Altena/Märkischer Kreis. Die Riege der heimischen Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst vervollständigt sich. Nach SPD und FDP haben am Samstag (20. März) auch die märkischen Christdemokraten ihren Bewerber bestimmt: Es ist, wie erwartet, Paul Ziemiak, Generalsekretär der Bundes-CDU, aus Iserlohn.

Die Nominierung Ziemiaks fand im Grohe-Forum des Sauerlandparks in Hemer statt. Ziemiak (Jahrgang 1985) erhielt dabei 97 Prozent der Stimmen. Der Iserlohner hatte keinen Gegenkandidaten.

Die Kandidatenkür war eine Hybridveranstaltung: mit anwesenden CDU-Mitgliedern im Forum, unter Beachtung der Hygienevorgaben, und online per Videokonferenz zugeschalteten Parteimitgliedern.

Abgrenzung zur SPD und zu den Grünen

In seiner Nominierungsrede grenzte Paul Ziemiak die CDU zum derzeitigen Regierungspartner in der Großen Koalition, der SPD ab, aber auch gegen die Grünen. Die Sozialdemokraten zeigten nur noch wenig Interesse an der Zusammenarbeit; die SPD suche den Vorteil der eigenen Partei. Das Programm der Grünen nannte der CDU-General ein „Fliegenpilzprogramm: Gift für unser Land”; zudem hätten die Grünen kein Programm für den ländlichen Raum wie den Märkischen Kreis. Er erwarte einen intensiven Wahlkampf; es müsse ein Linksbündnis auf Bundesebene verhindert werden.

Ziemiak ging auch auf die Maskenaffäre ein, die derzeit die CDU beschäftigt. Das Verhalten der betroffenen Abgeordneten nannte der Generalsekretär „unanständig und schäbig”. Ziemiak: „Das ist nicht die CDU.”

Bei der vergangenen Wahl in Bochum/Herne angetreten

Seine Nominierung in Hemer als Direktkandidat der märkischen CDU sei für ihn wie „ein nach Hause kommen” und ein „besonderer Moment”.

Ziemiak hatte bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 noch auf den Wahlkreis Herne/Bochum  ausweichen müssen und hatte dort gegen die SPD-Kandidatin Michelle Müntefering verloren und war über die Landesliste der CDU in den Bundestag eingezogen.  Der märkische Wahlkreis war 2017 durch die Altenaerin Christel Voßbeck-Kayser als Direktkandidatin besetzt; Voßbeck-Kayser hatte den Einzug in den Bundestag verpasst und sich anschließend aus der ersten Reihe der CDU zurückgezogen.

SPD Kandidatin Bettina Lugk. Foto: Bauermeister

Zwei Mitbewerber von Ziemiak stehen bereits fest: Die märkische SPD schickt Bettina Lugk (Jahrgang 1982) aus Brandenburg ins Rennen um das Bundestagsmandat für den nördlichen Märkischen Kreis; die Kommunalpolitikerin (Stadtverordnete Ludwigsfelde, Kreistag Teltow-Flämig) hatte sich parteiintern gegen Yalçın Geyhan aus Balve durchgesetzt. Für die FDP MK tritt Jochen Lipproß aus Hemer an.

Sechs Mal in Folge von der SPD gewonnen

Seit der Bundestagswahl 1998 ist der Wahlkreis sechs Mal in Folge von Dagmar Freitag (Iserlohn) für die SPD direkt gewonnen worden; 1994 war sie über die Landesliste erstmals in den Bundestag eingezogen. Freitag hatte bereits im Oktober 2020 angekündigt, nach 27 Jahren als Abgeordnete nicht erneut für das Bundesparlament zu kandidieren.

Zum Wahlkreis 150/Märkischer II gehören neben Altena und Nachrodt-Wiblingwerde die Städte Iserlohn, Hemer, Menden, Balve, Werdohl und Plettenberg.

Die Bundestagswahl findet am 26. September 2021 statt. (mit BB)

Fotos: Björn Braun (5) und Steffen Böttcher (1)

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