Nachrodt-Wiblingwerde. Seit Torsten Puschner imkert, nimmt er die Natur mit anderen Augen wahr. Er beobachtet genauer. „Ich schaue überhaupt nicht mehr auf den Kalender“, sagt der Wiblingwerder. Die Natur selbst gibt ihm inzwischen viele Hinweise darauf, welcher Monat gerade ist.
Seit 2014 lebt Puschner mit seinen Kindern in Wiblingwerde. Zur Imkerei kam er 2019 über einen Freund, der bereits Bienen hielt. Puschner half ihm regelmäßig bei der Arbeit an den Völkern – und entdeckte dabei seine Faszination für die Tiere. „Da sitzen so viele Bienen auf einem Fleck, und jede einzelne hat ihre Aufgabe und weiß einfach, was sie machen muss“, berichtet er mit einem Leuchten in den Augen. Sein Freund schenkte ihm schließlich sein erstes eigenes Bienenvolk. Heute hat Puschner zehn Völker. Seine Imkerei heißt „Klapato“ – der Name setzt sich aus den Namen seiner Kinder Klara und Paul sowie aus seinem Vornamen Torsten zusammen.
„Bienen faszinieren mich einfach“
Im Gespräch mit LOKALSTIMME gibt er einiges von seinem Wissen über Bienen preis: „Im Sommer können in einem Bienenvolk rund 40.000 Tiere leben. Nach etwa 21 Tagen schlüpft eine Biene aus ihrer Wabe. Zunächst arbeitet sie als Putzbiene, damit der Stock sauber ist und bleibt. Ein paar Tage später kümmert sie sich als Futterbiene um die Brut. Und nach ungefähr einer Woche geht sie in den Außendienst, verlässt also den Stock, um Pollen und Nektar zu sammeln.“ Und Torsten Puschner sagt voller Begeisterung: „Die sind dann noch ganz jung und wissen trotzdem sofort, welche Aufgaben sie haben. Das fasziniert mich einfach.“ Torsten Puschner ist mittlerweile ausgebildeter Bienen- und Honigsachverständiger.

Torsten Puschner bietet unterschiedliche Honig-Variante an. Der Sommertrachthonig schmeckt kräftige, würzig und stammt beispielsweise von Linde, Klee, Brombeere, Sonnenblume und vielen Wildblumen.
Fleißige Bienen: „Sie kennen kein Ende“
Was die Bienen an Nektar und Pollen sammeln, sei eigentlich ihre eigene Nahrung. Doch sie würden viel mehr sammeln, als das Volk benötige. „Sie kennen kein Ende und sammeln immer weiter“, verdeutlicht Puschner. Irgendwann wäre der gesamte Stock voller Honig. Deshalb müsse der Imker einen Teil des Honigs entnehmen. Im Herbst, wenn es deutlich weniger Blüten und damit weniger Nahrung gibt, füttert der Hobby-Imker aus Wiblingwerde seine Völker deshalb mit Weizensirup. Rund 15 bis 20 Kilogramm pro Volk gehen bis zum Frühjahr weg. In der kalten Jahreszeit schrumpft ein Volk allerdings auf etwa 10.000 bis 15.000 Tiere. Diese sogenannten Winterbienen sorgen dafür, dass das Volk im Frühjahr wieder durchstarten kann.
Die Imkerei ist Puschners große Leidenschaft, die allerdings auch Arbeit macht. Rund zehn Stunden pro Woche investiert er in sein Hobby. Besonders im Frühjahr gibt es viel zu tun. Inzwischen ist die Imkerei außerdem zu einem ziemlich platzintensiven Hobby geworden. In seinem Keller hat Puschner einen eigenen Honigraum eingerichtet, in dem er den Honig schleudert, verarbeitet und lagert. Strenge Hygienevorschriften müssen dabei eingehalten werden. Auch im Garten und rund ums Haus findet sich vieles, was mit den Bienen zu tun hat. „Das muss man wollen.“
Der aktuelle Honig ist kräftig gelb und schmeckt etwas herb
Aus dem, was seine Bienen sammeln, entsteht nicht nur der klassische Honig im Glas. Puschner lässt daraus auch Met und Bonbons herstellen. Ganz neu in seinem Angebot ist Wabenhonig. Dabei bleibt der Honig in der Wabe und kommt als besonders ursprüngliches Naturprodukt aufs Brot oder in den Tee. Auch Konsistenz und Geschmack seien besonders. Aber grundsätzlich schmecke der Honig, je nach Jahreszeit und Witterung, unterschiedlich. „In diesem Jahr haben die Bienen besonders viel Löwenzahn gesammelt. Der aktuelle Honig ist deshalb kräftig gelb und schmeckt etwas herber als andere Sorten“, erklärt der Hobby-Imker, der zudem Vorsitzender des Kreisimkervereins sowie des Ortsvereins Nachrodt-Wiblingwerde ist.
Puschner bietet sowohl flüssige als auch feste Honig-Varianten an. Er selbst genießt seinen Honig am liebsten in Milch oder Tee, manchmal auch im Kaffee. Besonders gerne streicht er ihn morgens aufs Brötchen. „Ich lasse das Brötchen mit dem Honig einen Moment liegen, bis der Honig richtig eingezogen ist“, sagt der 44-Jährige und führt dabei die Spitzen von Daumen und Zeigefinger zum Mund, küsst sie leicht und öffnet dann die Hand schwungvoll in die Luft: „Köstlich!“.
Wer sich selbst von Qualität und Geschmack von Puschners Honig überzeugen möchte, kann ihn direkt bei Puschner in Wiblingwerde an der Haustür kaufen. Außerdem ist sein Honig in ausgesuchten heimischen Supermärkten erhältlich. Mehr Infos gibt es auf der Internetseite von Klapato.



