Altena. „Es ist gigantisch gelaufen“: Alexander Grass, Hauptmann der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG), blickt auf Altenas Schützenfest – und kündigt fürs Jubiläum 2029 an, nochmal „eine Schüppe draufzulegen“.
Gegründet 1429: In drei Jahren feiert die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft in Altena ihr 600-jähriges Bestehen. Weil während der Corona-Pandemie das Fest von 2021 auf 2023 verschoben werden musste, passt das Jubiläumsjahr als Nebeneffekt jetzt in den üblichen Drei-Jahres-Festrhythmus. „Es gibt schon viele Ideen„, sagt Hauptmann Alexander Grass, möchte aber noch keine Details verraten. „Lasst euch überraschen“, ist seine Botschaft an die Schützen wie an die Bevölkerung.
Was feststeht: Es bleibt dabei, dass die FWG den Spagat zwischen Tradition und Moderne macht. Das ist aus Sicht des Hauptmanns auch ein Bestandteil des Erfolgsrezepts. Denn: Obwohl Altena im demografischen Wandel rasant an Einwohnern verloren hat, hat die FWG „mehr Mitglieder als vor drei Jahren“.
„Wir sind alle gleich. Es gibt kein gleicher“
„Die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft muss weiter die Jugend- und Nachwuchsarbeit fördern„, sagt Alexander Grass: Wer als Kind als Schildträger im Festumzug mit dabei ist oder als Jugendlicher beim Kränzebinden, der wächst auch in die Gesellschaft hinein.
Dazu kommt das Motto der FWG: „Wir sind alle gleich. Es gibt kein gleicher. Wir alle sind Altena„, übersetzt Hauptmann Alexander Grass den Wahlspruch „Einigkeit macht stark“, wie er auf der Fahne steht. Das müsse besonders in „schwierigen Zeiten“ gelten.

Altena in grün-weiß hat jetzt wieder drei Jahre Pause: Am Montag stand das Abschmücken an – wie hier Schützen der Kompanie Mühlendorf am Kreisverkehr am Markaner. Foto: Carsten Menzel
Der nächste feste Termin im Kalender der FWG ist die Generalversammlung am 9. Oktober auf Burg Altena. Dort wird auch das eigentliche Fazit zum Schützenfest gezogen. „Es war phänomenal zu sehen, wie viele Schützen mitgemacht haben“, sagt Hauptmann Alexander Grass schon jetzt und lässt die Bilder vom Bungern, vom Festumzug und aus dem Festzelt Revue passieren. Dass die Altenaer Schützen keine feste Halle haben, hat sich zudem einmal mehr als Vorteil erwiesen: „Das Zelt war großartig„, urteilt Alexander Grass: Nicht nur grün-weiß geschmückt, sondern mit Sternenhimmel aus zig LED-Lämpchen. Dazu „sehr gute Bands, die lange gespielt haben“.
Kompanie Rahmede hält an Kapelle fest
Dass es ein paar kleine Rucker im Festablauf gegeben hat, fällt nicht wirklich ins Gewicht. Dass die Kompanie Rahmede wegen Verspätung der Begleitkapelle und/oder fehlender Instrumente der Musikerinnen und Musiker schon mal eine halbe Stunde zu spät eintrifft, ist bereits zum Running Gag geworden. „Die Rahmede will trotzdem in drei Jahren wieder die gleiche Kapelle haben“, verrät Alexander Grass lachend. Auch, dass der Hofstaat zur Parade am Samstag plötzlich einen anderen Weg zur Aufstellung genommen hat und so der Umzug kurz stoppte, kann das Fazit nicht trüben. „Das ist doch wie das Salz in der Suppe„, hatte schon am Samstag Ehrenscheffe Peter-Wilm Schmidt (Nette) festgestellt.
„Frage aller Fragen“ beim Bungernfest 2028
Ab Januar 2027 beginnt die Vorbereitung des Jubiläumsfests, kündigte Alexander Grass am Montag im Gespräch mit LOKALSTIMME an. Mit Blick auf das Sicherheitskonzept, das „immer schwieriger und komplizierter“ werde, wünscht sich der Hauptmann „mehr Unterstützung von Land und vom Bund“. Seine Sorge: Irgendwann sind die Auflagen so hoch, dass „das ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen ist“.
Im Spätsommer 2028 steht dann das Bungernfest an. Mit der „Frage aller Fragen“ durch den Hauptmann: „Wollen wir im nächsten Jahr wieder Schützenfest feiern?!“ Bei einem (erwartbaren) Ja, ist dann klar: 2029 feiert die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft vom 31. Mai (Donnerstag/Fronleichnam) bis 2. Juni (Samstag) ein besonderes Schützenfest zu ihrem 600-jährigen Bestehen.



