Iserlohn. Die Märkischen Kliniken bestätigen auf unsere Nachfrage: Das Video, das in den vergangenen Tagen im Internet verbreitet wurde und ein Krankenhaus nachts als „Lost Place“ zeigt, ist im geschlossenen Marienhospital in Iserlohn-Letmathe gedreht worden. „Nach Auswertung der Aufnahmen konnte der Drehort im Marienhospital Letmathe bestätigt werden“, teilen die Märkischen Kliniken am Dienstag (18. Februar) mit. Die Gesundheitsholding hat wegen Hausfriedensbruch Anzeige gegen unbekannt erstattet. Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass das ausgediente Gebäude ungebetenen Besuch bekommen hat.

Ein Zugriff auf Patientendaten sei bei dem aktuellen nächtlichen Einbruch und Videodreh nicht möglich gewesen, versichern die Märkischen Kliniken: „Es befanden sich weder Rechner, die Zugriff auf Patientendaten erlauben, noch Patientenunterlagen im Gebäude. Diese wurden nach Schließung unmittelbar abtransportiert. Das Ergebnis der Sicherung der Patienteninformationen wurde zudem im Anschluss von einem Datenschutzbeauftragten kontrolliert“.

Der Computer, der im Video von einer der Personen eingeschaltet wird, sei für die Steuerung eines Röntgengerätes vorgesehen. „Nach Sichtung des Filmes mit medizinischem Fachpersonal gibt es zur Zeit für uns keinen Hinweis, dass die Röntgenröhre tatsächlich in Betrieb genommen wurde. Ob dies tatsächlich so war, wird durch eine Fachfirma derzeit noch technisch überprüft. Ebenso werden zur Sicherung von Regressansprüchen gegen alle an der Aktion Beteiligten, die medizinischen Anlagen auf Beschädigungen hin geprüft“, teilen die Märkischen Kliniken, eine Tochtergesellschaft des Märkischen Kreises, weiter mit.

„Wachdienst überprüft Zugänge”

Einen Hinweis auf das Video, in dem Personen in der Nacht durch das Krankenhaus gehen und medizinische Anlagen bedienen, erhielten die Kliniken nach eigenen Angaben bereits am Donnerstag. Noch in der vergangenen Woche sei eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruch bei der Polizeidirektion Lüdenscheid erstattet worden. Nach Informationen von LOKALSTIMME.DE soll der Moderator (32.) aus Dorsten (Kreis Recklinghausen) kommen.

Einerseits betonen die Märkischen Kliniken, dass das Marienhospital nach seiner Schließung gegen unbefugtes Eindringen umfassend gesichert worden sei. Unter anderem wurden alle Fenster im Erdgeschoss durch Holzpaneelen verschlossen. „Ein Wachdienst überprüft mehrmals pro Tag die Unversehrtheit der Zugänge. Dies lässt den Rückschluss zu, dass sich die Eindringlinge mit krimineller Energie Zutritt zum Gebäude verschafft haben“, stellt die Geschäftsführung der Kliniken fest.

Zukunft des Gebäudes weiter unklar

Da momentan noch nicht klar sei, wie genau die Täter in das Gebäude gelangen konnten, würde „der Einsatz weiterer Sicherungsmaßnahmen geprüft“.

„Bei den beschriebenen Vorgängen handelt es sich um Straftaten. Die Märkischen Kliniken werden diese auch zukünftig straf- und gegebenenfalls zivilrechtlich verfolgen“, heißt es in der Antwort auf die Nachfrage von LOKALSTIMME.DE.

Die Märkischen Kliniken räumen weiter ein, dass bereits „erstmals Ende Januar und Anfang Februar Mitarbeiter der Märkischen Dialysezentren, die im sonst leeren Gebäude des Marienhospitals noch eine Dialysepraxis betreiben, Hinweise auf widerrechtliches Eindringen in das Gebäude gegeben haben. Dabei wurden Werkzeuge entwendet. Eine Anzeige wurde in allen Fällen gegen Unbekannt erstattet, Einbruchspuren konnten aber damals wie heute nicht gesichert werden“.

Wie es mit dem leerstehenden und ausgedienten Klinikgebäude weitergeht sei noch unklar. Es fänden dazu Gespräche statt; ein Ergebnis gebe es noch nicht.

Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

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