Nachrodt-Wiblingwerde. „Es könnte alles schneller gehen“, mit dieser Aussage spricht Bürgermeisterin Birgit Tupat vielen Menschen in der Doppelgemeinde aus dem Herzen – in vielerlei Hinsicht. Aber besonders aus der Sicht der Feuerwehr und ihrer Gerätehäuser.
Das Feuerwehrgerätehaus Wiblingwerde entspricht schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das bestehende Gebäude ist deutlich in die Jahre gekommen und stößt räumlich an seine Grenzen. Es mangelt an getrennten Umkleidebereiche für Frauen und Männer, an einer Abgasanlage, an Parkplätzen für die Einsatzkräfte. Eine Erweiterung am bisherigen Standort ist jedoch nicht möglich. Direkt angrenzend befinden sich die Turnhalle, der Sportplatz sowie Wohnbebauung – Flächenreserven gibt es dort nicht.

Zu eng und deutlich in die Jahre gekommen: Das Gerätehaus in Wiblingwerde entspricht schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Foto: Ilka Kremer
Nun zeichnet sich eine mögliche Lösung ab: Ein Grundstück an der K24, nahe dem Abzweig Richtung Eilerde, ist als möglicher neuer Standort im Gespräch. Auf einer bislang unbebauten Wiese könnte perspektivisch ein neues Gerätehaus entstehen. „Allerdings liegt das Areal im sogenannten Außenbereich“, machte Tupat die Problematik deutlich. Damit ein Bauvorhaben dort realisiert werden könne, seien umfangreiche formale Schritte erforderlich. Unter anderem muss eine Änderung des Flächennutzungsplans erfolgen, die Bezirksregierung ist in die Planungen bereits einbezogen. Zunächst muss ein Bodengutachten klären, ob die Fläche überhaupt geeignet ist. Auch wenn diese bürokratischen Prozesse Zeit in Anspruch nehmen, zeigt sich die Gemeinde grundsätzlich zuversichtlich. Der Kaufpreis für das Grundstück steht laut Bürgermeisterin bereits fest. Die Herausforderung liege vielmehr im planungsrechtlichen Verfahren.
Eine Prognose, wann Wiblingwerde ein neues Gerätehaus bekommt?
„Ich gebe keine Prognosen mehr ab“, sagt Tupat. Zu oft seien Vorhersagen in der Vergangenheit wieder über den Haufen geworfen worden. „Gerade bei Projekten dieser Größenordnung ist vieles schwer kalkulierbar – irgendetwas kann immer dazwischenkommen.“
Schluffboden legt Baustelle am Holensiepen lahm
Am Holenseipen in Nachrodt hat der Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf dem Gelände der ehemaligen Lennehalle bereits vor geraumer Zeit begonnen. Das Grundstück wurde geebnet, erste Pfeiler für das Gebäude gesetzt – ein deutliches Zeichen für den Start eines lange geplanten Projekts. Doch die Baustelle ruht. Der Grund liegt im Untergrund: Ein sogenannter Schluffboden erschwert die Arbeiten erheblich. Dieses feinkörnige, wasserempfindliche Material lässt Regenwasser nur schlecht versickern. Ohne entsprechende Entwässerungsmaßnahmen besteht die Gefahr von Schäden am Bauwerk.

Wegen Problemen mit der Entwässerung auf schluffigem Untergrund ruht die Baustelle: Die Betonpfeiler stehen derzeit ungenutzt zwischen wassergefüllten Pfützen. Foto: Ilka Kremer
Bevor der Hochbau weitergehen kann, muss daher zunächst der Kanal bis zum Hauptsammler am Bahntunnel angepasst werden. Das verdeutlichte Birgit Tupat während der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr. Der Kanal muss künftig so ausgelegt sein, dass die umliegenden Flächen zuverlässig entwässert werden. Diese Maßnahmen haben nun Priorität, seien jedoch bei Schnee und Frost nicht möglich gewesen. Im Gespräch mit LOKALSTIMME erklärte die Bürgermeisterin, dass der damit beauftragte Bauunternehmer, Siegmund Müller aus der Doppelgemeinde, damit rechne, die Arbeiten nun zeitnah wieder aufnehmen zu können. Die eigentlichen Arbeiten am Kanal schätze Müller auf etwa drei bis vier Monate.



