Altena. Der SPD-Ratsherr und stellvertretende Vorsitzende der SPD Altena, Reiner Kemmerling, hat alle Parteiämter aufgegeben und ist nach eigenen Angaben auch aus der Partei ausgetreten. Kemmerling erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorstand und die Fraktion der Altenaer SPD und spricht von „massiven Mobbingattacken“ gegen ihn, die ihm eine Weiterarbeit unmöglich gemacht hätten. Sein Ratsmandat will er weiter, offenbar als parteiloser Ratsherr, ausüben.

Damit sorgt Kemmerling nur vier Monate vor der Kommunalwahl für einen Paukenschlag. Kemmerling war erneut als SPD-Kandidat für den Wahlbezirk Drescheider Berg/untere Rahmede vorgesehen; auch seine Tochter sollte für die SPD als Kandidatin antreten, sie ist ebenfalls ausgetreten. Reiner Kemmerling galt in der Partei als einer der Statthalter des langzeiterkrankten Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzenden Lutz Vormann – war in seiner Arbeit aber zuletzt nicht unumstritten.

Der Frust bei Kemmerling scheint tief zu sitzen: „Ich kann mit diesen Leuten aus dem SPD-Vorstand und der Fraktion nicht länger zusammenarbeiten. Ich möchte auch keinen Kontakt mehr mit diesen Leuten“, schreibt Kemmerling auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE per E-Mail. Persönlich war Kemmerling nicht zu sprechen. Er schreibt weiter allgemein: „Was ich in den letzten 19 Jahren in der SPD Altena geleistet habe, wurde mit Füßen getreten.“ Konkret führt er die Vorwürfe nicht aus, sondern schreibt: „Angriffe, teilweise unter der Gürtellinie, sind nur ein Teil der Geschichte.“

Kemmerling kündigt an, für den Rest der laufenden Wahlzeit, die im Herbst endet, sein Ratsmandat behalten zu wollen. Wie es danach weiter geht und ob er als unabhängiger Kandidat für den Rat bei der Kommunalwahl antritt, ließ er offen: „Ich werde erst einmal abwarten, was in den nächsten Wochen passiert.“

Kommentar von Björn Braun:

Dieser Schritt zeichnete sich ab, dass er allerdings so schnell kam und vor der Kommunalwahl, ist dann doch überraschend. Die Kritik innerhalb der Partei an der Gruppe um Lutz Vormann, Reiner Kemmerling und zu der auch Imgard Ibrom gehören soll, wurde immer lauter. Lutz Vormann kann die Partei aus Krankheitsgründen seit fast zwei Jahren kaum oder nur schwer führen und sein Stellvertreter Reiner Kemmerling hatte mit schwindendem Rückhalt innerhalb der Partei zu kämpfen. Die SPD Altena wäre jetzt gut beraten, Neuwahlen zu veranlassen, um einen Stillstand zu vermeiden und wieder nach vorne zu blicken. Dazu gehört allerdings auch, das Lutz Vormann sich fragen muss, wie und wann er als 1. Vorsitzender wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen kann. Mit einem Neustart kehren vielleicht auch Parteimitglieder zurück, die sich in der Vergangenheit zurückgezogen haben.

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