Altena. Wer im Gewerbepark Rosmart, auf der Höhe zwischen Altena, Werdohl und Lüdenscheid gelegen, die Straße hinter der Kletterwelt Sauerland weiter fährt, kommt zu einer riesigen Firmenhalle: dem Neubau der Firma Gerhardi Kunststofftechnik. Am Montag nahm der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef-Laumann, genau diesen Weg.

Nach einem Feuer am 3. November 2017 am Standort Werdohl (LOKALSTIMME.DE berichtete), wurde laut eigenen Aussagen der Firma Gerhardi die wohl modernste Galvanikanlage Europas, wenn nicht sogar weltweit, in Altena-Rosmart gebaut. Die Firma hat innerhalb kürzester Zeit eine 26.000 Quadratmeter große Produktionsstätte im Gewerbepark geschaffen. Der Spatenstich war am 4. Juli 2018. Ein zehnköpfiges Team der Firma hat hunderte Handwerker koordiniert, denn ein Generalunternehmer war für den Bau in dieser kurzen Zeit nicht zu bekommen. Und so hatte die Geschäftsführung entschieden, den Bau ohne Generalunternehmer zu bauen. Anerkennung davon gab es auch von Kunden der Firma Gerhardi, wie beim Besuch vom Minister Laumann berichtet wurde: „So schnell geht es doch sonst nur in China“.

Auf Verchromung von Kunststoffoberflächen spezialisiert

Gerhardi Kunststofftechnik gehört zu den klassischen Automotive-Zulieferern: Das Unternehmen verchromt Kunststoffbauteile durch meist mehrstufige Oberflächenbehandlungen. Gerhardi hat Standorte in Lüdenscheid (Stammsitz), Werdohl, Altena und Ibbenbüren in Deutschland sowie ein Werk in den USA und beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter.

Landesminister Laumann, sowie Silvia Voßloh (CDU, Bürgermeisterin der Stadt Werdohl), Uwe Kober (CDU-Bürgermeisterkandidat in Altena), Christoph Weiland (CDU-Bürgermeisterkandidat in Lüdenscheid) und CDU-Landratskandidat, Marco Voge, waren auf Einladung von Gülpasa Erdogan, Ratskandidat der CDU Lüdenscheid, und Arbeitnehmervertreter bei der Firma Gerhardi Kunststofftechnik nach Rosmart gekommen. Dort erfuhren sie unter anderem, dass es drei Stunden dauert, bis ein Teil galvanisiert ist. Auf dem Weg dahin hat es 50 Bäder durchlaufen. In der Galvanik wurde ein hochmodernes Lüftungssystem eingebaut, das verhindern soll, dass chemischen Stoffe in die Umwelt gelangen.

Zweistelligen Millionenbetrag in Rosmart investiert

Kunststoffspritzguss, Galvanik, Montage und Hochregallager sind am neuen Standort entstanden, an dem 430 Mitarbeiter beschäftigt sind. In den neuen Standort ist laut Unternehmen ein zweistelliger Millionenbetrag investiert worden.

Laumann ging bei dem Firmenbesuch auch auf die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt in NRW ein. „In diesem Jahr suchen noch 23.000 Menschen eine Ausbildungsstelle, dagegen stehen 28.000 Stellen, die nicht besetzt sind.“ Für Laumann war es seit der Corona-Pandemie der erste Besuch bei einem Automobilzulieferer.

Wie bereits berichtet sprach sich Laumann am Rande des Unternehmensbesuchs gegen eine voreilige Absage der Weihnachtsmärkte aus.

Teile diesen Beitrag auf: