Altena. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Lutherkirche und anschließendem Empfang im Gemeindesaal ist am Sonntag (1. März) Pastor Dr. Sadrack Djiokou in sein Amt als neuer Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde eingeführt worden. Die Gemeinde selbst, die Nachbargemeinden, der Kirchenkreis, das Jugendreferat, Djiokous Doktorvater Professor Traugott Jähnichen (Ruhruniversität Bochum) und die katholische Kirche hießen den neuen Seelsorger herzlich willkommen. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein verbindet mit dem Mann aus dem Kamerun sogar die Hoffnung auf eine Partnerschaft, die die Burgstadt auf den afrikanischen Kontinent schlagen könnte.

Die Reihe der Gratulanten mochte kaum ein Ende nehmen: Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller von der Kirchenleitung nannte den Dienstantritt von Sadrack Djiokou in Altena einen „historischen Tag“. — „Altena war und ist immer eine weltoffene Stadt gewesen und ist es noch immer“, begrüßte Bürgermeister Hollstein den Theologen aus Afrika. Mit dessen Dienstantritt, so formulierte Hollstein, verbinde er die Hoffnung, dass sich die Möglichkeit „einer Partnerschaft“ von Altena aus auf den afrikanischen Kontinent ergeben könne; solche Initiativen würden auch vom Bundesministerium für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt und gefördert. Von den Pfarrerkollegen der Nachbargemeinden, Wolfgang Kube (Nachrodt) und Uwe Krause (Dahle, Evingsen) gab es herzliche Worte zum Willkommen und gleich Wanderkarten und Ausflugstipps, um das Sauerland zu erkunden für Sadrack Djiokou; Pfarrer Ulrich Schmalenbach hatte eine Engelsfigur als guten Boten und Begleitung dabei.

„Sie sind eine Bereicherung”

Glückwünsche und gute Worte gab es auch von Vertretern aus dem Kirchenkreis Soest (Neuengeseke, Möhnesee), wo Djiokou Anfang der 2000er-Jahre seinen Dienst in Deutschland begonnen hatte.

Zuvor war der Akt der eigentlichen Einführung in einem Festgottesdienst erfolgt. Die Einführungshandlung nahmen Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, Superintendentin Martina Espelöer und Pfarrer Martin Heider vor. Dabei erinnerte Superintendentin Espelöer daran, dass Kamerun, das Geburtsland von Sadrack Djiokou, vor rund 130 Jahren, zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs, noch deutsche Kolonie war. „Heute können wir gemeinsam Kirche sein“, freute sich die Superintendentin. Für das Presbyterium der Kirchengemeinde Altena hieß Pfarrerin Gudrun Vogel den neuen Pfarrkollegen willkommen: „Sie sind eine Bereicherung für die Gemeinde, die Stadt und die Region“, urteilte Vogel und wünschte sich, „Glauben und Leben mit Ihnen und ihrer Familie zu teilen“.

Vorstellung der Familie

Und der, der im Mittelpunkt stand, gab sich bescheiden, war angesichts der vielen guten Wünsche sichtlich gerührt, mag aber auch die Erwartungen an ihn und sein Wirken gespürt haben. Den Empfang nutzte Djiokou, den Gästen seine Frau Angeline und seine sechs Töchter vorzustellen. „Es ist gut, dass das Pfarrhaus so viele Zimmer hat“, stellte Djiokou augenzwinkernd fest.

Die Predigt im Gottesdienst hielt Djiokou über Worte aus dem Neuen Testament, und zwar aus dem Markus-Evangelium (Kapitel 9, Vers 24): „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.“ Djiokou stellte an der Geschichte einer Wunderheilung heraus, dass „der Mensch beim Glauben im Mittelpunkt steht, nicht zurückgehende Gemeindegliederzahlen und knappe Finanzen“. Der Glaube an Christus sei „Voraussetzung für Wunder“, nicht deren Folge. Djiokou warb: „Der Glaube öffnet uns für Dinge, die wir mit Wissen alleine nicht erreichen können.“

Verabschiedung von Pfarrer Ruck

Die Einführung von Sadrack Djikou und sein Dienstbeginn fielen zusammen mit der Verabschiedung von Pfarrer Jürgen Ruck, der künftig seinen Dienst – aus gesundheitlichen Gründen – näher an seinem Wohnort Schwerte verrichten wird, wo er innerhalb des Kirchenkreises eine neue Aufgabe in der Altenheimseelsorge übernimmt. Seit 2006 war Ruck im Altenaer Ellen-Scheuner-Haus in der Altenheimseelsorge tätig; seit 2015 zusätzlich mit einer halben Stelle in der ev. Kirchengemeinde in Altena. Ruck wurde ebenfalls mit herzlichen Worten, Wünschen und großem Dank verabschiedet – den Dank gab Ruck an die Gemeinde und das Presbyterium zurück, und an seinen Nachfolger, Sadrack Djiokou eine ganze handvoll Altenaer Parkmünzen, die er selbst nun nicht mehr brauche.

Teile diesen Beitrag auf: