Altena. Eigentlich wollte der Vorstand der SPD Altena am Donnerstagabend (5. März) im Haus Lennestein die Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat vorstellen und durch die Mitglieder wählen lassen. Allerdings endete der Abend mit einem Fiasko für den Vorstand.

Bei der Mitgliederversammlung der SPD Altena wollte der Vorstand den Mitgliedern Personalvorschläge für die Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat, Kreistag und der Reserveliste unterbreiten, laut Tagesordnung. Zu Beginn der Versammlung ließ der Vorstand aber den Punkt 11. „Vorstellung und Wahl der Kandidatinnen und Kandidaten für die Reserveliste“ von der Tagesordnung streichen, da diese noch nicht komplett war.

Reiner Kemmerling, 2. Vorsitzender, verlas von vier Bewerberinnen und Bewerbern, die aus Krankheitsgründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnten, unter ihnen auch der 1. Vorsitzende Lutz Vormann, die Bewerbungen für die Wahlbezirke vor. Im Anschluss stellten sich die restlichen 12 Kandidatinnen und Kandidaten der einzelnen Wahlbezirke persönlich der Mitgliederversammlung vor.

Nachdem Christoph Kerper sich für den Wahlbezirk 16 (Altroggenrahmede, Zum Hohle, Drescheid) vorstellte und den Zustand der Altenaer Verwaltung kritisierte („kaputt gespart, Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch“) und forderte, das wieder Personal aufgebaut werden müsste, sollte gewählt werden.

„Wir können heute nicht abstimmen!“

Doch SPD-Mitglied Dietmar Flusche, vor seinem Ruhestand lange Jahre Wahlleiter im Rathaus, sorgte mit einer Wortmeldung für ratlose Gesichter: „Wir können heute nicht abstimmen! Die Niederschrift sagt ganz klar, das wir die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlkreise und die der Reserveliste gemeinsam in einer Versammlung wählen müssen.“ Da aber zu Anfang Punkt 11 mit der Reserveliste von der Tagesordnung gestrichen wurde, war dies nun formell nicht mehr möglich. „Das wussten wir nicht“, so der Vorstand. Ein peinlicher Fehler des neuen Vorstandes um den 2. Vorsitzenden Reiner Kemmerling, die auf ihren krankheitsbedingten langjährigen ersten Vorsitzenden, Lutz Vormann, verzichten mussten. So blieb den Genossen nichts anderes übrig, als die Bestimmung der Wahlbezirksbewerber und der Reserveliste auf den 29. April zu verschieben.

Für den Kreistag im Wahlbezirk Innenstadt wurde Markus Ferber mit 19 Ja, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung gewählt. Als Huckepackkandidat trat Reiner Kemmerling an. Er bekam nur 13 Ja-Stimmen und vier Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen. Für den Kreistagswahlbezirk Rahmede und Werdohl wurde Helmut Göss mit 14 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung gewählt.

(Lesen Sie dazu auch ein Kommentar unter den Wahlbezirken)

So wollte der Vorstand der SPD Altena die Wahlbezirke besetzten:

  • Wahlbezirk 1 (Knerling und Brachtenbeck): Dennis Becker
  • Wahlbezirk 2 (Pragpaul und Tiergarten): Ursula Odebralski
  • Wahlbezirk 3 (Linscheid): Sebastian Volbert
  • Wahlbezirk 4 (Mühlendorf, Feldstraße, Linscheidstraße): Niclas Kozuchowski
  • Wahlbezirk 5 (untere Nette, Behördenviertel und Lennestraße): Vanessa Werner
  • Wahlbezirk 6 (mittlere Nette, Winkelsen und Lennestein): Martin Müller
  • Wahlbezirk 7 (obere Nette, Steinwinkel, Nettenscheid): Dennis Rudewig
  • Wahlbezirk 8 (Evingsen, Im Springen, Ihmerter Straße): Lisa Chiarelli
  • Wahlbezirk 9 (Evingsen, Zentrum Ihmerter Straße): Thomas Schmitz
  • Wahlbezirk 10 (Dahle, Hauptstraße, Neuenrader Straße): Helmut Göss
  • Wahlbezirk 11 (Dahle, Altenaer Straße, Mühlenstraße): Paul Rump
  • Wahlbezirk 12 (Burg Holtzbrinck, Bungern, Rahmedestraße): Lutz Vormann
  • Wahlbezirk 13 (Breitenhagen, Rahmedestraße, Drescheider Berg): Reiner Kemmerling
  • Wahlbezirk 14 (Breitenhagen, Am Breitenhagen, Wilhelmstraße): Ann-Sophie Kemmerling
  • Wahlbezirk 15 (Mühlenrahmede, Rahmedestraße, Rosmart): Markus Ferber
  • Wahlbezirk 16 (Altroggenrahmede, Zum Hohle, Drescheid): Christoph Kerper

Kommentar von Björn Braun:

Die SPD Altena muss einem langsam schon leidtun. Nachdem sie es nicht schafft, einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten für die Burgstadt zu stellen, ist sie auch nicht in der Lage, die Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat gemäß den Vorgaben zu wählen, weil sie anscheinend nicht die formellen Vorschriften für diese Wahl kennt. Gut, dass Dietmar Flusche aufgepasst hat. Jahrzehntelang hatte Flusche im Altenaer Rathaus die Wahlen verantwortlich bearbeitet. Warum sich der neue Vorstand im Vorfeld nicht bei ihm informiert hat, ist ein Rätsel und fahrlässig. Es scheint nach außen so, als wenn die SPD Altena in zwei Lager zerstritten ist, wenn man die Reaktionen auf verschiedene Handlungen genau beobachtet und sich mit dem ein oder anderen SPD-Mitglied unterhält. Es macht den Eindruck, dass Reiner Kemmerling, 2. Vorsitzender, nicht in der Lage ist, die Partei geschlossen hinter sich zu vereinen und zu führen in der Zeit, in der Lutz Vormann krankheitsbedingt fehlt. Keine guten Voraussetzungen für das Wahljahr 2020.

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