Altena. Mit einem festen Händedruck und einem Augenzwinkern verabschiedet sich nach 36 Jahren ein prägendes Gesicht des städtischen Baubetriebshofs: Am Freitag hatte Detlef Kalupka seinen letzten Arbeitstag bei der Stadt Altena.
Seit dem 1. Juli 1990 war er im Einsatz – bei Wind und Wetter, bei Hochwasser und Orkan, auf Straßen, an Mauern und in zahllosen Einsatzlagen. Als Kalupka beim Baubetriebshof der Stadt Altena anfing, war sein Aufgabenbereich klar umrissen: Straßenunterhaltung, die Pflege von Mauern und Nebenanlagen. Fünf Jahre später wurde er bereits Straßenmeister. Von da an koordinierte er Kolonnen, plante Kontroll- und Erkundungsfahrten, kümmerte sich um Bestellungen, Vor- und Nachbesprechungen – und um sehr viel Papierkram.
Ursprünglich hatte Detlef Kalupka Maurer gelernt. Nach 13 Jahren in verschiedenen Betrieben der Privatwirtschaft wechselte er als Meister zur Stadt. Für die neue Aufgabe legte er zusätzlich die Qualifikation als Werkpolier im Straßen- und Tiefbau ab. Was ihn all die Jahre motiviert hat? „Man ist immer an der frischen Luft“, betont Kalupka. „Nur hinter dem Schreibtisch wäre nichts für mich“, antwortet er.
Hochwasser, Orkan, Starkregen: Einsätze, die bleiben
In 36 Jahren hat er einiges erlebt. Das Hochwasser im Oktober 1998 ist ihm bis heute präsent. „Wir hatten mehr als vier Meter Wasser“, erinnert er sich. „Da haben wir die Schotten in der Lennestraße bis oben hin gebaut und sie nochmal mit Kanthölzern aufgekeilt, weil das Wasser schon bis oben stand.“ Auch Orkan Kyrill im Januar 2007 forderte den Bauhof heraus. „Da hatten wir auch gut zu tun“, fasst er das Großschadensereignis trocken zusammen.
Besonders einschneidend war jedoch das Starkregenereignis vom 14. und 15. Juli 2021. „Da habe ich zum ersten Mal im Bauhof übernachtet“, erzählt Kalupka. „Wir waren ja abgeschnitten. Hier kam so viel Wasser runter, die Ausspülungen sind immer noch zu sehen.“ Er zeigt aus dem Bürofenster auf den Hang. „Das Vordach unten schwamm auf und war fast auf einer Ebene mit dem Fensterbrett!“ Geschlafen habe er kaum. „Es gab Felsbrocken, die schwammen!“, sagt er ungläubig. Schwere Gesteinsbrocken krachten mit den Wassermassen gegen die Mauern des Bauhofs. Als das Wasser ins Gebäude lief, öffnete er vorne eine Tür, damit es wieder abfließen konnte. Eine Nacht, die er – wie viele Altenaerinnen und Altenaer – nicht vergessen wird.
Kollegialität und Respekt
Bei allen Einsätzen und Herausforderungen sind es vor allem die Menschen, die Detlef Kalupka in Erinnerung bleiben. „Das Arbeitsklima war immer gut“, sagt er. Besonders gefreut habe er sich über dankbare Rückmeldungen aus der Bevölkerung, wenn eine Maßnahme abgeschlossen war. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Zumindest bis Kollege Koslowski hier angefangen hat!“ Der so Angesprochene, sein Nachfolger Nico Koslowski, steht lachend im Büro. Beide sind Maurermeister – und beide nehmen sich gern gegenseitig auf die Schippe. Doch hinter den Scherzen steckt großer Respekt. Koslowski ist froh, noch von seinem Vorgänger lernen zu können. „Ich werde ihn bestimmt auch noch zuhause anrufen und fragen: ‚Wie war das nochmal?‘ oder ‚Wen muss ich da kontaktieren?‘ Sein Erfahrungsschatz ist enorm“, sagt Koslowski. Und Kalupka antwortet prompt: „Ich komme auch gern vorbei!“
Pläne für den „Unruhestand“
Ganz ruhig wird es für den 64-Jährigen in Ruhestand wohl nicht werden. Auf seinem Hanggrundstück und am Haus warten bewusst aufgeschobene Projekte. „Da habe ich mir extra Arbeiten aufgehoben“, sagt er schmunzelnd. Und wenn es wärmer wird, geht es mit dem eigenen Wohnmobil auf Tour. In seinem Kopf sind noch weitere Pläne für die Zukunft – Langeweile dürfte nicht aufkommen.
Als Sprecher der Stadtverwaltung erklärt Hanno Grundmann: „Mit Detlef Kalupka verliert die Stadt Altena einen erfahrenen Straßenmeister, der in Krisensituationen kühlen Kopf bewahrte und im Alltag verlässlich organisierte. Menschlich wie fachlich hinterlässt er große Fußstapfen. Seine Nachfolger treten sie mit Respekt an – und wissen: Ein Anruf beim alten Meister wird auch künftig möglich sein.“



