Altena. Viele Plätze blieben leer, nur sechs Besucher folgten der Einladung: Der parteilose Bürgermeisterkandidat Volker Spitz hatte am Donnerstagabend zu seiner Dialogveranstaltung „100 Minuten zur Zukunft unserer Stadt“ in die Burg Holtzbrinck eingeladen.

Volker Spitz hatte sich mehr erhofft, als er um 19.10 Uhr in den großen Saal der Burg Holtzbrinck blickte. „Vielleicht kommt der Bus gleich noch, aber okay“ hoffte Spitz noch auf später kommende Teilnehmer und begann seine Dialogveranstaltung.

Spitz ging bei seiner Vorstellung zu Beginn auch auf seine Arbeitslosigkeit ein, die er Anfang des Jahres bei seiner Vorstellung nannte. „Mittlerweile habe ich einen sehr interessanten Job, ich helfe psychisch erkrankten Menschen dabei, selbstständig zu bleiben“ und er nannte dies auch als schöne Perspektive, wenn er nicht Bürgermeister wird.

Spitz stellte inhaltlich den Lenneradweg als seinen ersten Punkt in den Vordergrund und kritisierte die Politik, das sie nicht schon längst mit dem Bau begonnen habe. „Ich denke, dass vor vielen Jahrzehnten als der Stapel (1975, Anm.d.Red.) und das Iserlohner Tor (1979) abgerissen wurde und viele Dinge hier von der Bausubstanz geopfert wurden. Mit einem weiß ich nicht welchem Konzept von Größenwahn, da war die Frage schon: Gibt es nicht was anderes, andere Überlegung für diese Stadt.“ Spitz Erachtens nach ist der Tourismus einer der Schlüssel für diese Stadt und der Kern für dieses Konzept ist der Radweg.

Als zweites möchte Spitz Altena als Bildungsstandort etablieren. „Eine Stadt die Zukunft haben möchte, braucht junge Leute. Wir haben das Burggymnasium, wir haben viele junge Leute hier, auch wenn sie nicht in Erscheinung treten und für die so gut wie nichts getan wird. Aber um nach vorne zu kommen, um konzeptionell eine Stadt zu entwickeln, brauchen wir junge Menschen“. Für Spitz könnte Altena als Standort für eine Professur in Frage kommen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Des Weiteren möchte Spitz Altena wieder zu einer Kultur- und Festivalstadt machen. „Vor dem Hintergrund, den wir hier haben ist mehr als nur einmal im Jahr eine große Sause (Mittelalterfestival) möglich.“ Wie er in Zeiten von leeren Kassen dies finanzieren wolle, lies er offen.

Bei den Finanzen der Stadt stellte sich Spitz klar gegen den Sparkurs der vergangenen Jahre; stattdessen sprach er sich dafür aus, trotz Haushaltssicherung weiter auch freiwilligen Ausgaben zu tätigen – auch auf die Gefahr hin, dass die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde erneut einen Sparkommissar schicken könne, der die Haushaltsführung und -überwachung übernimmt. „Der Sparkommissar kommt nicht, um die Stadt abzuschließen“ argumentierte Spitz, der die im Grundgesetz festgeschriebene kommunale Selbstverwaltung in den Vordergrund stellte: Dass Altena genau diese Selbstverantwortung bei den Finanzen faktisch verliert, wenn die Bezirksregierung einschreitet, sagte Spitz dabei nicht. Vielmehr will er, gemeinsam mit anderen hoch verschuldeten Städten („Duisburg, Hagen“) gegen die derzeitige Finanzausstattung der Kommunen kämpfen, die zu sehr von der Konjunktur abhängig sei und dem Sozialausgaben gegenüberstünden, die die Kommunen nicht „bestellt“ hätten, wie z.B. die Grundsicherung.

Spitz möchte auch in Altena eine Tafel einrichten. „Es kann nicht sein das Altenaer nach Werdohl oder Iserlohn zur Tafel fahren müssen und dort dann nichts bekommen, weil sie sagen – Geh dahin wo Du herkommst – obwohl unsere Supermärkte in Altena die Tafeln beliefern und es hier keine Tafel gibt.

Am Ende der Veranstaltung war der Bus mit den vielen Besuchern nicht mehr gekommen, er verlor sogar während der Veranstaltung an Fahrgästen, so das am Ende nur noch vier Zuhörer übrig blieben und von der eine Zuhörerin am Ende empört auf den Tisch haute: „Ich glaube, ich bin hier auf der falschen Veranstaltung. Ist ja alles schön und gut für die jungen Menschen was sie sagen, aber wo bleiben die älteren? Gerade als Sie gehen wollte, bat die Frau von Volker Spitz, die Dame doch zu bleiben, um darüber zu sprechen. Man stellte fest, dass man Bürgersteigkanten und die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt verbessern müsse.

Teile diesen Beitrag auf: