Altena. 100 Jahre Finkernagel: Das Traditionsunternehmen aus Altena hat am Mittwoch sein Jubiläum bewusst ohne großen Glamour gefeiert – dafür mit bewegenden Geschichten, klaren Zukunftsplänen und einem starken Fokus auf die Menschen im Unternehmen.
Ein stolzes Jubiläum feierte jetzt das Traditionsunternehmen Fritz Finkernagel Drahtwerk GmbH & Co. KG aus Altena: Am 1. April 2026 blickt der Draht- und Umformwerkzeughersteller auf 100 Jahre Firmengeschichte zurück. Die Jubiläumsfeier fand zur Mittagszeit im Fertiglager des Drahtwerks statt. Zwischen Produktionsalltag und Maschinen gab es Reden der Geschäftsführung, persönliche Einblicke in die Firmengeschichte – und eine besondere Geburtstagstorte, die stilecht per Gabelstapler hereingebracht wurde. Der feierliche Rahmen wurde bewusst klein gehalten – es ging den Geschäftsführern darum, das Firmenjubiläum gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu begehen. „Wenn wir 100 Jahre feiern, dann mit den Menschen, die das möglich gemacht haben“, so die Geschäftsführung.
Eine größere Feier ist dennoch geplant – im Sommer soll ein Familientag auf dem Firmengelände stattfinden. Mitarbeitende können dann gemeinsam mit ihren Angehörigen hinter die Kulissen blicken, bei Führungen den Betrieb kennenlernen und ein Rahmenprogramm genießen.
Rückblick mit persönlichen Geschichten
Geschäftsführer Fritz Uwe Finkernagel nutzte den Anlass für einen sehr persönlichen Blick zurück. Er erinnerte an die Anfänge seines Großvaters, der das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten führte – und sogar ein Kaufangebot eines Konkurrenten ablehnte. „Zum Glück hat er das Angebot ausgeschlagen“, so Finkernagel.
Auch aus seiner eigenen Kindheit berichtete er: Anfang der 1960er-Jahre zählte die Firma gerade einmal 15 Mitarbeitende. Besonders eindrücklich blieb ihm die harte Arbeit in der Beize in Erinnerung, wo Mitarbeiter unter schwierigen Bedingungen mit Säuren arbeiteten. Ein weiterer Meilenstein folgte 1997 mit der Inbetriebnahme einer vollautomatischen Beiz- und Beschichtungsanlage – eine große Investition für das Unternehmen. Bis heute zeigt sich: Viele technische Entwicklungen sind langlebig, grundlegende Veränderungen in der Branche verlaufen eher evolutionär als revolutionär.

Timo und Fritz-Uwe Finkernagel (links und rechts außen) sind stolz auf ihre Mitarbeitenden und feierten zusammen mit ihnen das 100-jährige Firmenjubiläum. Foto: Drahtwerk Finkernagel
Blick nach vorn: Die nächste Generation übernimmt
Mit Timo Finkernagel steht inzwischen die nächste Generation in der Verantwortung. In seiner Ansprache schlug er den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft – und zeigte sich trotz herausfordernder Marktbedingungen optimistisch. „Ich bin überzeugt, dass unser Produkt auch in Zukunft gebraucht wird“, betonte er. Gleichzeitig wolle man die Produktion so aufstellen, dass das Unternehmen auch international wettbewerbsfähig bleibt. Finkernagel fertigt anspruchsvolle Kaltstauchdrähte und Umformwerkzeuge in höchster Qualität. Die Produkte kommen in der Automobil-, Bau-, Elektro- und Maschinenbauindustrie weltweit zum Einsatz
Ein symbolischer Moment: Genau am Tag des Jubiläums begann ein neuer Mitarbeiter seine Tätigkeit im Unternehmen – „ein Zeichen für Kontinuität und Zukunft“.
„Ein Jahrhundert Erfolg steht und fällt mit den Mitarbeitenden“
Seit der Gründung im Jahr 1926 hat sich Finkernagel vom kleinen Betrieb zu einem etablierten Industrieunternehmen entwickelt. Trotz aller Veränderungen bleibt eines konstant: der Einsatz der Mitarbeitenden. Oder, wie es Fritz Uwe Finkernagel zum Abschluss formulierte: „Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit den Menschen, die darin arbeiten.“



