Nachrodt-Wiblingwerde/Altena. Eine Bundesstraße wird zur Sackgasse: Am Samstag (26. März) beginnt die Vollsperrung der B 236 in der Ortsdurchfahrt Nachrodt, weil ein Felsüberhang gesprengt werden muss. Die erste Sprengung soll noch vor Ostern stattfinden. Kosten für die Maßnahme insgesamt: 1,5 Millionen Euro.

Es gebe keine Alternative zu der Vollsperrung beteuert der Landesbetrieb Straßen NRW und ist sich gewiss, dass die ausgewiesenen Umleitungsstrecken für den Anlieger- und den überörtlichen Verkehr ausreichen: „Das Umleitungskonzept wird funktionieren“, heißt eine der Antworten auf die Fragen, die LOKALSTIMME.DE dem Landesbetrieb unmittelbar zu Beginn der Sperrung gestellt hat.


Frage: Die Vollsperrung der B 236 beginnt am Samstag – warum zum Wochenende? Beginnen die Arbeiten tatsächlich schon an diesem Tag?
Straßen NRW verfolgt mit der Sperrung am Samstag offenbar einen Einstieg in die Situation ohne Berufsverkehr. Im Laufe des Wochenendes sei die Verkehrsbelastung der Strecke „geringer als unter der Woche“. Der Eingriff in den Verkehr solle somit „abgemildert stattfinden“. Gleichzeitig würden Transporte von Geräten, Maschinen und Ausrüstung durchgeführt, also die Baustelle eingerichtet.

Auf was ist Straßen NRW am Montagmorgen, wenn das erste Mal der morgendliche Berufsverkehr unterwegs ist, mit Blick auf die Sperrung und die Umleitungsstrecken eingestellt?
Die Antwort fällt diplomatisch aus: Die Sperrung werde am Montag eingerichtet sein und die großräumige Umleitung des Durchgangsverkehrs als auch den Anliegerverkehr in Nachrodt-Wiblingwerde werden aktiviert sein.

Wird auch der Gehweg, der lenneseitig hinter der Leitplanke neben der Straße verläuft, durchgängig gesperrt oder nur zeitweise, wenn die Sprengarbeiten es erforderlich machen?
Für die Fußgänger gibt es keine Sonderregelung. „Aufgrund der erhöhten Gefährdung auch in den Phasen zwischen den Sprengungen“ soll dieser Geh- und Radweg ebenfalls voll gesperrt werden, teilt Straßen NRW mit.

Welche Vorarbeiten sind notwendig, bevor mit der eigentlichen kontrollierten Sprengung des Felsüberhangs begonnen wird?
Die Straßen-NRW-Niederlassung Hagen zählt als Antwort einiges auf: So müssen Bäume gefällt und die Böschungsfläche von losem Material freigeräumt werden, bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen. Zur Vorbereitung der Sprengungen müssen dann die  Sprenglöcher festgelegt, gebohrt und eingemessen werden. Weiter muss eine Sperrzone eingerichtet und abgesichert werden. Die Anlieger würden „über unmittelbar bevorstehende Maßnahmen im Zusammenhang mit der jeweiligen Sprengung“ informiert.

Wann wird voraussichtlich die erste Sprengung stattfinden?
Noch stehe kein genaues Datum fest, sagt Straßen NRW und nennt als „Zielvorstellung“ vor Ostern – das wäre Mitte April.

Wie laut werden die Sprengungen sein: Sind sie weit zu hören?
„Aufgrund der Talsituation wird man die Sprengungen deutlich hören“, warnt der Landesbetrieb schon vorab. Ein schädlicher Schallpegel werde allerdings nicht entstehen. Die Sprengladungen würden „geringstmöglich dosiert“.

Insgesamt, so die Schätzungen von Straßen NRW, werden rund 400 Lkw-Ladungen an Fels abtransportiert werden müssen: Wohin werden die Gesteinsbrocken gebracht? Kann das Material aufbereitet und anderweitig im (Straßen-)Bau wieder eingesetzt werden?
Die Ausbruchmenge werde nach aktueller Schätzung ca. 3.900 Tonnen betragen. „Es handelt sich um Felsbruch, der aufbereitet und bedenkenlos weiterverwendet werden kann“, so Straßen NRW.

Wird rund um die Uhr an der Felsabtragung gearbeitet? Was getan werden, damit der Zeitplan der viermonatigen Vollsperrung eingehalten oder sogar unterschritten werden kann?
Eine Durchführung der Arbeiten rund um die Uhr wäre den Anliegern nicht zuzumuten, bekräftigt Straßen NRW. „Es handelt sich um zum Teil gefährliche Arbeiten, Sprengstoff-, Absturz- und Steinschlaggefahren für die Arbeitenden, die zudem aufeinander abgestimmt erfolgen werden. Der angegebene Zeitraum ist so gewählt, dass die Sicherheitsanforderungen erfüllt werden und unter diesen Bedingungen schnellstmöglich ein Abschluss der Arbeiten erreicht werden kann. Der Auftragnehmer wird das Tageslicht ausnutzen, um sicher und schnell fertig zu werden.“

Nutzt Straßen NRW die Vollsperrung, um zusätzlichen Arbeiten an dem Straßenabschnitt und dem Hang durchzuführen?
Klare Auskunft dazu: „Im Sperrbereich werden gefährliche Arbeiten durchgeführt und es wäre schlicht kein Platz für andere gleichzeitige Aktivitäten. Im Bauprozess integriert sind Sicherungsmaßnahmen an der neuen Böschung“, teilt der Landesbetrieb mit. Immerhin: „Am Ende wird die Bundesstraße saniert, bevor der Verkehr wieder freigegeben wird.“

Gibt es einen Plan B, sofern sich herausstellt, dass das Konzept der Umleitungen nicht funktioniert und etwa der Verkehr zu Stoßzeiten praktisch zum Erliegen kommt?
Straßen NRW vertraut da voll auf sein Konzept: „Eine Alternative für die Sperrung gibt es nicht. Das Umleitungskonzept wird funktionieren. Es führt den Durchgangsverkehr, der die Strecke ohne Baumaßnahme befahren hätte, über eine Strecke, die wir in einer vorbereitenden Gesamtkoordination für den hier besprochenen Zeitrahmen freihalten von Baumaßnahmen und ähnlichen Behinderungen.“

Mit welchen Kosten rechnet Straßen NRW für die gesamte Maßnahme?
Die Kosten belaufen sich laut Straßen NRW auf rund 1,5 Millionen Euro.

Den Fragen haben sich Julia Ollertz (Netphen) und Andreas Berg (Hagen) von der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen NRW gestellt.

Titelfoto: Björn Braun

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