Iserlohn. In einem Flüchtlingswohnheim in Iserlohn hat es einen Corona-Verdachtsfall gegeben. Die Einrichtung ist noch in der Nacht zu Montag (24. August) unter Quarantäne gestellt worden. Feuerwehr, Polizei, städtisches Ordnungsamt und das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises waren im Einsatz. Jetzt liegt das Testergebnis vor.

+++ Update, 26. August, 16.20 Uhr +++

Der Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Corona-Virus hat sich bei einem Bewohner eines Iserlohner Flüchtlingswohnheims nicht bestätigt; der Test ist negativ ausgefallen. Das hat soeben der Märkische Kreis mitgeteilt. Der Mann war am Sonntagabend mit Symptomen einer Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert worden, hat das Hospital aber inzwischen wieder verlassen können, heißt es vom Kreisgesundheitsamt. Das Wohnheim, in dem der Mann und seine Familie leben, bleibt aber vorerst unter Quarantäne: „13 Bewohner, die von Mitarbeitern der Gesundheitsdiensten des Kreises vor Ort abgestrichen wurden, sind negativ getestet worden. Es stehen noch die Ergebnisse von weiteren Bewohnern aus. Die Einrichtung bleibt deshalb zunächst noch unter Quarantäne”, begründet der Märkische Kreis.

+++ Erstbericht +++:

Nach Informationen von LOKALSTIMME.DE geht der Verdacht von einem Bewohner aus, der am Sonntagabend (23. August) mit Grippesymptomen und 40 Grad Fieber ins St.-Elisabeth-Krankenhaus in Iserlohn gebracht worden ist. „Es ist ein Verdacht, aber die Symptome deuten auch auf eine mögliche Corona-Infektion hin”, erklärte Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, dessen Gesundheitsamt die Federführung bei den Maßnahmen in Iserlohn übernommen hat, auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE .

Nachteinsatz für das Kreisgesundheitsamt

In dem Wohnheim im Iserlohner Osten, in der Nähe der Stadtgrenze zu Hemer, sind nach Angaben des Märkischen Kreises 50 Personen untergebracht; 20 Menschen gelten als Kontaktpersonen, darunter auch die schwangere Frau und die beiden Kinder des Mannes, der ins Krankenhaus gekommen ist.

Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes haben noch in der Nacht damit  begonnen, bei den Kontaktpersonen Abstriche vorzunehmen; 13 Abstriche sind dabei genommen worden. Die Aktion soll am Montag fortgesetzt werden. Die Ergebnisse der ersten Corona-Tests sollen laut Pressesprecher Klein am Dienstag vorliegen. Zwei Dolmetscher haben die Aktion begleitet.

50 Bewohner müssen versorgt werden

Die gesamte Einrichtung soll unter Quarantäne gestellt werden. Deshalb ist auch das Iserlohner Ordnungsamt vor Ort, um die Versorgung der Bewohner, etwa mit Lebensmitteln, zu organisieren und sicherzustellen.

Die Polizei ist anfangs mit einem Streifenwagen am Einsatzort gewesen; am Abend hieß es, dass die Situation ruhig sei.

Am Montag soll das Wohnheim wahrscheinlich mit Bauzäunen abgesperrt werden, um die Einhaltung der Quarantäne einfacher kontrollieren zu können. In der Nacht überwachte zunächst ein privater Sicherheitsdienst das Gebäude.

Ansteckungsgefahr in Wohnheimen am höchsten

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Ansteckungsgefahr nach einem Corona-Ausbruch in Flüchtlingswohnheimen, noch vor Senioreneinrichtungen und Privathaushalten, am höchsten: Demnach überträgt sich das Virus von einem Infizierten auf durchschnittlich 20,8 Menschen in Flüchtlingsunterbringungen. In Seniorenheimen sind es durchschnittlich 18,8 und in Seniorentagesstätten 18,4  Menschen, die sich anstecken, im privaten Umfeld durchschnittlich 3,2.

Foto: Björn Braun

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