Altena. Nun hat das Coronavirus auch die Feuerwache in Altena erwischt. Vier hauptamtliche Kräfte haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Zwei der drei Wachabteilungen sind daher in Quarantäne. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr helfen jetzt in der Burgstadt auf der Feuerwache aus — wie bei einem kuriosen Einsatz am Dienstagmittag (8. Dezember).

+++ Update, 8. Dezember +++:
Es war ein Einsatz, den die Feuerwache im Normalbetrieb ohne jede zusätzliche Hilfe locker abgearbeitet hätte — nur ist die Feuerwache durch den Ausfall von zwei der drei Wachabteilungen durch die Corona-Quarantäne derzeit nicht im Normalbetrieb. Deshalb musste am Dienstagmittag (8. Dezember) auch die Freiwillige Feuerwehr ran, obwohl es lediglich einen Kleinbrand zu löschen galt. Gegen 12.35 Uhr wurde ein brennender Abfallcontainer an der Lenneuferstraße, in Höhe der Tiefgarage der Burg Holtzbrinck, gemeldet. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wurden über Meldeempfänger, den so genannten stillen Alarm, in den Einsatz gerufen. Vor Ort stellte sich heraus, dass aus einem Altglascontainer Rauch heraus quoll: Pappe und Papierreste waren nach ersten Erkenntnissen in dem Metallbehälter in Brand geraten. Die Feuerwehr setzte Löschschaum ein, um den Schwelbrand zu ersticken.


+++ Erster Bericht, Montag, 7. Dezember, 20 Uhr +++:
Normalerweise sind drei bis vier hautamtliche Kräfte in der Feuerwache an der Bachstraße für 24 Stunden stationiert. Allerdings haben sich, trotz sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen, vier Mitarbeiter aus zwei Wachabteilungen mit dem Coronavirus infiziert. „Ja, es stimmt leider”, so Feuerwehrchef Alexander Grass auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE. „Seit Samstag helfen pro 24-Stunden-Dienst zwei Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr an der Bachstraße aus. Die Freiwilligen besetzten die Drehleiter und sind in dem angrenzenden Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht.” Die Drehleiter ist eine gemeinsame Anschaffung der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde und der Stadt Altena. Mit diesem Modell ist es gewährleistet, das die Drehleiter bei einer Alarmierung ohne Zeitverzug sofort mit zwei Kräften ausrücken kann.

Normalerweise ist dieses Sonderfahrzeug nur mit einer hauptamtlichen Kraft im Stadtgebiet Altena und mit zweien im Gemeindegebiet Nachrodt-Wieblingwerde besetzt, die anderen zwei bis drei hauptamtlichen Kräfte rücken mit dem Hilfsleistungslöschfahrzeug aus. Tagsüber wird parallel die Schnelleingreifgruppe (SEG) alarmiert und die jeweilige Löschgruppe, je nach Art des Alarms. „An dem System mit der SEG und der jeweiligen Löschgruppe haben wir nichts verändert”, so Grass weiter. „Das einzige was jetzt anders ist, sind die Einsätze die die Wache bisher alleine gefahren sind, wie zum Beispiel kleinere Ölspuren oder Äste auf der Fahrbahn. Dafür wird jetzt so lange die jeweilige Löschgruppe alarmiert.”

Nachdem sich die ersten zwei hauptamtlichen Kräfte mit dem Coronavirus infiziert hatten, wurde in der vergangen Woche eine Reihentestung durchgeführt. Dabei kam heraus, dass zwei weitere Kräfte infiziert sind. Trotz, dass die Feuerwehrleute zur kritischen Infrastruktur gehören und auch als geltende Kontaktperson arbeiten dürften, wurde die Reißleine gezogen und sofort die zwei betroffenen Wachabteilungen unter Quarantäne gestellt.

Notgedrungen testet die Feuerwehr Altena jetzt die neue Maßgabe aus dem kommenden Brandschutzbedarfsplan, denn dieser sieht vor, dass die Feuerwache mit sechs hauptamtlichen Kräfte im Tagesdienst besetzt ist und über Nacht und an Wochenenden nur noch mit zweien; diese sollen die Drehleiter besetzten, so wie es jetzt gerade auch gemacht wird.

„Es muss sich kein Bürger in Altena sorgen um die Sicherheit machen. Die Freiwillige Feuerwehr ist bestens ausgebildet und ausgestattet. Auch der Rettungsdienst ist von der Feuerwehr getrennt und kann auch ganz normal seine Einsätze fahren”, so der Feuerwehrchef weiter.

Teile diesen Beitrag auf: