Altena. Kleine Gruppen, feste Bezugspersonen und viel Zeit für jedes Kind: Drei selbstständige Tagesmütter aus Altena werben dafür, die Kindertagespflege stärker in den Blick zu nehmen.
Wer einen Betreuungsplatz für sein Kind sucht, entscheidet sich häufig für eine Kindertagesstätte. Dass die Kindertagespflege gerade für Kinder unter drei Jahren eine gleichwertige Alternative sein kann, gerät nach Ansicht der drei Tagesmütter Kathrin Ambrosch, Heike Wippermann und Karolina Rump jedoch oft in den Hintergrund. „Viele Eltern glauben noch immer, dass eine Kita grundsätzlich die bessere Betreuung bietet. Dabei sind wir genauso qualifiziert und werden regelmäßig überprüft“, sagt Kathrin Ambrosch. Kindertagespflegepersonen absolvieren eine entsprechende Ausbildung, bilden sich kontinuierlich fort und benötigen eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes. Auch die Räumlichkeiten werden vor der Zulassung kontrolliert.
Kleine Gruppen – ruhige Atmosphäre
Den größten Unterschied sehen die drei Tagesmütter nicht in der Qualität, sondern in der Form der Betreuung. Während in Kitas größere Gruppen betreut werden, kümmern sich Tagesmütter in der Regel um bis zu fünf Kinder gleichzeitig. „Diese kleine Gruppengröße schafft eine ruhige Atmosphäre. Wir können jedes Kind intensiv begleiten und auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen“, erklärt Heike Wippermann. Gerade Kinder unter drei Jahren profitierten ihrer Erfahrung nach von festen Bezugspersonen und einem überschaubaren Umfeld.

Bei der Tagesmutter sind die Kinder in kleinen Gruppen in das häusliche Umfeld integriert.
Auch die Eingewöhnung könne individueller gestaltet werden als in größeren Einrichtungen. Statt nach einem festen Zeitplan richte sie sich stärker nach dem Tempo des Kindes. Gleichzeitig ließen sich Betreuungszeiten und pädagogische Schwerpunkte häufig flexibler mit den Familien abstimmen. „Wir arbeiten selbstverständlich nach einem pädagogischen Konzept“, betont Karolina Rump. „Der Unterschied ist, dass wir viele Dinge persönlicher und flexibler gestalten können. Dadurch entsteht eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und eine Betreuung, die sich stärker am einzelnen Kind orientiert.“
Betreuung im familiennahen Alltag schafft vertrauensvolle Bindung
Die Betreuung findet meist in den privaten Räumen der jeweiligen Tagesmutter statt. Dadurch erleben die Kinder einen familiennahen Alltag in einer überschaubaren Umgebung. Nach Ansicht der drei Tagesmütter erleichtert diese Atmosphäre den Aufbau einer vertrauensvollen Bindung – ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Jüngsten. Gleichzeitig betonen Ambrosch, Wippermann und Rump, dass sie ihre Betreuungsform nicht gegen Kindertagesstätten ausspielen möchten. „Kitas leisten ebenso wertvolle Arbeit wie wir“, sagt Kathrin Ambrosch. „Uns geht es darum, Eltern zu zeigen, dass die Kindertagespflege eine gleichwertige und professionelle Alternative ist. Am Ende zählt, welche Betreuungsform am besten zum Kind und zur Familie passt.“
Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website der Tagesmütter in Altena.



