Mit dem Rathaussturm hat die MKG Kornblumenblau in Menden die heiße Phase der Karnevalssession eingeläutet.
Fotos: Annabell Brock
Menden. Nach einigem Zögern musste sich Bürgermeisterin Manuela Schmidt geschlagen geben: Das Sagen in Menden haben nun die Karnevalisten. Mit dem Rathaussturm begann ein Wochenende voller guter Laune.
Die Jecken haben Menden dieser Tage voll und ganz im Griff und ein „Menden Helau“ gehört zum guten Ton dazu. Dies zeigte sich auch am Donnerstagabend beim traditionellen Rathaussturm, der so wie alle Festivitäten in diesem Jahr unter dem Motto „Menden ist 750 Jahre jung, die MKG bringt den Schwung“ steht. Von Bürgermeisterin Manuela Schmidt, die sonst das Sagen hat, ergatterte die Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau an Weiberfastnacht den Stadtschlüssel.
Vom schlechten Wetter am Altweiberdonnerstag ließen sich die Karnevalisten keinesfalls die Stimmung vermiesen. In der ersten Etage des Rathauses wurde es am Donnerstagabend so richtig voll. Keiner wollte sich den Rathaussturm entgehen lassen.
Zunächst hatte Bürgermeisterin Manuela Schmidt im Vorfeld laut getönt, dass man von ihr keinesfalls den Stadtschlüssel zu erwarten habe. „Ich bin mir aber sicher, auch die erste Bürgermeisterin der Stadt muss den Stadtschlüssel abgeben“, so Ralf Hörchner, der Pressesprecher der Jecken.
Bürgermeisterin wehrt sich gegen Ansturm der MKG
Jörg Spieckermann und Michael Fringes, erster Vorsitzender bzw. Präsident der MKG Kornblumenblau, oblag es, den Rathaussturm anzumoderieren. Sie präsentierten im Rathaus unter anderem einen Tanzauftritt der Turmgarde sowie eine Gesangsdarbietung des Senatorenchores. Ihrer Aufforderung, den Stadtschlüssel herauszurücken, kam Bürgermeisterin Manuela Schmidt zunächst nicht nach. „Im Rathaus regiert Frauenpower, den Schlüssel bekommt ihr nicht“, antwortete Schmidt trotzig. Und auch als Prinzessin Silvia II. Fritzsche das Wort von Frau zu Frau an die erste Bürgerin der Stadt richtete, ließ diese sich noch lange nicht von der Herausgabe des Schlüssels überzeugen.
Doch am Ende saß Mendens „Dancing Queen“ im farbenfrohen Tanzoutfit mit pinker Perücke, umringt von Bodyguards, nicht am längeren Hebel. Sie schlug einen Tanzwettstreit um den Stadtschlüssel vor. Resigniert musste Schmidt allerdings feststellen, dass man zu wenig im Rathaus geübt hatte. Wettschulden sind Ehrenschulden und so rückte sie den Stadtschlüssel heraus. Jetzt, wo sie das Regiment für die kommenden Tage abgegeben hat, wird sie sich jedoch nicht in den Urlaub absetzen, sondern mittendrin mit den Mendener Karnevalisten feiern.
Nach dem Rathaussturm ging es zum Feiern ins Karnevalszelt am Nordwall. Mit dabei selbstverständlich das Prinzenpaar Stefan IV. Happe und Silvia II. Fritzsche, wobei die Prinzessin an Weiberfastnacht natürlich das Sagen hatte. Bunt verkleidet wurde zur Musik vom Discjockey ausgelassen gefeiert. Die Tanzgruppen der „dance energy“ sowie Akteure der MKG traten an diesem Abend ebenfalls auf.
Viele Partys im Festzelt noch bis Rosenmontag
Auch in den nächsten Tagen locken zahlreiche Veranstaltungen in das Karnevalszelt und die Mendener Innenstadt. So findet am Freitag die Ü30-Jecken-Nacht mit Live-Musik der Band „Alter Schwede Kunterbunt“ im Zelt statt. Samstag gibt es dann zunächst für die jüngsten Jecken im Festzelt den Kinderkarneval mit Musik vom „Gute-Laune-Duo“ zum Mitsingen und Mitmachen. Auch Zauberer „Pompitz“ lädt die Kinder ein, Helfer bei seinen Tricks zu sein und zaubert zudem bunte Luftballonfiguren. Abends startet dann der Kostümball, erneut mit musikalischer Unterhaltung durch „Alter Schwede Kunterbunt“, im Zelt.
Am Tulpensonntag schlängelt sich traditionell der „Lindwurm“, der größte Karnevalsumzug im Nordkreis, ab 14 Uhr durch die Innenstadt. In diesem Jahr kann sich die Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau über eine Rekordbeteiligung freuen: 1800 Mitwirkende sind dabei. Da hoffen alle natürlich auf trockenes Wetter. Nach dem Umzug öffnet dann auch wieder das Karnevalszelt mit Karnevalsmusik und den aktuellen Charts präsentiert vom Discjockey seine Pforten. Und auch Rosenmontag wird dort gefeiert.
Bevor es dann, wie im bekannten Lied von Jupp Schmitz besungen, an Aschermittwoch alles vorbei ist und die fünfte Jahreszeit zu Ende geht, lädt die Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau am Veilchendienstag zur Hoppeditz-Verbrennung, dem schwersten Gang eines jeden Karnevalisten, ans Alte Rathaus ein.
Bei all dem ausgelassenen Feiern ist der Karnevalsgesellschaft auch die Kampagne „Vorsicht vor K.O.-Tropfen“ wichtig. „Die Kampagne ist sehr gut angelaufen“, betont Pressesprecher Ralf Hörchner am Rande des Rathaussturms im Pressegespräch. Sicheres Feiern geht in Menden vor!











































