Altena. Die Feuerwehr ist am Montagmittag (17. August) erneut in die Brachtenbecke ausgerückt: Der Waldbrand, der am Samstag zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, THW und DRK geführt hat, drohte erneut aufzuflammen.
Nach dem Waldbrand am Wochenende ist die Feuerwehr am Montag nochmal in die Brachtenbecke alarmiert worden. Nach einer ersten Einschätzung handelt es sich um eine Stelle, an der es im Bereich einer Baumwurzel wieder qualmte; dort schien es im Erdreich noch ein tiefes Glutnest zu geben, das aber schnell gelöscht werden konnte.
Vorsorglich waren zur Feuerwache auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) und der Löschzug I (Stadtmitte) der Freiwilligen Feuerwehr wieder in die Brachtenbecke beordert worden.

Blick vom Grenningloh (Wiblingwerde) auf einen Teil der Brandfläche: Die Flammen hatten am Samstag bereits den Wanderweg vom Tiergarten zum Großendrescheid übersprungen, als die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle brachte und löschen konnte. Foto: Carsten Menzel
Der wenige Regen, der bisher gefallen ist, hat die Lage offenbar noch nicht wesentlich entschärfen können. Die Böden sind noch immer tief ausgetrocknet. Immerhin wird die Oberfläche aber vom Regen gewässert.
Eine achtlos aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippe könnte nämlich den Waldbrand am oberen Brachtenbecker Weg ausgelöst haben: Das Feuer begann an der Böschung direkt an der Straße gegenüber der THW-Unterkunft.
THW war zum Glück ohnehin vor Ort
Einer der ersten, der die Flammen entdeckt hat, war Jan Kopatz vom Technischen Hilfswerk (THW), der mit anderen Ehrenamtlichen des THW gerade in der Unterkunft in der Brachtenbecke mit Wartungsarbeiten beschäftigt war. „Plötzlich habe ich von draußen ein lautes Knistern gehört“, berichtet er gegenüber LOKALSTIMME. Als er aus der Fahrzeughalle um die Ecke schaut, steht die Böschung gegenüber der Unterkunft in Flammen – und das Feuer breitet sich rasend schnell den Hang hinauf durch ausgetrocknetes Unter- und Altholz und vom böigen Wind angefacht aus. Anfangs ist es so heiß, dass zwei Fensterscheiben der THW-Unterkunft platzen.
Die THW-Helfer beginnen sofort „mit dem Eigenschutz“, berichtet Jan Kopatz: Sie schließen zwei Gartenschläuche an und bewässern die Hecke vor dem Gebäude, damit die nicht auch noch in Flammen aufgeht und das Feuer die Unterkunft bedroht.

Durch die enorme Hitze waren Fensterscheiben der THW-Unterkunft auf der gegenüberliegenden Straßenseite geplatzt. Foto: Lucas Sellmann
Rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus fast allen 15 Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises, aus der Stadt Hagen, von der Werkfeuerwehr VDM-Metals am Linscheid, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und vom THW sind bis in die Nacht im Löscheinsatz. „Zusammengerechnet waren es über die gesamte Zeit bestimmt 500 Einsatzkräfte“, schätzt Kai Spelsberg.
Bis auf 740 Meter kommt das Feuer den ersten Häusern am Ende der Graf-Eberhard- und der Graf-Adolf-Straße am Tiergarten nahe, bis die Feuerwehr die Feuerfront stoppen kann. In die andere Richtung zog der Waldbrand Richtung Drescheid/Waldemei.

Der Waldbrand in der Brachtenbecke hat am Samstag an der Böschung des Brachtenbecker Wegs begonnen und hat sich dann den Steilhang hinaufgezogen. Foto: Carsten Menzel
Waldbrandeinsätze seien meistens „sehr, sehr schweißtreibend, harte Arbeit und zeit- und personalintensiv“, sagt Stadtbrandinspektor Kai Spelsberg; das habe auch für das Feuer in der Brachtenbecke gegolten. Zumal: „Wo Wald ist, ist meistens kein Wasser.“ Zwar habe es im Brachtenbecker Weg einen Hydranten gegeben, der eine Hydrant sei aber als Wasserlieferant viel zu wenig gewesen.
Die Feuerwehr hat daher aus einem weiteren Hydranten an der Bahnhofstraße (B 236), kurz vor der Vollsperrung an der Brückenbaustelle, und vom VDM-Gelände am Linscheid direkt aus der Lenne Wasser mit Tanklöschfahrzeugen in die Brachtenbecke gefahren. Für den Löscheinsatz von der Drescheider Höhe aus befüllten die Feuerwehren ihre Tanks an einem Hydranten in der Nähe der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord und fuhren von dort zurück in den Wald.



