Altena. Ob es so etwas in Deutschland schon einmal gegeben hat? Die Zwangsversteigerung eines Wohnhauses durch das Amtsgericht Altena ist am Mittwoch (21. April) vom Ordnungsamt der Stadt aufgelöst worden. Zu viele Teilnehmer wollten in der Coronazeit  im angemieteten Festsaal des Lennesteins an der Versteigerung  teilnehmen.

Das Amtsgericht hatte extra für diesen Anlass den großen Saal des Lennesteins gemietet. 60 Personen hätten daran teilnehmen dürfen; es kamen aber deutlich mehr als erlaubt. Vor dem Eingang zum Lennestein bildeten sich lange Schlangen. Mehr als 100 potenzielle Bieter wollten an der Versteigerung teilnehmen; selbst aus den Niederlanden waren Interessenten angereist.

Die Parkfläche des nahe gelegenen Supermarktes wurde durch etliche Fahrzeuge von den Versteigerungsteilnehmern blockiert. Einige Kunden des Supermarktes hielten die wartende Menschenansammlung vor dem Gebäude für eine private Veranstaltung und waren empört, weil anfangs Sicherheitsabstände und die Maskenpflicht zum Teil nicht eingehalten wurden.

Das Ordnungsamt der Stadt Altena rief schließlich die Polizei um Amtshilfe, um eine eventuelle Eskalation zu verhindern. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen aus den umliegenden Städten des Märkischen Kreises an. Währenddessen wurde die Versteigerung aufgrund der zu großen Teilnehmerzahl durch das Ordnungsamt beendet — sehr zur Verärgerung der potenziellen Bieter.

Es blieb zum Glück bei verbalen Meinungsverschiedenheiten und die Teilnehmer verließen die Örtlichkeit.

Objekt der Zwangsversteigerung war ein Mehrfamilienhaus mit acht Pkw-Stellplätzen (Baujahr 1957) im Altenaer Ortsteil Evingsen. Verkehrswert laut Amtsgericht 0 Euro: „Das Gebäude ist aufgrund von Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall nicht bewohnbar”.

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