Altena. Es war seine erste Jahresdienstbesprechung als Wehrleiter – und Kai Spelsberg machte einen sehr guten Job: Die Feuerwehr Altena traf sich am Samstagabend in der Dahler Schützenhalle.
Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Markus Schmidt sowie dem ausgeschiedenen Führungsteam Alexander Grass und Stefan Brockhaus hatte Spelsberg ein moderneres Konzept für die alljährliche Versammlung erarbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich der offizielle Teil mit Begrüßung, Gastrednern, Rückblick sowie Beförderungen und Ehrungen. Damit die Jahresdienstbesprechung – bei der erstmals die Getränke für alle frei waren – in geordneten Bahnen verlief, galten klare Regeln: Handys lautlos stellen, Bier in Maßen genießen, bei Vorträgen Ruhe bewahren und insgesamt für eine gute Stimmung sorgen.
„Oft hilft es schon, den Kopf einzuschalten“
Zunächst übergab Spelsberg das Mikrofon an seinen Vorgänger Alexander Grass. Dieser bedankte sich offiziell bei seinem langjährigen Stellvertreter Stefan Brockhaus „für die geile Zeit“ und überreichte ihm ein Geschenk. Brockhaus wiederum dankte Grass sowie allen Kameradinnen und Kameraden: „Es war nicht immer einfach. Ich wünsche den beiden Neuen alles Glück und immer ein gutes Händchen. Oft hilft es schon, den Kopf einzuschalten.“ Auch Spelsberg und Schmidt hatten für den scheidenden Stellvertreter ein Präsent vorbereitet: „Stefan möchte in die Brennholzproduktion einsteigen – deshalb bekommt er eine Kettensäge“, erklärte Spelsberg.

Alexander Grass (l.) überreichte Stefan Brockhaus aus Spaß einen „frisch gefangenen Fisch“ und eine dazu passende Kopfbedeckung. Grass bedankte sich für eine „geile Zeit“. Foto: Ilka Kremer
Anschließend trat die stellvertretende Bürgermeisterin Sonja Reckschmidt ans Rednerpult. Sie vertrat an diesem Abend den verhinderten Bürgermeister Guido Thal. „Das ist ein schöner Anblick von hier oben“, sagte sie mit Blick auf die voll besetzte Dahler Schützenhalle. Unter den Gästen befanden sich Mitglieder der Feuerwehr, der Werkfeuerwehr VDM Metals, des THW und des DRK. Ebenfalls vertreten waren Polizei, Ordnungsamt, der Kreisbrandmeister mit Stellvertreter sowie zahlreiche Ratsmitglieder.
„Wir sind sehr stolz auf Sie alle“
Reckschmidt sprach ein „enorm großes Lob“ für den fortwährenden Einsatz der Kameradinnen und Kameraden aus. Die 514 Einsätze im vergangenen Jahr hätten erneut gezeigt, wie wichtig ihre Arbeit sei. Besonders hob sie die gute Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr von VDM, den Feuerwehren der Nachbarkommunen sowie den weiteren Einsatzorganisationen hervor: „Wir sind sehr stolz auf Sie alle!“
Außerdem dankte die stellvertretende Bürgermeisterin dem Team Grass und Brockhaus für die geleistete Arbeit und bezeichnete den Führungswechsel zu Spelsberg und Schmidt als optimal. „Ein gutes Feuerwehr-Team ist Gold wert.“ Anerkennung richtete sie ebenfalls an Wachleiter Thomas Stuwe: „Sie sind eine wichtige Konstante und ein Ruhepol.“
Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnete sie Angriffe auf Einsatzkräfte. Ihr Appell lautete daher: „Melden Sie jeden Angriff, damit diese verfolgt und bestraft werden können. Und passen Sie gut auf sich auf.“
Kreisbrandmeister Michael Kling warnte vor dem Umgang mit Informationen zum Weltgeschehen in sozialen Medien. Zu viele Inhalte entsprächen nicht der Wahrheit, und zu viele Menschen hinterfragten diese nicht, sondern übernähmen sie ungefiltert als Realität. Kling sagte: „Fallt nicht auf Postings herein. Vertraut euren Führungskräften und schenkt diesen Menschen Vertrauen.“
„Bleibt kritisch und steht zusammen“
Dem neuen Führungsteam der Feuerwehr Altena riet er, stets das Feedback der Kameradinnen und Kameraden einzuholen. „War diese oder jene Entscheidung richtig oder falsch? Bleibt kritisch und steht zusammen – das ist wichtiger denn je. Lasst uns Seite an Seite stehen für einen guten Bevölkerungsschutz und ein funktionierendes Krisenmanagement, das nur durch breites ehrenamtliches Engagement möglich ist“, betonte der Kreisbrandmeister.

Die erste Jahresdienstbesprechung als Wehrleiter und Kai Spelsberg (r.) machte seine Sache richtig gut. Foto: Ilka Kremer
Kai Spelsberg stellte anschließend den Jahresbericht 2025 vor, der insgesamt 514 Einsätze in Altena ausweist. Er erinnerte dabei an die größten Ereignisse: das brennende Haus an der Werdohler Straße gegenüber der Industriebrache Schwarzenstein, den Waldbrand am Klusenberg, das Feuer in einem Wohnhaus am Ramberg sowie den Dachstuhlbrand in der Rahmede. Alle Einsätze seien auf ihre Weise herausfordernd gewesen. Auch die Stadtübung habe gezeigt: „Wir können viel, aber wir können auch noch besser werden. Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam schaffen.“
Alle Zahlen, Statistiken des Jahres 2025 sowie die Namen der Beförderten und Geehrten sind im Jahresbericht zusammengefasst. Diesen gab es digital per QR-Code, er lag für alle Interessierten aber auch in gedruckter Form aus. Nach dem offiziellen Teil folgte der gesellige Abschnitt: Partnerinnen und Partner waren erstmals als Gäste eingeladen, ein DJ sorgte für Musik und es wurde gemeinsam eine fröhliche Feier begangen.
Weiterer Bericht folgt.



