperrt. Und zwar mit festen Bauzäunen – es gibt kein Durchkommen. Die Sperrung gilt auch für Fußgänger. Der Grund: An der Lüdenscheider Straße ist für das mehrgeschossige Fabrikgebäude, Firmensitz von Duschking, eine Einsturzgefahr nicht auszuschließen. Stadt und Märkischer Kreis haben sich daher in der Nacht zu Montag (19. Juli) zur vollständigen Abriegelung des Straßenabschnitts aus Sicherheitsgründen entschieden. Wie lange, ist noch nicht abzusehen.
  • Weiterhin gesperrt ist die Werdohler Straße/B236 am Ortsausgang. Die Zufahrt bis zum Lennestein und dem Supermarkt ist möglich, aber es gibt keine Durchfahrt nach Werdohl. Im Bereich Otlinghaus hat das Wasser nach Auskunft der Stadtverwaltung eine Ferngasleitung freigespült. Jetzt müssen Experten zunächst prüfen, ob die Leitung beschädigt ist. „Vorher kann der Abschnitt nicht freigegeben werden. Das wäre viel zu gefährlich“, bittet Bürgermeister Uwe Kober um Verständnis. Evtl. wird der Abschnitt im Verlauf des Montags mit einer Ampelregelung einseitig freigegeben.
  • Die Lenneuferstraße ist frei befahrbar.
  • In der Nette (Bach‑, Nette- und Westiger Straße) gilt durchgängig Tempo 30; an vielen Stellen ist der Fahrbahnbelag in desolatem Zustand. Wer zu schnell fährt, riskiert Schäden an seinen Reifen oder im schlimmsten Fall einen Achsbruch. Die Verbindung Richtung Evingsen/Hemer-Ihmert und nach Dahle sind möglich. Wer nach Neuenrade will, sollte an die Komplettsperrung am Kohlberg wegen der dortigen Großbaustelle denken.
  • Die Hagener Straße/B236 in Richtung Nachrodt ist wieder frei und kann durchgängig bis Iserlohn-Letmathe befahren werden. Möglicherweise kommt es in Nachrodt-Einsal in Höhe des überspülten Bahnübergangs Helbecke zu Verkehrsbehinderungen oder kurzen Sperrungen, wenn dort schweres Baugerät zum Einsatz kommt, um die Schienen wieder freizuräumen.
  • Der Krater im Brachtenbecker Weg ist verfüllt und die Straße ist einspurig befahrbar; eine Ampel regelt den Verkehr.  Auch die Serpentinen zum Oevenscheid sind frei – von einer Durchfahrt ist dennoch dringend abzuraten. Das Loch in der Straße ist nur provisorisch gefüllt, damit das Feuerwehrgerätehaus (Löschgruppe Knerling) und der Bauhof erreichbar sind und gegebenenfalls Experten zum Grenningloher Weg kommen. Wer nicht unbedingt durch die Brachtenbecke muss, sollte in den nächsten Tagen eine andere Route wählen.
  • Der Grenningloher Weg ist abgeriegelt und nicht befahrbar – an vielen Stellen liegen Geröll und Steine mehr als einen Meter hoch.
  • Nicht befahrbar ist auch der Mühlenbach, die Verbindung zwischen Großendrescheid und Mühlenrahmede. Dort klafft nach einem Erdabrutsch ein halbseitiges Loch in der Straße.
  • Laut Polizei sind auch der Hegenscheider Weg und der Linscheider Bach, also die Strecken über den Hegenscheid/Wixberg in Richtung Iserlohn/Hemer gesperrt.
  • Die Rahmedestraße ist freigegeben; auch dort ist die Fahrbahn aber in teils extrem schlechten Zustand. Also auch hier die Aufforderung, langsam zu fahren.
  • Die Bahnstrecke ist weiterhin in Höhe Nachrodt blockiert; offenbar gibt es weitere Unwetterschäden auf der Ruhr-Sieg-Strecke: „Zwischen Hagen/Hbf und Werdohl bzw. Iserlohn sind keine Zugfahrten möglich“, teilt Zuginfo NRW mit. Die Ausfälle sollen noch bis mindestens Mittwoch (21. Juli) dauern. Es ist einen Schienenersatzverkehr eingerichtet; zwischen Hagen und Werdohl werden demnach drei Busse eingesetzt, deren Fahrtzeit erheblich länger ist, als die übliche Bahnfahrt, solange die Busse wegen der Sperrung nicht die B236 nach Werdohl nutzen können. Die Züge der Regionalbahn RB 91 und des Regionalexpress‘ RE 16 verkehren dann zwischen Werdohl und Kreuztal – ab dort müssen Bahnreisende bis Siegen wieder in Busse umsteigen, wegen Gleisbauarbeiten zwischen Kreuztal und Siegen. In Richtung Wetter/Bochum/Essen gibt es ebenfalls Ausfälle. Die Bahn empfiehlt hier vor Fahrtantritt, sich im Internet zu erkundigen.
  • Die Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) fahren Altena wieder an, aber häufig auf anderen Strecken als gewohnt. Die Linien S1 (Schnellbus) fährt über die Lenneuferstraße; die Haltestelle Mittlere Brücke entfällt. Die Linie 32 (Dahle-Innenstadt) und 33 (Hemer-Ihmert-Evingsen-Innenstadt) verkehren laut MVG nur ab/bis Freibad.

(Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist ohne Gewähr. Es können jederzeit zusätzliche Sperrungen durch festgestellte Schäden hinzukommen.)

Fotos: Björn Braun und Carsten Menzel

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