Altena. In einer neuen Schauspielführung lernen die Besucher der Burg Altena jetzt den Alltag einer Magd oder eines Knechtes hautnah kennen. Und geraten dabei in einen erbitterten Streit um die Herrschaft.
Wer hatte 1609 das Sagen in der Grafschaft Mark? Und wem gehörte das Land? Solche und andere Fragen werden bei der neuen Schauspielführung „1609 – Aufbruch in eine neue Zeit“ auf Burg Altena geklärt. Die Teilnehmer reisen in eine Zeit der politischen Umbrüche und erleben die Geschichte aus der Perspektive einer Magd oder eines Knechts. Ausgangspunkt ist der Tod Johann Wilhelms I., des letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg und letzten Grafen von der Mark. Da er keine Kinder hinterließ, entbrannte ein erbitterter Streit um sein Erbe. Brandenburg und Pfalz-Neuburg erhoben Ansprüche auf die Gebiete, Truppen wurden in Stellung gebracht. Die politische Lage wurde zunehmend unübersichtlich.
„Die Geschichte der Burg Altena endet nicht im Mittelalter“
Auf Burg Altena begegnen die Gäste zwei Bediensteten, die sich bestens mit der Burg und ihren Bewohnern auskennen. Sie wissen, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, und führen ihre Besucher sogar heimlich in die Räume des Adels. Schließlich ist das Gesinde dort eigentlich nicht erwünscht – und der Amtsdroste könnte jederzeit auftauchen. Während des Rundgangs erfahren die Teilnehmer, welche Auswirkungen der Erbstreit auf das Leben auf der Burg hat und wem in dieser unruhigen Zeit noch zu trauen ist.
„Mit der Schauspielführung möchten wir zeigen, dass die Geschichte der Burg Altena nicht mit dem Mittelalter endet“, sagt Museumspädagogin Bernadette Lange vom Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises. Auch das 17. Jahrhundert sei von politischen Veränderungen und Konflikten geprägt gewesen. Durch die Perspektive einer Magd oder eines Knechts könnten Besucher diese Geschichte auf unmittelbare Weise erleben.
Idee entstand bei Besuch in Irland
Die Idee für das neue Angebot entstand nach einem Besuch im irischen Partnerkreis Waterford. Dort lernte Lange unter anderem den Bischofspalast kennen, der ausschließlich im Rahmen von Schauspielführungen besichtigt werden kann. Das Konzept, historische Inhalte mit Schauspiel und einer fiktiven Geschichte zu verbinden, wird nun auch auf Burg Altena umgesetzt.
Die Führung dauert etwa 75 Minuten und richtet sich insbesondere an Erwachsene. Pro Gruppe können bis zu 15 Personen teilnehmen. Zwei Gruppen können gleichzeitig geführt werden. Reservierungen sind über die Internetseite oder telefonisch unter 02352/9667034 möglich. Die Kosten betragen 60 Euro pro Gruppe.



