Altena. Warum wird man eigentlich Ortsvorsteher eines von drei Ortsteilen in Altena? Bei Thomas Schmitz, der dieses Ehrenamt jetzt im elften Jahr bekleidet, müsste es allerdings heißen: Warum bleibt man es? Mit dem 46-jährigen Evingser setzt LOKALSTIMME die Mini-Serie zu den drei frisch ernannten Ortsvorstehern fort.
Wenn Thomas Schmitz über Evingsen spricht, klingt darin vor allem eines mit: ehrliche Begeisterung. Der 46-Jährige, der als Kommunalbeamter beim Märkischen Kreis arbeitet, ist hier aufgewachsen, lebt mit seiner Frau, seinem Kind und dem Familienhund im Ort – und identifiziert sich seit jeher mit dem Dorf. Dass er sich seit mehr als zehn Jahren als Ortsvorsteher engagiert, hat deshalb mit Verantwortung zu tun. Aber noch viel mehr mit Verbundenheit: „Hier ist meine Heimat, und vielleicht war es einfach der Wunsch, dem etwas zurückzugeben und mitzugestalten“, sagt er, der seit mehr als 30 Jahren Mitglied in der SPD ist und seit 2014 Ratsmitglied der Stadt Altena.
„Hier passiert unheimlich viel“
Schmitz betont im Gespräch mit LOKALSTIMME immer wieder, dass sein Amt ihm Spaß macht. Nicht, weil es ein Titel ist, sondern weil er sieht, was Evingsen ausmacht: Menschen, die sich kümmern, anpacken, die das Dorf mit Leben füllen. „Hier passiert unheimlich viel, hier sind unheimlich viele motivierte, engagierte Leute – das muss man einfach unterstützen.“ Die Liste der Beispiele fällt lang aus: ein Frauenchor, der bald in der Kölner Philharmonie auftritt, ein Heimatverein mit rund 300 Mitgliedern, lebendige kirchliche Gemeinden, die Pfadfinder, Sportvereine, der Schützenverein, die Naturfreunde. Viele dieser Vereine und Initiativen hätten in den vergangenen Jahren durch verschiedene Leader-Projekte sogar „einen guten sechsstelligen Betrag“ an Wert für die Dorfstruktur geschaffen. „Allein durch ehrenamtliche Arbeit.“
Die Hoffnung: „Dass zentrale Themen endlich vorankommen“
Diese Energie ist es, die Thomas Schmitz antreibt. Auch deshalb hofft er, dass zentrale Themen endlich vorankommen, zuallererst das neue Feuerwehrgerätehaus an der Ihmerter Straße. „Die Ehrenamtlichen der Löschgruppe Evingsen sollen die Bedingungen bekommen, die sie verdienen – und ein Projekt, das seit Jahren diskutiert wird, soll endlich abgeschlossen werden“, so Schmitz.
Im Alltag als Ortsvorsteher ist der 46-Jährige nah dran an den Menschen. Er ist bei jedem Fest dabei, jederzeit ansprechbar. Und die Themen? Die reichen vom Baum, der über den Zaun vom Nachbarn wächst, bis hin zur Buckelpiste Nummer eins im Ort: der Straße Zur Roleye. Viele Anliegen entstünden aus dem Wunsch nach mehr Lebensqualität, manche aber natürlich auch aus Unmut über Steuern und manche aus Frust über fehlende Geschäfte und Kneipen. Schmitz nimmt all das ernst – und bleibt zugleich pragmatisch. Dass etwa Gastronomie verschwindet, liegt für ihn auch daran, dass sie heute weniger genutzt wird: „Wenn immer weniger Leute in die Kneipe gehen, dann gibt es am Ende auch weniger Kneipen! Sehr schade, allerdings dann auch der Gang der Dinge“, sagt Schmitz. Gleichzeitig zollt er denen Respekt, die trotzdem weitermachen.
Schmitz selbst ist Mitglied in vielen Vereinen
Seine Wiederwahlen – mit 37 Prozent gestartet, dann 47, zuletzt 57 Prozent – sieht er als Zeichen von Vertrauen. Doch Zahlen sind für ihn nicht der Kern der Sache. „Darum geht’s am Ende gar nicht“, sagt Schmitz. Entscheidend sei, was im Ort passiert: das Miteinander, die Vereine, der Zusammenhalt. „Da ziehe ich meine Motivation raus. Es macht mich stolz, ein Teil davon zu sein.“
In fast jedem Verein des Dorfes ist er selbst Mitglied – im TSE, beim SGV, im Heimatverein, bei den Schützen, den Naturfreunden, in der Kirchengemeinde. Nicht, um überall mitzureden, sondern weil er dazugehören will zu dem, was Evingsen bewegt. „Ich mache das jetzt im elften Jahr, und ich glaube, es ist bisher ganz gut gelaufen – vor allem aber macht es mir Spaß“, sagt der alte und neue Ortsvorsteher vom Altenaer Stadtteil Evingsen. Zu erreichen ist er am besten per E-Mail unter t.schmitz@weithahn.de.
Altenas neuer Bürgermeister Guido Thal hatte Mitte November die Ortsvorsteher-Urkunden an Thomas Schmitz (Evingsen), Helmar Roder (Dahle) und Dennis Montag (Rahmede) überreichtt. Dabei legten alle drei ihr feierliches Versprechen ab, ihre Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen.



