Altena. Als Folge der Flutkatastrophe vom vergangenen Sommer müssen Betriebsteile der städtischen Feuer- und Rettungswache an der Bachstraße dauerhaft ausgelagert werden. Betroffen sind die Atemschutzwerkstatt und die Kleiderkammer. Das wurde jetzt bei der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr Altena bekannt.

Die Kleiderkammer, vor allem mit Ersatzeinsatzbekleidung, und die Atemschutzwerkstatt waren im Untergeschoss der Feuerwache untergebracht; der Keller des Gebäudes ist, wie bei etlichen Gebäuden an der Bachstraße, während der Flutkatastrophe am 14./15. Juli 2021 komplett überschwemmt worden. Eine Folge davon: „Das Hochwasser hat leider alle Teile zerstört, so dass die komplette Kleiderkammer der Feuerwehr Altena nicht mehr vorhanden war“, teilte Brandmeister Marc Freyaldenhoven, der Leiter der Kleiderkammer, in seinem Jahresbericht mit. Auch Stadtbrandinspektor Alexander Grass ging darauf in seiner Rückschau ein: „Die gesamte Ausrüstung, alles im Keller ist verloren gegangen.“ Ersatzbeschaffungen der Bekleidung seien schwierig, da es zu „exorbitant langen Lieferzeiten“ komme, erklärte Marc Freyaldenhoven weiter.


In ehemalige Wohnung umgezogen

Immerhin: Im Dezember sei die Kleiderkammer in eine Wohnung im gleichen Gebäude wie die Feuerwache umgezogen – sie ist also noch unter dem gleichen Dach, wenn auch außerhalb des eigentlichen Wachenbereichs.

So einfach lässt sich die Atemschutzwerkstatt, in der die gesamte Wartung und Pflege der Pressluftatemschutzausrüstung der 143 ausgebildeten Atemschutzträger erfolgt, offenbar räumlich nicht neu organisieren; auch sie war bisher im Keller untergebracht. Dort darf sie nicht wieder eingerichtet werden: Das Untergeschoss gilt nach Auskunft der Stadt wegen der Überschwemmung und der dort gelagerten Chemikalien bekanntlich als kontaminiert.

Parkdeck als Containerstandort

Geplant ist daher, die Atemschutzwerkstatt ebenfalls auszulagern und in drei Container unterzubringen, die eigens von der Stadt dafür angeschafft werden. Die Container sollen auf dem Parkdeck über der Fahrzeughalle der Feuerwache aufgestellt werden, berichtet Hauptbrandmeister Carsten Krüger, der die Werkstatt leitet, im Jahresbericht; Stadtbrandinspektor Alexander Grass nennt es eine „mobile Lösung“. Die Bürocontainer sind als Übergang gedacht, bis über die Zukunft der Feuer- und Rettungswache insgesamt entschieden ist.

Die Feuer- und Rettungswache ist im Wiederaufbauplan, den die Fachleute für Flutschadenbeseitigung vom Chemnitzer Büro C&E für die Stadt aufgestellt haben, als Totalschaden gelistet; ein Neu- oder Ersatzbau sei günstiger als eine Gebäudesanierung, argumentieren die Experten. Rund 11 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Der Wiederaufbauplan muss allerdings noch von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt werden.

Bereits vor der Überschwemmung im vergangenen Sommer war ein Um- oder Neubau der Feuerwache vorgesehen, weil sie nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht – die Stadt musste also gegenüber der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde in ihrem aktuellen Brandschutzbedarfsplan den Um- oder Neubau ausweisen.

Vom Provisorium zur Dauerlösung

Die Feuer- und Rettungswache ist Ende der 1970er-Jahre im Zuge der Innenstadterneuerung vom Bungern an die Bachstraße umgezogen: Während der Stadtsanierung ist der gesamte Gebäudekomplex mit Fahrzeughalle und Steigerturm am Bungern abgerissen worden; dort stehen seit dem Teile des Stapel-Centers und der Polizeiwache. Die Telefonzentrale der alten Feuerwache war gegenüber, im Gebäude der heutigen Stadtbücherei untergebracht. Der Umzug an die Bachstraße erfolgte 1978 – dort hatte bis dahin der städtische Bauhof seinen Standort; der Bauhof wechselte vorher in die Brachtenbecke in einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs der Stadt, der aufgegeben wurde.

Die Räume an der Bachstraße galten seinerzeit als Provisorium – das sich über die Jahrzehnte zur Dauerlösung entwickelt hat.

Die drei Container, die die Stadt aus Ausweichquartier für die Atemschutzwerkstatt anschaffen will, könnten später eventuell auch genutzt werden, wenn die Gerätehäuser der Löschgruppen Evingsen, Rahmedetal und Drescheid der Freiwilligen Feuerwehr um- oder neugebaut werden; die drei Unterkünfte entsprechen ebenfalls nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben und müssen nach dem Brandschutzbedarfsplan ersetzt werden.

Die Auswirkungen der Flutkatstrophe vom Juli 2021 finden sich in vielen Berichten, auch in den Beiträgen von Stadtbrandinspektor Alexander Grass und Bürgermeister Uwe Kober, über das Jahr 2021 für die Feuerwehr wieder. Während der Veranstaltung, die coronabedingt nicht – wie üblich – in der Schützenhalle Dahle, sondern dezentral stattfand, wurden auch die Ehrungen, Ernennungen und Beförderungen vorgenommen.

Foto: Lokalstimme.de/Archiv

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