Menden. Die Stadtbücherei Menden zieht in diesem Frühjahr um. Jetzt steht fest, wie die letzten Wochen am bisherigen Standort ablaufen und was sich im Neubau alles ändern wird.
Erst dauerte es recht lange, bis der Rat im September 2024 den Umzug der Mendener Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek beschlossen hatte, jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Der anstehende Umzug und die Eröffnung an neuem Standort werfen ihre Schatten voraus. Die feierliche Eröffnung an der Unnaer Straße 2/4 ist für den 29. Mai geplant. Doch bis es soweit ist, hat das Büchereiteam rund um Leiterin Veronika Czerwinski, sei es am bisherigen Standort als auch am neuen, noch alle Hände voll zu tun. Umzugskartons müssen gepackt und schließlich wieder ausgepackt werden.
Alle im November 2025 ausgeschriebenen Gewerke und Lieferleistungen sind vergeben. In der vergangenen Woche gab es einen Vor-Ort-Termin in den neuen Räumlichkeiten mit allen Lieferanten, Handwerkern, dem Innenarchitekt Andreas Franke und der Büchereileitung. Dort wurden wichtige Absprachen getroffen und ein Zeitplan erstellt.
Um nicht Unmengen an Kartons packen zu müssen, ruft die Bücherei die Kampagne „Leiht-uns-leer“ ins Leben. Das bedeutet, dass die Nutzerinnen und Nutzer ab dem 27. Januar möglichst viele der insgesamt rund 34.000 Medien ausleihen und erst im neuen Gebäude wieder zurückgeben sollen. Die Leihfristen werden bis zur Neueröffnung angepasst, zudem werden die Mengenbegrenzungen für Medien wie beispielsweise für Tonies aufgehoben.
In der kommenden Woche, am 31. Januar 2026, startet auch wegen des Umzugs verfrüht, und nicht erst im März, die Ausleihe der Saatgutbibliothek, damit die Kontinuität und der Erfolg der Aktion auch im dritten Jahr gewährleistet ist.
Neubau bietet Themenräume und eine Außenfläche
Am 28. Februar ist dann schließlich der letzte Ausleihtag im Alten Rathaus. Danach werden die verbleibenden Medien durch das Bibliotheksteam verpackt. Zudem gilt es Regale, die aus den bisherigen Räumlichkeiten mit umziehen, abzubauen und am neuen Standort wieder aufzubauen und zu bestücken. Dort werden zudem im März noch neue Regale und Möbel sowie die Selbstverbuchungsautomaten und die Medienrückgabebox aufgebaut. Anfang April hofft man schließlich, alles einräumen, die neue Technik testen sowie das Bibliothekspersonal schulen zu können.

Die Bücherei zieht in einen Neubau an der Unnaer Straße.
Voraussichtlich in der 16. Kalenderwoche soll dann das Soft-Opening starten. Dann können die Besucherinnen und Besucher erstmals die neuen barrierefreien Räumlichkeiten kennenlernen, später sind eventuell auch noch gezielt Führungen geplant. Im neuen Gebäude wird es auf den 1000 Quadratmetern unter anderem ein Wohnzimmer mit Romanen und Reiselektüre und auch eine Außenfläche geben. Zudem sind weitere Themenräume wie Arbeitszimmer, Kinderzimmer, Esszimmer und vieles mehr geplant. Selbstverständlich gehört auch ein Lesecafé dazu, dieses soll integrativ betrieben werden.
Um den Räumlichkeiten in dem modernen Gebäude einen ganz besonderen Charme zu verleihen, war die Mendener Bevölkerung aufgerufen, Möbel zu spenden – was auch in Hülle und Fülle gemacht wurde. So wird es eine Kombination aus alten und neuen Möbel geben.
Öffnungszeiten werden deutlich ausgeweitet
Nicht nur die Räumlichkeiten der Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek ändern sich nach 37 Jahren, sondern auch die Servicezeiten. So werden die Öffnungszeiten um 40 Prozent erweitert, im neuen Gebäude ist die Bücherei dann dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Ebenfalls neu ist die Technik: Zukünftig wird es nur noch Selbstverbuchungsautomaten gaben. Aber selbstverständlich ist das Team allen Nutzerinnen und Nutzern bei Fragen rund um die Bedienung behilflich. „Kein Besucher wird damit alleine gelassen“, so Sabine Hildebrand, stellvertretende Bibliotheksleiterin, in Bezug auf die neue Technik.
Die erste große Veranstaltung am neuen Standort wird dann am 8. Mai die Lange Nacht der Kulturen sein, an der sich die Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek mit einem umfangreichen Programm beteiligen wird.
Während der Schließzeiten sollen die meisten der regelmäßigen Veranstaltungen auch weiter im Alten Rathaus stattfinden. Gegebenenfalls kann es jedoch zu Terminverschiebungen kommen.
Auch wenn alles derzeit gut im Zeitplan liegt und man alles gibt, bittet das Büchereiteam jetzt schon um Verständnis für mögliche Anfangsschwierigkeiten. „Ich bin sicher, wir werden auch am 29. Mai noch nicht richtig fertig sein“, gibt Leiterin Veronika Czerwinski zu bedenken. „Ich habe das beste Team meines Lebens“, ist sie stolz auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gemeinsam ist das Team zuversichtlich, die ganze Kopfarbeit, alle Hürden und das große Abenteuer zu meistern. „Es wird noch aufwändig, aber am Ende wird es schön“, so Czerwinskis Ausblick, wenngleich selbstverständlich auch Wehmut mitschwingt, die alten Räumlichkeiten zu verlassen.
Neue Nutzung für Räume im Alten Rathaus
Und Interessierte werden bei dem Umzug keinesfalls außen vorgelassen. Auf den Social-Media-Kanälen der Bücherei bei Facebook und Instagram werden regelmäßig Fotos und Videos vom Stand der Dinge hochgeladen, sodass man das ganze Projekt mitverfolgen kann.
Der Umzug und die Neueinrichtung der Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek ist erst dank Fördermöglichkeiten aus Düsseldorf möglich geworden, wofür man vor Ort sehr dankbar ist.
Stolz ist auch Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt auf das Büchereiteam. „Jetzt ist der Punkt gekommen, wo es spannend wird“, so Schmidt am Donnerstagmittag bei der Pressekonferenz. Sie freut sich auf den neuen Begegnungsort in der Hönnestadt und ist auch der festen Überzeugung: „Es wird richtig richtig gut!“. Bei all den guten Neuigkeiten stellt sich natürlich die Frage, was geschieht mit den alten Räumen der Bücherei. Das Alte Rathaus ist eines der Herzstücke in Menden und steht unter Denkmalschutz. Deshalb verspricht Manuela Schmidt auch, sich für eine gute Nachnutzung einzusetzen. Geplant ist, dass es eine gemischte Nutzung wird, das Kulturbüro bleibt nämlich an Ort und Stelle.



