Altena. Am Großendrescheid in Altena hat sich ein Turmfalkenpärchen einen ungewöhnlichen Platz zur Aufzucht des Nachwuchses ausgesucht. Ein Blumenkasten auf der Fensterbank im zweiten Stock ist der Geburtsort von fünf Turmfalkenküken geworden. Sehr zur Freude der Anwohner.

Fünf kleine wuschelige Turmfalkenbabys schauen mit großen Augen zum Fenster herein, als wir das Treppenhaus hinauf kommen. Neugierig wird jeder Schritt beobachtet und dann posieren die fünf, als wäre es das Normalste der Welt, vor unserer Kamera. Wohnungsinhaber Ben verrät uns: „Die Kleinen sind die Stars im Dorf. Alle Kinder waren schon da und haben sich die Turmfalkenküken hinter dem Fenster angeschaut.”

Am 30. April lag das erste von sechs Eiern im Blumenkasten, das letzte am 10. Mai. „Ein Ei hat sich leider wohl eine Elster geschnappt”, so Ben. Die fünf anderen sind ab dem 27. Mai geschlüpft. Seitdem wird die Nachbarschaft mit Infos über die neuen Dorfbewohner versorgt. Apropos Versorgung, zur Zeit leben Mäuse am Großendrescheid in erhöhter Gefahr, denn Mäuse stehen ganz oben auf der Speisekarte der fünf Turmfalken. 10 bis 15 Mäuse fangen die Eltern und bringen sie ihrem Nachwuchs in den ehemaligen Blumenkasten.

Die Eltern passen auch gut auf ihre Kleinen auf. Sie sitzen meist in der Nähe auf den Dächern oder in Bäumen. Wenn zum Beispiel Elstern dem „Nest” zu nahe kommen, dann stürzen sich die Turmfalken-Eltern auf diese und verteidigen die kleinen. Die Anwohner können aber auch berichten, dass eine Katze, die nichts ahnend unten über die Straße lief, die Krallen der Turmfalken-Eltern zu spüren bekam.

Wenn die Kleinen ausziehen, muss erst einmal ordentlich sauber gemacht werden. Die jungen Turmfalken haben eine gute Verdauung, sehr zum leid der Fassade, des Gehweges und des Vordachs.

Dass es langsam eng im Blumenkasten wird, musste jetzt eins der Turmfalkenbabys merken. Es ist auf das Vordach gefallen. Die Anwohner halfen dem Kleinen wieder zurück in den Blumenkasten. Etwa 33 Tagen nach dem Schlüpfen werden die jungen Turmfalken ihr Nest verlassen und selbstständig auf die Jagd gehen.

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