Der Wahlbezirk: Höhendorf mit Problem-Hochhäusern

Im Siebener-Wahlkreis liegt Altenas höchstes und vielleicht auch größtes Problem, und das seit Jahren: die Hochhäuser auf dem Nettenscheid, der einst zur Satellitenstadt von Altena werden sollte. Der überwiegende Teil der Wohnungen steht seit Jahren leer; Metalldiebe haben die Gebäude längst durchkämmt. Wo noch Haustechnik übrig ist, ist sie defekt. Höchstens Abenteurer auf der Suche nach „Lost Places“, nach verlassenen Orten, finden noch Gefallen an den Wohntürmen. Drumherum liegen die Wohngebiete des neuen Nettenscheids und des alten Dorfs – immerhin noch mit eigener Gaststätte. Zum Wahlbezirk gehören unterhalb der Höhensiedlung auch der Steinwinkel, die Heimecke und die oberen Nette mit ihrer Industrie.  (CMz)

Die Kandidaten:

Wir haben die Kandidaten gefragt: Warum treten Sie bei der Kommunalwahl an? Was möchten Sie für ihren Wahlbezirk erreichen und was ist Ihr Anliegen für die Stadt Altena insgesamt? Hier die Antworten:

Dirk Siebecke, CDU, geb. 1955, Landwirt

Dirk Siebecke. Foto: CDU Altena

Seit mittlerweile 21 Jahren gehöre ich dem Rat der Stadt Altena an. In dieser Zeit haben wir gemeinsam viel erreicht. Verantwortungsvolles und zielführendes politisches Handeln für die Menschen vor Ort und für Altena war mir dabei stets wichtig. Die Leute im Nettetal, der Heimecke, im Steinwinkel und auf dem Nettenscheid sollen sich wohlfühlen und gerne dort leben. Mein Ziel ist es, trotz finanziell knapper Mittel, diese Stadtteile zu stärken und lebenswert zu erhalten.
Die Anwohner sollen wissen, dass sie sich mit Anliegen und Problemen jederzeit an mich wenden können. Die positive Entwicklung der letzten Jahre soll fortgeführt werden. Wichtig ist es, den Wirtschaftsstandort auszubauen, um Arbeitsplätze und Einnahmen zu stärken. Ebenso soll sich Altena mit einer bürgernahen Verwaltung weiter zu einer familienfreundlichen Wohnstadt entwickeln.

Dennis Rudewig, SPD, geb. 1978, Diplom-Sozialarbeiter

Dennis Rudewig. Foto: SPD Altena

Ich kandidiere als familiär geprägter und überzeugter Sozialdemokrat für den Rat der Stadt Altena.
Mir ist es wichtig, dass die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität der Sozialdemokratie auch in unserer sich schnell veränderbaren Welt Bestand behalten und in den kommunalen Gremien vertreten werden.
Der Hochhauskomplex auf dem Nettenscheid steht nun seit Jahren, bis auf einige Wohneinheiten, leer und befindet sich in einem desolaten Zustand. Im gemeinsamen Dialog zwischen Anwohnern, Eigentümern und der Verwaltung sollte schnellstmöglich ein handlungssicherer Zukunftsplan entwickelt werden.
Ich möchte mich für den offenen Austausch zwischen Bürger/innen und Politik einsetzen. Ich bin Mitglied des Jugendhilfeausschuss; im Fokus stehen für mich die Kindergartenbedarfsplanung und der Ausbau und die Pflege der städtischen Spielplätze.

Rita Rüth, Grüne, geb. 1959, Ärztin

Dr. Rita Rüth. Foto: Grüne Altena

Altena ist für mich eine lebens- und liebenswerte Stadt, an deren Gestaltung ich gerne weiter mitarbeiten möchte. Den Kindern und Jugendlichen gilt mein besonderes Augenmerk seit 1995. Ich möchte mich weiter dafür einsetzen, dass auch in den Randzeiten eine gute Betreuung für alle Kinder möglich wird. Ich finde es schade, dass für den leer stehenden ehemaligen Kindergarten auf dem Nettenscheid keine neue Nutzung gefunden werden konnte. Für den gebeutelten Stadtteil wäre das ein gutes Signal gewesen. Der Wechsel im Bürgermeisteramt bringt Herausforderungen, die ein ausgewogenes Miteinander neuer und erfahrener Mitstreiter erfordert. Daher trete ich mit meiner Erfahrung noch einmal an. Eine gute ärztliche Versorgung und die Suche nach einer Lösung für die Schrottimmobilien auf dem Nettenscheid werden meine weiteren Themen in der Ratsarbeit sein.

