Iserlohn/Düsseldorf. Krisen-Treffen im NRW-Bauministerium in Düsseldorf mit Iserlohner Beteiligung: Vertreter der Städte, die von Schließungen der Karstadt-Kaufhof-Häuser betroffen sind, haben sich jetzt in der Landeshauptstadt getroffen, um gemeinsam mit Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) nach Auswegen zu suchen. Für die Waldstadt hat der Beigeordnete Martin Stolte an dem Treffen teilgenommen.

Auch das Iserlohner Karstadt-Warenhaus am Schillerplatz steht auf der Schließungsliste; das Essener Unternehmen hat das Aus für den Standort beschlossen. Insgesamt will Galeria-Karstadt-Kaufhof deutschlandweit 56 Häuser schließen.

Miete gesenkt – Karstadt bleibt

Iserlohn befindet sich damit in der gleichen Situation wie etwa Essen und Dortmund: In Essen stehen drei Standorte vor dem Aus; in Dortmund sind es zwei. Dortmund wird nach den Plänen des Konzerns den Kaufhof am Westenhellweg und das Karstadt-Sports-Haus am Hansaplatz verlieren – auch Karstadt sollte ursprünglich geschlossen werden; für dieses Haus hat der Konzern inzwischen den Fortbestand verkündet. Wohl auch, weil die Miete gesenkt worden ist.

Iserlohn mit Sonderstellung

Beim Treffen der Städte-Vertreter in Düsseldorf ging es nach Informationen von LOKALSTIMME.DE um die Frage, wie das Land den betroffenen Kommunen dabei helfen kann, neue Ideen und Konzepte für die Zentren zu entwickeln, denen durch die Schließungspläne der Leerstand großer Immobilien droht. Iserlohn nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Die Waldstadt ist wahrscheinlich die einzige Kommune, die Eigentümerin der Karstadt-Immobilie ist. In allen anderen Städten sind es zumeist Fonds oder Immobiliengesellschaften, denen die Häuser gehören.

250.000 Euro an Landeshilfen?

Insider waren davon ausgegangen, dass bei dem Treffen in Düsseldorf derzeit noch keine konkreten Hilfen zugesagt würden, sondern den Kommunen eher ein schneller Zugang zu Förderungen aus den bestehenden Landesprogrammen zum Stadtumbau zugesagt werde. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet am Donnerstag (9. Juli) in seiner Online-Ausgabe, dass das Landesbauministerium den Städtevertretern pro Standort, der geschlossen werden soll, eine Landeshilfe in Höhe von 250.000 Euro angekündigt habe; das Geld solle verwendet werden, um Konzepte für eine neue Nutzung der Warenhaus-Immobilien erstellen zu lassen. Anträge müssen demnach bis zum 16. Oktober ans Landesbauministerium gestellt sein.

Mehr als 5.000 Unterschriften

In Iserlohn sind zudem 5.207 Unterschriften von Personen zusammengekommen, die sich für den Verbleib von Karstadt aussprechen. Diese Unterschriften haben die stellvertretenden Bürgermeister Thorsten Schick (CDU), Michael Scheffler (SPD) und Karsten Meininghaus (CDU) sowie für die Stadtverwaltung Beigeordneter Michael Stolte dieser Tage von Karstadt-Kaufhof-Betriebsräten entgegengenommen.

Die Brücke zum Karstadt-Kaufhaus am Schillerplatz ist seit Oktober vergangenen Jahres bereits Geschichte. - Jetzt geht es um die Zukunft der Warenhaus-Immobilie. Foto (Archiv): Björn Braun
Die Brücke zum Karstadt-Kaufhaus am Schillerplatz ist seit Oktober vergangenen Jahres bereits Geschichte. – Jetzt geht es um die Zukunft der Warenhaus-Immobilie. Foto (Archiv): Björn Braun

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