Josef Wagner, Linke, geb. 1953, Rentner

Josef Wagner. Foto: Straker

Ich wurde als 7. Kind meiner Eltern in Altena geboren. Meine Familie war 1945 aus ihrer Heimat in Schlesien vertrieben worden. Sie war froh, in Altena Aufnahme und Arbeit gefunden zu haben. Bis zu meinem 11. Lebensjahr wohnten wir in verschiedenen Notunterkünften. Aufgrund dieser Erfahrungen wünsche ich mir, dass kein Mensch in Altena in prekären Wohnverhältnissen leben muss. Als Steuerbeamter in der Vollstreckungsstelle habe ich jedoch erfahren, wie viele Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen leben. Ich möchte mich dafür stark machen, dass besonders in Altena eine gesicherte Grundversorgung für Menschen jeden Alters zum Standard gehört. Da ich auf dem Nettenscheid in Altena Fuß gefasst habe, liegt mir dieser Stadtteil besonders am Herzen. Es ist höchste Zeit, das Problem der hiesigen, verkommenen Gebäuderuine endlich zu lösen.

Ulrich Biroth, SDA, geb. 1958, Archivar (Beamter)

Ulrich Biroth. Foto: Matthias Biroth

Meine Schwerpunkte in den letzten Jahren waren die Kindergartenbedarfsplanung, die Brandschutzbedarfsplanung und die personelle Situation in der Verwaltung. Diese Themen werden auch weiter viel Zeit in Anspruch nehmen
Aus dem Ruhrgebiet kommend, war ich erst ein wenig „erstaunt“ über die Kleinstadt Altena, habe diese aber schnell lieben gelernt und würde nie wieder in eine Großstadt zurückziehen. Altena hat wie jede Kommune seine Stärken und Schwächen. Aber an den Schwächen kann man arbeiten und mit dem Lennepark und dem Nutzungskonzept für die Industrieruine Schwarzenstein sind wir auf einem guten Weg. Verändern muss sich in den nächsten Jahren auf jeden Fall etwas in der Innenstadt und den leer stehenden Geschäften. Die Mitarbeit an einem Konzept für eine „neue“ Innenstadt wird ein Schwerpunkt in der nächsten Wahlperiode sein.

Martin Kayser, FDP, geb. 1962, Verkehrsbetriebswirt

Martin Kayser. Foto: privat

Für den Wahlbezirk 7 tritt Martin Kayser aus Evingsen für die FDP an.
Warum für die FDP Altena? Mir ist Freiheit und Selbstbestimmung sehr wichtig. Als Selbstständiger ist die FDP für mich eigentlich die einzig wählbare Partei. Auch wenn es schon einmal mit der Bundes-FDP nicht so klappt, ist die liberale Stimme wichtig. Und weil ich Mitglied der FDP Altena bin, wäre es schon komisch, wenn ich dann nicht hier antreten würde.
Ziele für Altena? Ich finde es schade, dass Nachrodt-Wiblingwerde die Chancen des Projekts interkommunaler Kooperation nicht erkennt und sich stattdessen lieber in Kirchturmpolitik versteigt. Daher bin ich prinzipiell offen für intensive Gespräche mit anderen Partnern. Eine weitere Zusammenarbeit mit anderen Kommunen kann nur helfen.

Das Straßenverzeichnis:

Wahlbezirk 070 – Wahllokal Bürgerzentrum Nettenscheid, Blackburner Str.: Ahornweg 3 – 38; Angst 24; Anschlag 22; Auf der Breitehard 4 – 14; Blackburner Straße 1 – 26, 28, 30; Europaring 1 – 116; Fliederweg 2 – 47, 49; Höllensteiner Weg 1 – 29; Holunder Weg 1 – 19; In der Heimecke 2 – 24; Lanferschlade  1 – 4; Märkische Straße 1 – 23; Nettenscheid 1 – 24; Nettenscheider Straße 40 – 170; Peronner Straße 1 – 41; Steinwinkel 1 – 60; Wachholder Weg 1 – 15; Westfalenstraße 1 – 21; Westiger Straße neu: ab 66 – 94 und wie bislang 96 – 200

Hier finden Sie die weiteren Wahlbezirke.

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